Möglicher neuer Modus für Champions League ab 2024: Keine Gruppen, mehr Spiele

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Möglicher neuer Modus für Champions League ab 2024: Keine Gruppen, mehr Spiele

Von Chaled Nahar

Die Reform der Champions League ab 2024 nimmt Formen an: Die UEFA stellte das geplante Modell den europäischen Ligen vor - und die sprachen ihre grundsätzliche Zustimmung aus.

Der europäische Ligenverband, dem auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) angehört, begrüßte den Vorschlag in einer Stellungnahme am Freitag (05.02.2021). Ausdrücklich lobte sie den Vorschlag eines "Schweizer Modells", das einen komplett neuen Modus darstellen könnte.

"Schweizer Modell": Keine Gruppen, mehr Spiele

Der neue Modus könnte ab 2024 gelten - und so sieht er nach Informationen der Sportschau aus:

  • 36 statt 32 Teams sollen mitspielen.
  • Drei der vier Plätze sollen an Spitzenteams gehen, die es möglicherweise verpassen, sich über ihre nationale Liga zu qualifizieren.
  • Der vierte zusätzliche Platz soll an das Land auf Platz fünf der Fünf-Jahres-Wertung gehen - derzeit Frankreich.
  • Alle 36 Teams spielen in einer Tabelle, es gibt keine Gruppen mehr.
  • Die jeweiligen Gegner werden aufgrund von Platzierungen des Vorjahres bestimmt.
  • Die besten acht Teams erreichen das Achtelfinale.
  • Die 16 folgenden Mannschaften würden eine Playoff-Runde um die anderen acht Plätze im Achtelfinale austragen.
  • Pro Mannschaft gibt es zehn statt bisher sechs garantierte Spiele - was zu mehr Einnahmen führen soll.

All diese Änderungen könnten 2024 kommen, die UEFA gestaltet ihre Wettbewerbe in Drei-Jahres-Zyklen. Im Sommer 2021 beginnt ein neuer Zyklus, für den eine Verkleinerung der Europa League sowie die Einführung der Europa Conference League als dritter Wettbewerb beschlossen worden war.

Konflikte mit den Ligen um Termine

Der Ligaverband European Leagues äußerte mit Blick auf die Änderungen 2024 allerdings auch Bedenken. Der Kalender sei bereits dicht gedrängt. Es könnte Streit darüber aufkommen, ob die europäischen Spiele auch am Wochenende ausgetragen werden könnten - bislang abgesehen von Endspielen weitgehend ein Tabu. Am Dienstag sollen die Vorschläge AP zufolge den 55 Nationalverbänden wie dem DFB vorgestellt werden.

European Leagues zeigte sich zuletzt unzufrieden mit der Geldverteilung im europäischen Fußball. In einer im November 2020 veröffentlichten Studie kritisierte die Organisation, dass zu viel Geld bei den großen Ligen und bei den großen Klubs lande. Diese Ungleichheit wird oft als Treiber der Langeweile in den nationalen Ligen kritisiert. So teilte der Verband mit, dass es offene Fragen bei der Qualifikation und zur finanziellen Balance in den nationalen Ligen gebe.

UEFA im Spannungsfeld "Super League"

Europäische Super Liga mit Milliarden von der Wall Street? sport inside 04.01.2021 11:50 Min. Verfügbar bis 07.01.2022 WDR Von Matthias Wolf

Die Reform soll aus Sicht der UEFA aber wohl ein anderes Problem lösen. Die Spitzenklubs des europäischen Fußballs drohten in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Abgang in eine sogenannte "Super League". Meist waren das Drohszenarien der Klubs, um bei der Umgestaltung der Wettbewerbe besseren und einfacheren Zugang zu Startplätzen und Geld zu bekommen.

Derzeit werden diese Drohungen aber möglicherweise konkreter. Der neue Modus verspricht mehr Spiele und mehr Geld, um die großen Klubs bei der Stange zu halten. Die FIFA und die sechs Konföderationen - unter ihnen die UEFA - veröffentlichten kürzlich eine Stellungnahme mit einer klaren Haltung gegen eine "Super League". Darin wurde die Drohung geäußert, beteiligte Spieler nicht für Turniere wie Welt- und Europameisterschaften zuzulassen.

Stand: 05.02.2021, 20:56

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