Nagelsmann gegen Guardiola - Stunde der Grübler

Julian Nagelsmann

Champions League: TSG Hoffenheim gegen Manchester City

Nagelsmann gegen Guardiola - Stunde der Grübler

Von Marcus Bark

Erstes Heimspiel der Vereinsgeschichte in der Champions League, und dann gleich gegen Manchester City mit Pep Guardiola: Für Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann und seinen Kollegen von Weltruf sind die Stunden des Grübelns gekommen.

Ganz sicher wird das Nagelsmann gewurmt haben: Ralf Rangnick, sein Vorgesetzter ab der Saison 2019/20, hatte etwas ausgeheckt, dass ihn einerseits überraschte, andererseits auch noch mit verantwortlich war für die Heimniederlage gegen RB Leipzig am sechsten Spieltag der Bundesliga.

Rangnick hatte als Trainer der Sachsen auf eine Fünferkette gesetzt, eine ganz seltene Ausnahme bei ihm. Mit der 3-5-2-Grundformation, die auch Nagelsmann für die TSG gewählt hatte, gelang es den Leipzigern, dem Gegner nur wenig Chancen zu gewähren. Das war Rangnicks Priorität, nachdem die Leipziger in der Saison zuvor mit 4:0 und 5:2 gegen Hoffenheim unterlegen waren.

"Er macht ganz verschiedene Sachen"

Am Dienstag (02.10.2018) wird Pep Guardiola Nagelsmanns nächster Gegner sein. Manchester City ist schon aufgrund des Spielerkaders eine der größten Herausforderungen, die der Weltfußball zu bieten hat.

Der spanische Trainer dürfte es noch ein bisschen schwieriger machen, da er außer eines meist stimmigen Plans auch während der Partie wirkungsvolle Änderungen bei System und Taktik vornimmt. "Es ist nicht einfach, die Dinge herauszufiltern, die man seiner Mannschaft mitgibt, weil er ganz verschiedene Dinge macht", sagte Nagelsmann über Guardiola, dem er in der Bundesliga nie gegenüber stand.

"Eine grundsätzliche Idee"

Hoffenheims Trainer gab nach der Niederlage gegen Leipzig an, dass er schon "eine grundsätzliche Idee" habe, wie er dem englischen Meister begegnen wolle. Wie sie aussieht, behielt er für sich.

Bleibt Nagelsmann bei seinem 3-5-2 oder spiegelt er das 4-3-3, in dem Manchester City spielen dürfte? Frühes Anlaufen, tiefes Zurückziehen, Manndeckung gegen David Silva und/oder Ilkay Gündogan, die das Spiel der "Citizens" im Mittelfeld lenken? "Wer Julian Nagelsmann kennt, der weiß, dass es ein taktisches Highlight für jeden Fan wird", wird Hoffenheims Stürmer Adam Szalai auf der Internetseite des Klubs zitiert.

City unter Druck

Ein Vorteil für die TSG liegt in den Ergebnissen des ersten Spieltags. Während der Bundesligist auswärts einen Punkt bei Schachtjor Donezk holte, verlor Manchester im eigenen Stadion gegen Olympique Lyon.

"City braucht den Sieg mehr", sagte Leonardo Bittencourt, der bei der TSG wieder starten dürfte, im offensiven Mittelfeld oder als Stürmer auf dem Flügel.

Dünne Personaldecke in der Abwehr

Nach der Rückkehr von Kerem Demirbay gibt es in der Offensive deutlich mehr Optionen als in der Defensive. Benjamin Hübner, Havard Nordtveit und Kasim Adams werden weiter fehlen, auch bei Kevin Vogt (Oberschenkel-Prellung) reicht es wohl nicht. Ein wenig Hoffnung gibt es immerhin für Ermin Bicakcic. Diese begründet sich aber vor allem in seinem Wunsch, unbedingt dabei sein zu wollen, wenn es darum geht, wer den besseren Plan ausgegrübelt hat.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Dienstag, 02.10.18, 22.50 Uhr

Stand: 01.10.2018, 16:14

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