FSV-Sportchef Wachsmuth nach Absage sauer: "Das ist nicht professionell"

Platzbegehung vor Saarbrücken - FSV Zwickau im Ludwigsparkstadion

Fußball | 3. Liga

FSV-Sportchef Wachsmuth nach Absage sauer: "Das ist nicht professionell"

Zwickaus Sportdirektor Toni Wachsmuth hat nach dem erneuten Ausfall des Drittliga-Spiels in Saarbrücken die Kurzfristigkeit der Absage kritisiert. Sein Team war bereits in der Teambesprechung. Er hofft nun auf den DFB.

Sportdirektor Toni Wachsmuth von Fußball-Drittligist FSV Zwickau hat nach dem kurzfristigen Ausfalls des Nachholspiels beim 1. FC Saarbrücken die Vorgänge rund um die Absage kritisiert.

Wachsmuth: "Ich denke, unser Unmut ist zu verstehen"

"Das ist nicht professionell. Es gibt ja die Platzkommission, weil genau das, was gestern passiert ist, vermieden werden sollte. Die Platzkommission soll ja auch rechtzeitig sein, sodass die Mannschaft nicht erst los fahren muss – immer auch mit dem Hintergrund, dass der Terminkalender eh schon sehr, sehr eng ist. Umso bitterer, wie es dann gestern gelaufen ist. Dementsprechend ist unser Unmut, denke ich, zu verstehen," sagte Wachsmuth auf der Pressekonferenz des FSV am Donnerstag. Mit einer funktionierenden Rasenheizung hätte das Wasser nicht so auf dem Rasen gestanden wie gestern. Saarbrücken ist Mieter im Ludwigsparkstadion, das der Stadt gehört. Diese streitet mit dem Hersteller der Rasenheizung, weshalb sie derzeit nicht genutzt werden kann.

Zwickau-Sportchef Wachsmuth zur Absage: "Genau das sollte vermieden werden" 01:40 Min. Verfügbar bis 19.02.2022

Auch die Verantwortlichen von Saarbrücken seien von der Absage "nicht begeistert" gewesen. FCS-Trainer Lukas Kwasniok (früher Jena) habe ihn angerufen und Verständnis für den Ärger geäußert. Beide Mannschaften waren gerade in den Besprechungen zum Spiel.

Wachsmuth hofft zudem, dass sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit der Absage beschäftigen wird: "Ich glaube, dass der DFB mal nachfragen wird, woran es gelegen hat. Da bin ich mir ziemlich sicher."

DFB hat Saarbrücken unter der Lupe

Logo des DFB

Das kann er auch. Bereits bei der ersten Absage von Saarbrücken gegen Zwickau, damals wegen Schnee und Regen, hatte der DFB in einer Pressemitteilung am 14. Januar geschrieben: "Die dortige Rasenheizung ist aktuell nicht funktionsfähig. Der DFB wird nach der vorgenommenen Spielabsage die zugrunde liegenden Umstände sowie das weitere Vorgehen in Bezug auf die nächsten Heimspiele des 1. FC Saarbrücken eingehend prüfen."

Absage 75 Minuten vor Anpfiff

Die neu geplante Partie von Zwickau in Saarbrücken musste am Mittwochabend (17.02.2021) etwa 75 Minuten vor dem Anpfiff abgesagt werden. Zu dieser Entscheidung waren die zuständige Platzkommission und das Schiedsrichtergespann in Abstimmung mit beiden Teams gekommen, da der Rasen im Ludwigsparkstadion unter Wasser stand.

Am Dienstag hatte die Platzkommission den Rasen noch für bespielbar erklärt. "Uns wurde mitgeteilt, dass das Spiel in keiner Weise gefährdet ist. Jetzt kommen wir hierher und der Platz sieht dann so aus. Das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar", hatte Wachsmuth bereits unmittelbar nach der Absage sein Unverständnis über die Vorgänge geäußert.

Laut einer Mitteilung des 1. FC Saarbrücken hatte sich über Nacht Schmelzwasser aus tieferliegenden und tiefgefrorenen Erdschichten nach oben gedrückt und den Platz unter Wasser gesetzt. "Dieses unvorhersehbare und kurzfristig nicht zu vermeidende Ereignis hat nun zur überraschenden Spielabsage geführt", hieß es auf der Homepage der Saarländer. Ein möglicher Umzug in das Ausweichstadion an den Bornheiner Hang nach Frankfurt kam nicht zustande, weil nichts auf eine Absage hingedeutet hatte und die Organisation auf den Ludwigspark ausgelegt war.

FSV-Sportdirektor Wachsmuth: "Nicht nachzuvollziehen"

Zwickaus Sportdirektor Toni Wachsmuth war unmittelbar nach der Absage bereits ziemlich sauer: "Für uns ist das extrem bitter. Wir sind für umsonst hierhergekommen", sagte der 34-Jährige im Youtube-Kanal des Vereins. Wachsmuth ärgert sich dabei unter anderem über rund 1.000 Reisekilometer, die umsonst waren, drei Reisetage und Übernachtungskosten, auf denen man sitzen bleibe. "Die Laune ist bei uns jetzt nicht so gut", sagte der einstige Defensivkicker. Zwickau postete auf Twitter ein Foto, auf dem zu sehen ist, dass ein Großteil des Rasens mit Wasser bedeckt ist.

Frick verpasst Dynamo-Duell

Philipp Hosiner gegen Davy Frick

Ungünstig ist der Ausfall unter anderem für Zwickaus Abwehrchef und Routinier Davy Frick, der seine Gelbsperre nun ausgerechnet am Samstag gegen Dynamo Dresden absitzen muss (14:00 Uhr live im MDR Fernsehen). Mit acht Absagen ist Zwickau wie keine andere Drittliga-Mannschaft betroffen. Schon die Begegnung am vergangenen Samstag in Lotte gegen Uerdingen war nicht zustande gekommen. Trainer Joe Enochs forderte sein Team, das von der Absage enttäuscht war, auf, den Blick nun zum Derby gegen Dynamo zu richten.

ten/dh/cke/dpa

MDR | Stand: 19.02.2021, 08:05

Darstellung: