Wie Coutinho Liverpool zum Erfolg verhalf

Philippe Coutinho

Mit Barcelona gegen den Ex-Klub

Wie Coutinho Liverpool zum Erfolg verhalf

Von Frank van der Velden

Der FC Liverpool trifft im Halbfinale der Champions League auf den FC Barcelona und damit auch auf seinen Ex-Star Philippe Coutinho. Dem weint bei den "Reds" kaum noch jemand eine Träne nach - was an der Ablösesumme liegt.

Als Philippe Coutinho im Januar 2018 den FC Liverpool verließ und zum FC Barcelona wechselte, war die Enttäuschung bei den "Reds" und ihrem Teammanger Jürgen Klopp riesengroß. Nur "mit großem Widerwillen" lasse man den Brasilianer ziehen, sagte Klopp damals. Trösten konnte er sich mit der Ablösesumme, die dem Vernehmen nach bis zu 160 Millionen Euro hoch gewesen sein soll.  

Jetzt spielt Coutinho erstmals nach seinem Wechsel nach Spanien gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Mit dem FC Barcelona muss er im Halbfinal-Hinspiel daheim gegen den FC Liverpool ran. Sechs Tage später steht das Rückspiel an der Anfield Road an.

Weggang gut überstanden

Fünf Jahre spielte der 26-Jährige für Liverpool, schoss in 152 Liga-Spielen 41 Tore für den Traditionsverein und bereitete 37 vor. Seinen Weggang hat der Verein dennoch gut überstanden. Ohne Coutinho erreichten die Engländer im vergangenen Jahr das Finale der Champions League und spielen in dieser Saison um die englische Meisterschaft mit.

Denn der Klub hat die horrende Ablösesumme clever investiert: Beispielsweise in Virgil van Dijk, Alisson Becker, Fabinho, Naby Keita und Xherdan Shaqiri. Die Verträge mit Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino konnten dank der Geldschwemme aus Barcelona verlängert werden.

Nachfolger von Neymar

Coutinho kam als Nachfolger von Neymar nach Barcelona, der einige Monate zuvor für 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain gewechselt war. Die Wahnsinnssumme für Coutinho stand nur deshalb nicht so sehr im Fokus, weil die noch wahnsinnigere Summe für Neymar noch immer alles überlagerte.

Die Katalanen haben dank Coutinho den traumatischen Neymar-Weggang sportlich wie atmosphärisch verkraftet. Erstmals seit 2015 steht der Klub wieder in einem Champions-League-Halbfinale. Coutinho war in allen Partien in der Königsklasse mit dabei. Seine Trefferquote bei Barca ist allerdings noch nicht so hoch wie einst in Liverpool. In bisher 67 Ligaspielen stehen 18 Treffer und acht Vorlagen zu Buche, was an der Seite der Tormaschine Lionael Messi aber auch nicht verwundern kann.

Erste Wechselgerüchte

Dennoch kamen nach zuletzt auch mal mäßigen Leistungen Wechselgerüchte auf. Ganz so glücklich scheint Coutinho in Barcelona nicht zu sein, in der Liga gehört er nicht immer zum Stammpersonal und muss sich ab und an auch Pfiffe der stets kritischen Fans anhören. Der FC Chelsea, Manchester United und Paris Saint-Germain sollen interessiert sein. Coutinho will jedoch in Barcelona bleiben und hat beispielweise in Messi einen prominenten Fürsprecher.

Neben dem argentinischen Weltstar und Sturmpartner Luis Suarez geht Coutinho ein wenig unter. Das liegt an seinem Charakter. Coutinho gilt als klassischer Edelhelfer, der nicht gerne in der ersten Reihe steht. Er ist kamerascheu, zurückhaltend und bodenständig. Er will Fußball spielen, und das ganze Drumherum ist ihm suspekt. Im Kollektiv Liverpool ist das nicht weiter aufgefallen, beim FC Barcelona scheint es aber nicht so gut zu passen.

Die Enttäuschung über den Coutinho-Weggang nach Barcelona ist also heute nicht mehr ganz so groß beim FC Liverpool. Sollten die "Reds" die Katalanen aus dem Wettbewerb kegeln, wird sie wohl komplett vergessen sein.

Stand: 01.05.2019, 07:00

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