Halbfinale gegen Ajax - Viele Fragezeichen für Tottenhams Trainer Pochettino

Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino

Champions League

Halbfinale gegen Ajax - Viele Fragezeichen für Tottenhams Trainer Pochettino

In der Premier League enttäuschte Tottenham zuletzt bei der knappen Niederlage gegen West Ham. Im Norden Londons fragen sich viele Anhänger nun, welches Gesicht ihr Team im Champions-League-Halbfinale gegen Ajax zeigen wird.

Im London-Derby gegen West Ham war schon die Nachspielzeit angebrochen, als noch einmal ein Raunen durch das neue Tottenham Hotspur Stadium ging. Juan Foyth, diesmal als Rechtsverteidiger der "Spurs" aufgeboten, hatte geflankt, und Vincent Janssen geköpft, doch mit dem Ausgleich wurde es nichts, weil West Hams Fabian Balbuena auf der Linie klärte.

0:1 unterlag Tottenham, es war die erste Niederlage im neuen Stadion und Trainer Mauricio Pochettino sah beinahe so aus, als traue er seinen Augen nicht. Er raufte sich die Haare und schaute dann wieder auf das Spielfeld, doch dort war der Ausgleichstreffer noch immer nicht gefallen. Er fiel auch nicht mehr, Sekunden später war Schluss.

Ein Team der Extreme

Womöglich lassen sich anhand dieser einen Szene ganz gut die Extreme nacherzählen, für die die "Spurs" in diesem Frühjahr stehen. An guten Tagen, wie beim begeisternden Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City, kann die Mannschaft jeden Gegner schlagen, auch die Startruppe von Pep Guardiola. An schlechten jedoch, da spielen die "Spurs" nicht wie ein Team, das in der Premier League auf Platz drei steht und in der Champions League im Halbfinale.

Gegen West Ham hat Tottenham keinen guten Tag erwischt. Doch gegen Ajax Amsterdam am Dienstagabend, das ist dieser Tage zumindest die Hoffnung all jener, die es mit dem Team aus dem Norden Londons halten, soll wieder das andere Gesicht der "Spurs" sichtbar werden.

Vorfreude bei Pochettino

"Es wird eine magische Nacht", sagte Pochettino, als er auf das Spiel gegen das Überraschungsteam aus Amsterdam angesprochen wurde. Und: "Vor einigen Monaten hätte keiner erwartet, dass wir ein Halbfinale in unserem Stadion spielen." Man ist geneigt, ihm zuzustimmen, schließlich hat Tottenham zuletzt vor 57 Jahren in einem Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs gestanden.

Doch gegen Ajax fehlen dem Argentinier ausgerechnet seine beiden besten Torschützen: Harry Kane ist verletzt, er wird in dieser Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Und der frühere Bundesliga-Profi Heung-Min Son darf Gelb-gesperrt nicht ran. Zudem sind die Mittelfeldspieler Harry Winks und Moussa Sissoko angeschlagen. "Wir sind ein sehr konkurrenzfähiges Team, wenn wir bei vollen Kräften sind", sagte Pochettino, und es klang, als wollte er sagen: Wir sind es aber nicht.

Helfen dürfte Pochettino aber die Tatsache, dass er gleich vier Spieler im Kader hat, die den Gegner aus den Niederlanden bestens kennen. Toby Alderweireld, Jan Vertonghen, Davinson Sanchez und Christian Eriksen spielten dort, zusammen haben sie 616 Pflichtspiele für Ajax absolviert, ehe sie nach London wechselten. Das könnte sich als Vorteil erweisen, meint auch Mittelfeldspieler Eric Dier. "Wir kennen sie gut", sagte Dier. "Das wird ein riesiges Spiel."

Und in denen, das ist die gute Nachricht für alle "Spurs"-Fans, hat Tottenham zuletzt oft richtig gut ausgesehen. Man frage nach bei Pep Guardiola in Manchester.

tbe/sid/dpa | Stand: 29.04.2019, 23:32

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