Champions League - starke deutsche Bilanz mit Schönheitsfehlern

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Drei Teams im Achtelfinale

Champions League - starke deutsche Bilanz mit Schönheitsfehlern

Drei Achtelfinalisten, davon zwei Gruppensieger, ein Rekord und immerhin noch ein Europa-League-Starter: Die Bilanz der vier deutschen Teams in der Fußball-Champions-League kann sich sehen lassen - auch wenn manches holprig war.

Mit Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig stehen drei Bundesligisten im Achtelfinale der Champions League, Bayer 04 Leverkusen hat es immerhin noch in die Zwischenrunde der Europa League geschafft. Zum ersten Mal in der Champions-League-Geschichte stehen nur noch Mannschaften aus den Top-Fünf-Ligen England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich im Achtelfinale.

Die Bundesliga liegt auf Augenhöhe mit Italien. Die englische und die spanische Liga schickt je vier Mannschaften, Frankreich schickt zwei Teams in die Runde der letzten 16. Die wird am Montag (16.12.2019) in Nyon ausgelost. Die Hinspiele finden am 18. und 19. sowie 25. und 26. Februar 2020 statt, die Rückspiele am 10. und 11. sowie 17. und 18. März 2020.

Lostöpfe CL-Achtelfinale
GruppensiegerGruppenzweite
FC Bayern MünchenTottenham Hotspur
Manchester CityAtalanta Bergamo
Juventus TurinAtletico Madrid
FC LiverpoolSSC Neapel
FC BarcelonaBorussia Dortmund
RB LeipzigOlympique Lyon
FC ValenciaFC Chelsea
Paris St. GermainReal Madrid

Dortmunder Achterbahn

Die Champions-League-Saison der Borussia aus Dortmund verlief ähnlich wie die in der Bundesliga als Achterbahnfahrt. Zum Auftakt gegen den FC Barcelona war der BVB das bessere Team, Marco Reus hatte den Sieg auf dem Fuß, scheiterte aber vom Elfmeterpunkt an Barcelonas Schlussmann Marc-Andre ter Stegen. Nach einem Sieg in Prag sah es in der Gruppe F gut aus für das Team von Trainer Lucien Favre.

Dann aber lieferte Dortmund einen jener blutleeren Auftritte ab, die es auch in der Bundesliga hin und wieder hinlegt. Das 0:2 bei Inter Mailand war völig verdient. Ex-Borusse Michael Rummenigge sagte im WDR-Hörfunk: "Gegen biedere Mailänder hat man 0:2 verloren. Die haben mehr gekämpft, mehr gelaufen, gegrätscht und gebissen. Julian Brandt - das war so ein bisschen C-Jugend-Fußball. Ohne Körperkontakt und Durchsetzungsvermögen."

Im zweiten Duell mit den Italienern machte die Borussia dann mit einer spektakulären zweiten Halbzeit aus einem 0:2-Pausenrückstand einen 3:2-Sieg und zeigte den berauschenden Fußball, zu der sie in dieser Saison eben auch in der Lage ist. Beim 1:3 in Barcelona war der BVB dann wieder mehr oder weniger chancenlos. Am letzten Spieltag gab es dann einen hart erkämpften und glücklichen Sieg gegen Prag - verbunden mit der dringend benötigten Schützenhilfe des FC Barcelona.

Fazit: Dortmund hat sich in einer zugegeben anspruchsvollen Gruppe nur mit Ach und Krach als Gruppenzweiter durchgesetzt. Für das Achtelfinale, wo Paris Saint-Germain, der FC Liverpool, Manchester City, der FC Valencia oder Juventus Turin drohen, sollten sich die Dortmunder steigern.

Münchner Rekord

Ganz anders der FC Bayern München. Der in der Bundesliga kriselnde Meister hat sein Champions-League-Gesicht gezeigt. Als erste deutsche und als insgesamt siebte Mannschaft überhaupt hat das Team die Vorrunde der Champions League mit sechs Siegen aus den sechs Gruppenspielen beendet. Durch die Tordifferenz von 24:5 spielten die Münchner zudem die beste Vorrunde überhaupt in der Geschichte der Champions League. Der 7:2-Sieg beim Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur war selbst für Bayern-Verhältnisse eine Sternstunde in der Königsklasse.

In dieser Form müssen die Bayern im Achtelfinale vor keinem der Gruppenzweiten Angst haben. Nicht vor Atalanta Bergamo, dem SSC Neapel oder Olympique Lyon. Aber auch nicht vor dem FC Chelsea oder Real und Atlético Madrid.

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Sportschau 11.12.2019 00:41 Min. Verfügbar bis 11.12.2020 Das Erste

Leipziger Auswärtsstärke

Auswärts super, daheim sehr ausbaufähig: So könnte man die Vorrunde von RB Leipzig zusammenfassen. In der Fremde waren die Sachsen eine Macht. Bei Benfica Lissabon und Zenit Sankt Petersburg fuhren sie zwei Siege ein, schon vor dem abschließenden Remis in Lyon hatte das Team das Achtelfinale erreicht.

Daheim präsentierte sich Leipzig dagegen ungewöhnlich wackelig. Gegen Lyon setzte es eine Niederlage, gegen Benfica lag das Team bis zur 90. Minute 0:2 hinten, kam dann durch einen Foulelfmeter wieder heran und schaffte erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit den glücklichen Ausgleich. Auch gegen Zenit lag Leipzig zur Pause zurück. Über allem steht jedoch der Gesamterfolg. Zum ersten Mal überhaupt steht Leipzig im Achtelfinale der Königsklasse. Julian Nagelsmann ist der jüngste Trainer der jemals die K.o.-Runde der Champions League erreicht hat.

Fazit: Leipzig ist in einer machbaren Gruppe als Tabellen-Erster seiner leichten Favoritenrolle gerecht geworden. In den K.o.-Spielen sollte das Team gegen dann hochkarätige Gegner vor allem daheim besser auftreten. Die Sachsen könnten auf Real oder Atlético Madrid, Atalanta Bergamo, den SSC Neapel, den FC Chelsea oder Tottenham Hotspur treffen.

Leverkusener Fehlstart

Von den vier deutschen Startern ist nur Bayer Leverkusen als Gruppendritter gescheitert. Klar: Juventus Turin und Atlético Madrid waren als Gegner undankbar. Dumm nur, dass sich die "Werkself" schon im ersten Spiel daheim gegen Lokomotive Moskau alle Chancen verbaute. Die 1:2-Niederlage war unnötig und erwies sich als zu schwere Hypothek im weiteren Saisonverlauf. Daran konnte dann auch der Heimsieg gegen Atlético nichts mehr ändern.

Fazit: Juventus und Atlético waren in einer starken Gruppe zu stark. Leverkusen kann sich damit trösten, als Gruppendritter in die die Zwischenrunde der Europa League einzuziehen. Als Champions-League-Teilnehmer ist Bayer bei der Auslosung gesetzt. Das Sechzehntelfinale  geht am 20. und 27. Februar 2020 über die Bühne.

Völler: "Haben sehr gut dagegengehalten" Sportschau 11.12.2019 00:48 Min. Verfügbar bis 11.12.2020 Das Erste

vdv | Stand: 12.12.2019, 08:30

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