Tuchel und Chelsea in der Champions League - der Geschichte so nah

Thomas Tuchel lächelt beim Interview

Champions League

Tuchel und Chelsea in der Champions League - der Geschichte so nah

In der Champions-League-Vorrunde war Thomas Tuchel noch Trainer des Vorjahresfinalisten Paris Saint-Germain. Jetzt hat der Coach mit dem FC Chelsea die Chance, das Finale zu erreichen. Er würde dann Geschichte schreiben.

Thomas Tuchel geht mit seinem FC Chelsea optimistisch in das zweite Champions-League-Duell mit Real Madrid. "Wir haben das Gefühl, dass wir es schaffen können", sagte der deutsche Trainer vor dem Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend (05.05.2021, ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei sportschau.de) in London. Im Hinspiel hatten sich beide Teams vor einer Woche 1:1 getrennt - die Ausgangslage für Chelsea ist also keine schlechte.

Tuchel könnte mit einem Finaleinzug gar Fußball-Geschichte schreiben. In der vergangenen Saison hatte er PSG ins Endspiel geführt, mit Chelsea könnte er das nun wiederholen. In der Geschichte der Champions League seit der Saison 1992/93 ist das noch keinem Trainer gelungen: mit zwei Mannschaften in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten das Finale zu erreichen.

Tuchel muss nur auf Kovacic verzichten

"Es ist ein Halbfinale, der Druck ist da, es ist ein K.o.-Spiel. Also ist es notwendig, mit einem gewissen Glauben und Selbstvertrauen reinzugehen, sonst haben wir keine Chance", sagte der 47-Jährige. "Wir fühlen, dass wir stärker sein können. Wir haben jetzt Spieler geschont, wir hatten drei Tage Erholung zwischen den Spielen, jetzt kommt es darauf an, die Intensität während des gesamten Spiels zu behalten."

Bis auf Mateo Kovacic hatte Tuchel keine Verletzten zu beklagen. Wer gegen Real stürmen wird, ließ er offen. Der deutsche Nationalspieler Kai Havertz, der im Hinspiel nur einen Kurzeinsatz hatte, hat sich zuvor beim 2:0-Ligasieg gegen Fulham mit zwei Toren für die Startelf empfohlen. Timo Werner, der gegen Madrid eine Großchance vergeben hatte, glänzte gegen Fulham als Vorlagengeber.

Tuchel hatte zuvor angedeutet, dass er womöglich ein bisschen tricksen wird. Mit Blick auf das Comeback von Madrids Kapitän Ramos sagte er: "Wenn wir ganz ohne Stürmer spielen und Ramos nichts zu bekämpfen hat, könnte das auch eine Lösung sein."

Madrid unter Druck - nicht nur sportlich

Besonders heikel ist die Situation für Real Madrid. Dem Starensemble um Nationalspieler Toni Kroos und Karim Benzema droht bei einer Pleite womöglich ein langfristiger Abschied aus Europa. Anders als die Chelsea-Bosse hält Reals Club-Chef Florentino Pérez nämlich stur an seinen Plänen für eine europäische Super League fest.

Das könnte Folgen haben - die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat harte Strafen gegen die Rädelsführer der umstrittenen Aktion angedeutet.

Tuchel: "Real wird es uns schwer machen"

Madrilenische Medien befürchten daher sogar einen Ausschluss aus der Königsklasse in der kommenden Saison. Davon bedroht seien neben Real auch der FC Barcelona und Juventus Turin, die alle der Superliga noch keine Absage erteilt haben, heißt es.

Einfacher wird die Aufgabe für Thomas Tuchel und den FC Chelsea durch Spekulationen dieser Art allerdings eher nicht. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine starke Leistung brauchen", sagte Tuchel, "weil es uns Real Madrid schwer machen wird."

dpa | Stand: 05.05.2021, 07:09

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