Champions League - Tuchels Härtetest gegen Atlético

Tuchel feuert seine Mannschaft an

Achtelfinal-Hinspiel

Champions League - Tuchels Härtetest gegen Atlético

Thomas Tuchel ist mit dem FC Chelsea noch ungeschlagen. Doch jetzt steht ein echter Härtetest an. Im Champions-League-Achtelfinale muss das Team gegen Atlético Madrid ran.

Mit der Generalprobe war Thomas Tuchel so gar nicht zufrieden. In der englischen Premier League kam der FC Chelsea am Samstag (20.02.2021) beim FC Southampton nur zu einem 1:1. "Wir treffen nicht genug", sagte er: "Es fehlt die Präzision, Chancen gibt es genug."

Höchststrafe für Hudson-Odoi

Seinem Offensivspieler Callum Hudson-Odoi verpasste Tuchel sogar die Höchststrafe. Er wechselte den englischen Nationalspieler nach der Pause ein und nahm ihn in der 76. Minute wieder vom Feld. "Wir verlangen 100 Prozent", sagte der Coach: "Ich war nicht zufrieden mit seiner Einstellung, Energie und Gegenpressing. Er ist nicht in der Form, uns zu helfen. Ich war mit seiner Körpersprache nicht zufrieden."

Allerdings, fügte Tuchel an, sei "morgen wieder alles vergessen" - und Hudson-Odoi habe "weiterhin jede Chance", sich für weitere Einsätze zu empfehlen. Zum Beispiel beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Atlético Madrid am Dienstag in Bukarest.

Noch keine Niederlage

Seit Tuchel beim FC Chelsea angeheuert und den zuletzt glücklosen Frank Lampard abgelöst hat, haben die "Blues" nicht mehr verloren. In der Premier League haben die Londoner schon Meister Liverpool überholt. Doch jetzt geht es nicht gegen Newcastle oder Burnley, sondern gegen einen Hochkaräter des internationalen Fußballs. Für Tuchel und die drei deutschen Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger ist Atlético Madrid ein echter Härtetest. Die harsche Kritik an Hudson-Odoi war da vielleicht gar nicht schlecht. Denn gegen die Spanier sind auf jeden Fall die von Tuchel geforderten 100 Prozent nötig.

Atléticos Vorsprung geschmolzen

Der Tabellenführer der spanischen Primera Division schwächelte zuletzt allerdings. In den jüngsten vier Partien holte die Mannschaft von Trainer Diego Simeone nur einen Sieg. Wenn Tuchel wissen will, wie Atlético zu knacken ist, sollte er in Levante nachfragen. Gegen den Außenseiter mussten die "Rojiblancos" zuletzt zweimal hintereinander ran und holten nur einen Zähler. Der einst so komfortable Vorsprung des Spitzenreiters in der Tabelle ist dahin. Nur drei Punkte sind es auf den Stadtrivalen Real.

Statistik lässt hoffen

Auch ein Blick in die Statistik lässt Chelsea hoffen. Zum einen ist da Tuchels persönliche Bilanz in der Champions League. Vor seinem Wechsel nach London führte er Paris Saint-Germain durch die Gruppenphase, wobei er sich gegen Manchester United und RB Leipzig durchsetzte. Im vergangenen Jahr hatte Tuchel die Franzosen sogar ins Finale der Königsklasse gegen den FC Bayern München (0:1) geführt. Zum anderen kassierte Atlético in den vergangenen 29 Europapokal-Heimspielen zwar nur eine Pleite - die jedoch ausgerechnet gegen Chelsea. 2017/18 siegten die "Blues" in der Gruppenphase mit 2:1.

Hoffnungen ruhen auf Werner

Tuchels Hoffnungen ruhen auch auf Timo Werner. Der Nationalstürmer profitiert schon allein wegen der Sprache vom neuen Coach. "Auch wenn ich viel an meinem Englisch arbeite, konnte ich mich zuvor nicht immer so ausdrücken, wie ich wollte, und musste aufpassen, dass man mich nicht falsch versteht", sagte Werner dem "kicker": "Das ist jetzt natürlich gar kein Problem mehr, da fühlt man sich fast schon ein bisschen heimisch." Unter Tuchel gehe auf dem Platz "der erste Blick nach vorn", auch das helfe ihm "ungemein", sagte Werner. Der 24-Jährige war im vergangenen Sommer von RB Leipzig nach London gekommen. Nach einem guten Start fiel er in ein Loch, zwischenzeitlich blieb er 18 Pflichtspiele in Serie ohne Torerfolg.

Gegen Atlético käme ein Tor von Werner gerade recht. Im Gegensatz zur Generalprobe gegen Southampton wäre Tuchel beim Auswärtsspiel in Bukarest diesmal mit einem Punkt wohl auch zufrieden.

red/sid/dpa | Stand: 22.02.2021, 11:45

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