Die Gründe für die Bayern-Pleite

Marco Asensio (Mi.) trifft zum 2:1 für Madrid

Niederlage gegen Real Madrid

Die Gründe für die Bayern-Pleite

Die Bayern haben im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid eine 1:2-Niederlage einstecken müssen. Die Gründe.

Matchplan früh gescheitert

Das Konzept von Bayern-Trainer Jupp Heynckes war schnell über den Haufen geworfen. Arjen Robben musste bereits in der achten Minute ausgewechselt werden. Zu allem Überfluss verletzte sich dann auch noch Innenverteidiger Jérôme Boateng. Er musste in der 34. Minute vom Platz.

Die Ersatzleute Thiago und Niklas Süle machten ihre Sache gut, doch Heynckes hatte keine Gelegenheit mehr, taktisch zu wechseln. Zumal dann auch noch in der 75. Minute Javier Martinez wegen einer Verletzung vom Platz musste. "Das sind Rückschläge, die man erst einmal verdauen muss", sagte Heynckes.

Chancen nicht genutzt

Die Bayern legten einen couragierten Auftritt hin und hatten jede Menge Möglichkeiten, doch sie machten die Tore nicht. Vor allem Franck Ribéry und Robert Lewandowski ließen beste Chancen liegen. "Wir hatten eine Fülle von überragenden Torchancen, die wir leider nicht genutzt haben. Ich habe selten eine Madrider Mannschaft gesehen, die so viel zugelassen hat", sagte Heynckes.

Individuelle Fehler

Real Madrid erzielte seine beiden Treffer praktisch aus dem Nichts und dank gütiger Hilfe der Bayern. Beim Ausgleich von Marcelo setzte zunächst Rafinha Flankengeber Dani Carvajal nicht genug unter Druck, in der Mitte schlug dann Martinez über den Ball. Marcelo nutzte das und haute den Ball trocken ins Netz - und das alles auch noch zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kurz vor der Pause.

Vor dem 1:2 leistete sich dann Rafinha einen Patzer und lud Real zu einem Konter ein, den Marco Asensio dann ausnutzte.  "Wir haben Madrid zwei Tore geschenkt", fasste Heynckes das alles treffend zusammen.

Selbstkritische Bayern nach Hinspiel-Pleite

Sportschau | 26.04.2018 | 02:03 Min.

Real blieb eiskalt

Im Gegensatz zu den Bayern nutzten die Madrilenen ihre wenigen Chancen eiskalt aus. Dazu mussten sie nur auf Fehler der Bayern warten. Da fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass Superstar Cristiano Ronaldo fast gar nicht zu sehen war.

"Es war im Endeffekt eine durchschnittliche Leistung von uns", gab Reals Toni Kroos zu: "Bayern hatte insgesamt mehr Chancen, von daher ist das Ergebnis schon glücklich. Wir waren in den entscheidenden Momenten effizienter."

Eine andere Liga

In der Bundesliga dominieren die Bayern nach Belieben. Da wird sogar der vermeintliche Herausforderer Borussia Dortmund mit 6:0 nach Hause geschickt. Dass die fehlende Konkurrenz in Deutschland in der Champions League zum Problem wird, hat sich gegen Real gezeigt. Denn es fehlen die echten Herausforderungen.

Die gab es auch in der "Königsklasse" in dieser Saison nicht. Der einzige Gegner auf Topniveau war Paris Saint-Germain, und dort verloren die Bayern beim 0:3 krachend. Beim Revanche-Sieg in München (3:1) ging es für Paris schon um nichts mehr. In der K.o.-Phase hatten die Bayern gegen Besiktas Istanbul und den FC Sevilla dann Losglück.

Klasse noch beweisen

Heynckes: Haben unverdient verloren

Bayern-Trainer Jupp Heynckes will optimistisch bleiben.

Dass die Bayern in einem Rückspiel zurückkommen können, haben sie schon oft bewiesen. In Madrid müssen sie aber wesentlich konsequenter und effizienter sein und dürfen sich keine groben Fehler mehr erlauben. Zudem muss das Team wohl auf den verletzten Boateng verzichten. "Wir haben in Madrid nichts zu verlieren. Wir können dort befreit aufspielen", sagt Heynckes.

Dass sich Real ähnlich wie im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin (1:3) nach einem Auswärtsstieg erneut überraschen lässt, ist nicht zu erwarten. "Wir werden auch im Rückspiel leiden müssen, die Bayern können das auch im Bernabeu noch wettmachen", sagte Trainer Zinédine Zidane.

red/sid/dpa | Stand: 26.04.2018, 09:30

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