Champions League - spannend ist anders

Cristiano Ronaldo von Juventus Turin

Vorrunde

Champions League - spannend ist anders

Die Vorrunde der Champions League 2018/19 ist Geschichte. Und es bleibt die Erkenntnis, dass es alles in allem eher langweilig war.

Nur in drei der acht Gruppen war es vor dem letzten Spieltag noch spannend - in der Gruppe B zwischen Tottenham Hotspur und Inter Mailand, in der Gruppe C zwischen Paris Saint-Germain, dem FC Liverpool und dem SSC Neapel sowie in der Gruppe F zwischen Olympique Lyon und Schachtjor Donezk. In den anderen fünf Gruppen war alles längst schon entschieden.

Am Ende setzten sich die Favoriten und damit die "üblichen Verdächtigen" durch. Einen Überraschungs-Achtelfinalisten gibt es nicht. Deshalb stellen auch die Topligen die meisten Teams in der Runde der letzten 16:  England ist mit vier Klubs dabei, die Bundesliga und Spanien mit drei, Italien und Frankreich mit zwei, hinzu kommen je eine Mannschaft aus Portugal und den Niederlanden. Sogar für die formschwachen Schalker reichte es. Die Gruppe D war so schlecht besetzt, dass sich der in der Bundesliga kriselnde Vizemeister problemlos durchsetzte.

Wenige Höhepunkte

Die Höhepunkte sind schnell erzählt, spektakulär war es selten. Schön anzusehen war der 4:2-Sieg des FC Barcelona bei Tottenham, spannend waren die Duelle zwischen Paris, Liverpool und dem SSC Neapel. Und der FC Bayern setzte am letzten Spieltag beim 3:3 in Amsterdam einen fulminanten Schlusspunkt.  

Ansonsten hatten beim Vorrunden-Finale einige keine Lust mehr. Barcelona ließ gegen Tottenham Luis Suarez und Lionel Messi erstmal auf der Bank und kam am Ende nur zu einem 1:1. Real Madrid erlebte beim 0:3 gegen ZSKA Moskau die höchste Niederlage seiner Europapokalgeschichte. Und Juventus Turin verlor bei den Young Boys aus Bern. Auch Schalke und Dortmund spielten mit dem "zweiten Anzug", was gegen überforderte Gegner aber auch reichte. Da Inter Mailand in der Barcelona-Gruppe gegen Eindhoven selbst den Sieg verpasste und in den beiden anderen Gruppen längst alles klar war, kam es wenigstens zu keinen Wettbewerbs-Verzerrungen.

Selbst Ronaldo mit schwacher Ausbeute

Bester Torschütze der Vorrunde war Münchens Robert Lewandowski mit acht Treffern. Dahinter folgt Barcelonas Lionel Messi mit sechs Toren. Der im Trikot von Real Madrid stets torhungrige Cristiano Ronaldo traf für Juventus Turin nur einmal ins Netz. Dafür sah er gleich am 1. Spieltag gegen den FC Valencia wegen einer Tätlichkeit eine Rote Karte.

Am treffsichersten war Paris mit 17 Toren, vor Manchester City (16) und den Bayern (15). Schießbude der Vorrunde war Roter Stern Belgrad mit 17 Gegentoren. Interessant ist, dass sich kein Team in seiner Gruppe schadlos hielt. Porto fuhr mit fünf Siegen und einem Remis die meisten Punkte ein.

In den 96 Spielen sahen die Fans 275 Tore, das sind 2,86 pro Spiel. Diese Zahl ist nur auf den ersten Blick attraktiv, denn die "Großen" hatten mit den "Kleinen" oftmals kein Mitleid, es gab einige Kantersiege: Unter anderem das 5:0 der Roma gegen Pilsen oder das 6:0 von Manchester City gegen Donezk.

Neulinge scheitern krachend

Dass die Schere zwischen den etablierten Klubs und dem Rest immer größer wird, zeigt das Abschneiden der Neulinge. Die Young Boys Bern, 1899 Hoffenheim und Roter Stern Belgrad scheiterten allesamt. Am Ende reichte es nichtmal mehr für die Europa League.

red/sid/dpa | Stand: 13.12.2018, 11:15

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