Tuchel beim FC Chelsea - Schluss mit rosarot

Thomas Tuchel

Champions League

Tuchel beim FC Chelsea - Schluss mit rosarot

2:5 gegen einen Abstiegskandidaten, Zoff im Training: Für Trainer Thomas Tuchel sind die rosaroten Zeiten beim FC Chelsea vorerst vorbei. Und das alles vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Porto.

Dass sie irgendwann kommen würde, die erste Niederlage des FC Chelsea unter Trainer Thomas Tuchel, das war ja allen klar. Aber so? Gegen den Abstiegskandidaten West Bromwich Albion setzte es daheim ein peinliches 2:5 - und Tuchels eindrucksvolle Serie von 14 Partien ohne Pleite mit nur zwei Gegentreffern seit seinem Amtsantritt war dahin. Fünf Gegentore im eigenen Stadion hatte Chelsea davor zuletzt 2011 kassiert. Damals hieß der Gegner allerdings FC Arsenal und nicht West Bromwich Albion.

Die Niederlage gegen den Tabellen-19., die in ihrer Heftigkeit die Premier League ins Staunen versetzte, kam zur Unzeit. Denn am Mittwoch (07.04.2021) müssen die "Blues" zum Viertelfinal-Hinspiel in Sevilla beim FC Porto antreten.

"Eingerostet" und "schlampig"

Statt sich in Ruhe darauf vorzubereiten, musste Tuchel sich erstmal erklären, und er fällte ein verheerendes Urteil. Seine Mannschaft sei "eingerostet" und "schlampig" aufgetreten, meckerte der Teammanager. Alles, was schiefgehen konnte, sei schiefgegangen: "Das war heute eindeutig nicht unser Tag. Das habe ich nicht kommen sehen. Jeder Schuss von denen war ein Tor", haderte Tuchel, für den es die ersten Gegentreffer an der Stamford Bridge überhaupt waren. Der ganze Klub sei "sehr enttäuscht". Zwar spielte Tuchels Team nach einer Gelb-Roten Karte für Thiago Silva wegen wiederholten Foulspiels (29.) lange in Unterzahl - passieren darf ihm eine solche Pleite aber dennoch nicht.

Platz vier an West Ham verloren

Den FC Chelsea kam das 2:5 dann auch prompt in der Tabelle teuer zu stehen. Denn West Ham United verdängte das Team am Ostermontag durch ein 3:2 bei den Wolverhampton Wanderers von den Champions-League-Rängen. Chelsea ist nur noch Fünfter mit 51 Punkten, West Ham hat 52 Zähler auf dem Konto.

Angeblich Rangelei im Training

Antonio Rüdiger vom FC Chelsea

Antonio Rüdiger vom FC Chelsea

Doch das war lange noch nicht alles, denn die Enttäuschung schlug schnell in Frust um. Übereinstimmenden britischen Medienberichten zufolge kam es am Ostersonntag zu einem Streit im Training, an dem der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger beteiligt war. Wie die Zeitung "Telegraph" zuerst berichtete, soll Rüdiger mit Ersatztorwart Kepa aneinander geraten sein, beide sollen sich gegenseitig geschubst haben. Andere Spieler sollen dazwischen gegangen sein. Tuchel schickte Rüdiger dem Bericht zufolge in die Kabine. Der 28 Jahre alte Abwehrspieler soll sich später entschuldigt haben.

Werners Torflaute hält an

Tuchel, erst kürzlich zum Teammanager des Monats in der Premier League ausgezeichnet, wollte das Debakel schnell abschütteln und den Blick nach vorne richten. "Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und das Vertrauen in diese Spieler verlieren", sagte der 47-Jährige.

Timo Werner bei seiner Großchance gegen Nordmazedonien

Timo Werner bei seiner Großchance gegen Nordmazedonien

Dabei dürfte er auch an Timo Werner gedacht haben. Eigentlich, so Tuchels Plan, sollte sich der Nationalspieler nach seinem tragischen Fehlschuss für das DFB-Team gegen Nordmazedonien (1:2) den Frust von der Seele schießen. Doch nach dem Hohn und Spott der vergangenen Tage setzte sich die Torflaute auch im "Blues"-Trikot fort, obwohl Tuchel seinen Angreifer zuletzt demonstrativ gestärkt hatte. Für Werner bleibt es bei nur zwei Treffern für Chelsea in den vergangenen rund fünf Monaten.

Tuchel: "Hoffentlich ein Weckruf"

Tuchel versucht, positiv zu bleiben. "Wenn wir in vier Wochen auf dieses Spiel schauen, nennen wir es hoffentlich einen Weckruf", sagte er, "denn das würde bedeuten, dass wir wirklich aufgewacht sind und eine neue Serie begonnen haben." Gegen den FC Porto haben die Chelsea-Spieler jetzt die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren. Doch dazu bedarf es ganz klar einer besseren Leistung. Die Portugiesen haben schon im Achtelfinale aufhorchen lassen, als sie Juventus mit Cristiano Ronaldo aus dem Wettbewerb kegelten.

red/sid/dpa | Stand: 06.04.2021, 11:12

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