Champions League - der große Traum von Kalju, Nikšic und Marijampole

F91 Düdelingen jubelt gegen den AC Mailand

Qualifikation für die Königsklasse beginnt

Champions League - der große Traum von Kalju, Nikšic und Marijampole

Von Christian Hornung

Seit Dienstag (09.07.2019) kämpfen Teams wie FC Nõmme Kalju, Suduva Marijampole oder FK Sutjeska Nikšic um den Einzug in die Gruppenphase der Fußball-Königsklasse. sportschau.de gibt einen Überblick.

Waren das Festtage. Nachdem F91 Düdelingen knapp zwei Jahrzehnte immer wieder versucht hatte, sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren, war es 2018 endlich soweit. Die Gegner in der Europa League hießen AC Mailand, Betis Sevilla und Olympiakos Piräus, und am Ende reichte es immerhin zu einem Punktgewinn (beim 0:0 zu Hause gegen Betis) und insgesamt drei frenetisch umjubelten Toren - davon zwei im Guiseppe-Meazza-Stadion in Mailand.

Valletta ist nur Außenseiter

Der luxemburgische Dauer-Meister Düdelingen hat den nationalen Titel auch 2019 wieder gewonnen, mit neun Punkten Vorsprung auf Fola Esch. Jetzt will er auch erstmals die Champions League erreichen. Erste Hürde in der Quali ist nun der FC Valletta aus Malta, und man kann es nicht anders sagen: Düdelingen ist der klare Favorit. Das Team ist inzwischen auch deutlich erfahrener als eine ganze Reihe anderer Klubs, die einen ähnlichen Weg durch die drei Qualifikationsrunden und die Playoffs gehen wollen.

FC Nõmme Kalju spielt vor maximal 500 Fans

Das wäre natürlich ein Traum zum demnächst bevorstehenden Jubiläum: 2023 feiert der Stadtteilklub der estnischen Metropole Tallinn sein 100-jähriges Vereinsjubiläum, da wäre die Teilnahme an der Königsklasse im Briefkopf nicht zu verachten.

Danko Lazovic (l.) von Videoton im Zweikampf mit Dennis Tjapkin (r.) vom FC Nõmme Kalju.

Dennis Tjapkin (r.) vom FC Nõmme Kalju im Zweikampf mit Danko Lazovic (l.) von Videoton

In den vergangenen zehn Jahren hat die Mannschaft, deren Stadion gerade mal 500 (!) Fans Platz bietet, jedes Jahr versucht, die Qualifikation zu überstehen - da ging es aber immer nur um die Europa League. Star des Teams ist der brasilianische Mittelstürmer Liliu mit einem Marktwert von einer halben Million Euro.

In der laufenden Saison hat der 29-Jährige in 19 Partien immerhin schon 15 Scorerpunkte gesammelt. Die Hürde in der ersten Runde der CL-Quali ist nicht ganz so leicht wie sie klingt: Es geht gegen den nordmazedonischen Verein KF Shkendija, der im Vorjahr erst in der dritten Champions-League-Qualifikationsrunde am FC Salzburg scheiterte.

Suduva Marijampole hat schon Celtic geärgert

Auch Suduva Marijampole hofft auf die Königsklasse. Der Sturm der Litauer ist durch die Bank international besetzt: Mit Sandro Gotal und Mihret Topcagic stehen zwei österreichische Staatsbürger, mit Josip Tadic ein Kroate und mit Toisant Ricketts ein Kanadier im Angriffsaufgebot des litauischen Meisters von 2018. Und gleich in der ersten Quali-Runde hat das Team von Wladimir Tscheburin die wunderbare Möglichkeit zur Revanche: Im Vorjahr war Roter Stern Belgrad mit einem 2:0 und einem 3:0 Endstation beim Versuch, die Königsklasse zu erreichen. Und Roter Stern Belgrad wartet auch jetzt wieder.

Celtics Moussa Dembele (l.) im Duell mit Povilas Leimonas und Algis Jankauskas vom FK Sūduva

Der FK Sūduva schafft Überzahl in Ballnähe: Celtics Moussa Dembele (l.) im Duell mit Povilas Leimonas und Algis Jankauskas

Dass die Litauer durchaus etwas zu bieten haben, bekamen im vergangenen Jahrzehnt schon recht namhafte Klubs zu spüren: Gegen Celtic Glasgow gelang im Vorjahr ein 1:1, der FC Sion wurde 2017 mal mit 3:0 aus dem 6.250 Zuschauer fassenden Suduva-Stadion gefegt, auch gegen RB Salzburg gelang zuvor schonmal ein 1:0-Erfolg. Aktuell führt Marijampole schon wieder die litauische A Lyga an. Wertvollster Spieler im Team ist Linksverteidiger Vytautas Andriuskevicius mit 600.000 Euro Marktwert, Top-Torjäger ist Ricketts mit aktuell sieben Saisontreffern und einem Assist.

FK Sutjeska Nikšic brachte Vucinic hervor

Mirko Vucinic ist der berühmteste Sohn dieses Vereins: Der AS Rom zahlte für den Montenegriner mal 19,5 Millionen Euro Ablöse, als das noch richtig viel Geld auf dem Transfermarkt war - zwölf Jahre ist das her. Auch als Vucinic dann 2011 von Rom zu Juventus ging, flossen noch einmal 15 Millionen. Das Fußballspielen hat die hängende Spitze beim FK Sutjeska Niksic gelernt, einem für exzellente Jugendarbeit bekannten Verein aus der mit 81.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landes.

Weltstar aus Nikšić : Mirko Vučinić  im Trikot von Juventus Turin

Weltstar aus der Jugend von Nikšić : Mirko Vučinić im Trikot von Juventus Turin

In den vergangenen zehn Jahren hat es die Mannschaft von Coach Nikola Rakojevic regelmäßig in die internationalen Qualifikationsrunden geschafft, die Hauptrunde aber weder in der Europa League noch in der Königsklasse erreicht. Vielleicht liegt das auch an der mangelnden Öffnung nach außen: 20 der 21 Spieler von Niksic kommen aus Montenegro, der einzige Legionär ist Abwehrchef Bojan Ciger aus Serbien. Die erste Hürde am Dienstag wird auch gleich richtig hart: Es wartet der slowakische Topklub Slovan Bratislava, der mit einem Kader-Gesamtmarktwert von 12 Millionen Euro mehr als das Vierfache von Sutjeska Niksic aufbietet.

Stand: 09.07.2019, 07:00

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