3. Liga - Wiederbeginn nach geschäftigem Winter

Neuverpflichtung beim VfL Osnabrück: Benjamin Girth

Start der restlichen Rückrunde

3. Liga - Wiederbeginn nach geschäftigem Winter

Am Wochenende startet die 3. Fußball-Liga in die restliche Rückrunde. sportschau.de erklärt, was sich im Winter getan hat und schaut auf Aufstiegs- und Abstiegskampf.

Mit dem VfL Osnabrück, dem Karlsruher SC, dem KFC Uerdingen, dem Halleschen FC und der Spielvereinigung Unterhaching haben fünf Teams sehr gute Chancen auf den Aufstieg. Spitzenreiter Osnabrück hat schon fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, hält sich mit Kampfansagen aber zurück. "Wir wissen, was uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind - und jetzt hängt alles davon ab, nicht nachzulassen, in keinem Detail, von keinem einzigen. Das ist das Schwerste", sagte Sportdirektor Benjamin Schmedes. Auch der ärgste Verfolger Karlsruhe redet noch lange nicht vom Aufstieg. "Man hat gesehen, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Man muss in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen", weiß KSC-Trainer Alois Schwartz.

Der ambitionierte KFC Uerdingen dagegen träumt schon etwas lauter vom Durchmarsch in die zweite Liga. "Wir wollen Weihnachten auf einer Position stehen, von der aus nach oben alles möglich ist. Wie es jetzt aussieht, wird das so sein. Und wenn das so ist, dann wollen wir aufsteigen! Und dann werden wir alles dafür tun", sagte Trainer Stefan Krämer schon Anfang Dezember. Als Dritter ist der Neuling in Schlagdistanz auf die direkten Aufstiegsplätze.

Mehr als die halbe Liga im Abstiegskampf

Was den Abstiegskampf angeht, ist mehr als die halbe Liga betroffen. Der Tabellen-Zehnte Zwickau hat gerade mal vier Punkte Vorsprung auf die SG Sonnenhof Großaspach, die auf Rang 17 und damit auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Während die SG und Jena (Platz 18) noch alle Chancen haben, hat Aalen als Vorletzter schon fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Npch düsterer sieht es für Eintracht Braunschweig aus: Der Zweitliga-Absteiger hat nur 14 Zähler gesammelt und hinkt schon satte acht Punkte hinterher. Für die Rettung hat Trainer André Schubert eine klare Rechnung im Kopf. "Man wird 43 bis 45 Punkte brauchen, um die Liga zu halten", sagt er und gibt deshalb die Parole aus: "Vollgas geben".

Dazu hat Schubert sein Team im Winter ordentlich durcheinandergewirbelt, mit einem radikalen Kaderumbruch will der 47-Jährige doch noch das Unmögliche möglich machen und den zweiten Abstieg innerhalb eines Jahres verhindern. Und damit das gelingt, hat er acht neue Spieler geholt - sieben Profis haben den Klub verlassen.

Viele Zu- und Abgänge

Auch sonst tat sich jede Menge auf dem Winter-Transfermarkt. Spitzenreiter Osnabrück lieh Benjamin Girth vom Zweitligisten Holstein Kiel aus, der in der Vorsaison 19 Drittliga-Treffer für den SV Meppen erzielte. Verfolger Karlsruher holte Sercan Sararer. Der war zuletzt vereinslos, spielte aber schon für Stuttgart und Fürth in der Bundesliga. Uerdingen untermauerte seine Ambitionen mit gleich vier Zugängen - unter anderem Roberto Rodriguez (FC Zürich), Osayamen Osawe (FC Ingolstadt) und Dominic Maroh (zuletzt 1. FC Köln). Insgesamt vermeldeten die 20 Drittligisten wenige Tage vor dem ersten Spieltag im neuen Jahr bereits 58 Transfers (34 Zu- und 54 Abgänge) - rund doppelt so viele wie im Vorjahr.

Chaos in Kaiserslautern

Nicht nur Braunschweig, sondern auch ein anderer Traditionsklub hat arge Sorgen. Der 1. FC Kaiserslautern will sofort wieder zurück in die zweite Bundesliga, doch der angepeilte Aufstieg ist mit satten 14 Punkten Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz in ganz weiter Ferne. Wenn es aber nur das wäre: Rund zwölf Millionen Euro fehlen in der Kasse der Lauterer derzeit, damit ist die Lizenz für die nächste Spielzeit in Gefahr.

Hinzu kommen interne Querelen, öffentlich ausgetragene Machtkämpfe, Spekulationen um den Einstieg eines russischen Investors namens Michail Ponomarew, der pikanterweise auch Präsident und Investor bei Lauterns Ligarivale KFC Uerdingen ist. Hauptsponsor Harald Layenberger, gebürtiger Lauterer und eingefleischter Fan, vergriff sich zuletzt dann auch noch in sozialen Netzwerken ordentlich im Ton.

ARD wie gewohnt am Start

Eröffnet wird der 21. Spieltag am Freitag (25.02.2019) mit der Partie zwischen den Sportfreunden Lotte und dem TSV 1860 München. Die Spiele werden wie gewohnt freitags, samstags, sonntags und montags ausgetragen. Am 12. und 13. März steht eine englische Woche auf dem Programm. Das Saison-Finale steigt am 18. Mai.

Die ARD berichtet weiterhin umfassend von der dritten Liga. Im Ersten und in den Dritten Programmen der Landesrundfunkanstalten gibt es ausgewählte Spiele live zu sehen - alle samstags und auch per Livestream im Internet. Die ARD-Sportschau zeigt zudem wie bisher auch samstags von 18 Uhr bis 18.30 Uhr Zusammenfassungen ausgewählter Partien. Auch in den Sportsendungen der Dritten Programme wird es wie gewohnt Zusammenfassungen geben.

Rostock mit neuem Trainer

Hansa Rostock geht die Rückrunde mit einem neuen Trainer an. Nach dem Personal-Chaos um die Jahreswende mit der Entlassung von Trainer Pawel Dotschew und Manager Markus Thiele hofft der ehemalige Bundesligist auf einen erfolgreichen Neustart. Der neue Trainer Jens Härtel und der neue Sportvorstand Martin Pieckenhagen wollen den Klub jetzt wieder auf Vordermann bringen. Härtel hatte zuletzt beim 1. FC Magdeburg gearbeitet und den einzigen DDR-Europapokalsieger im Sommer in die 2. Bundesliga geführt. Doch als die gewünschten Ergebnisse in der neuen Klasse ausblieben, war die Zeit für Härtel in Magdeburg Mitte November abgelaufen. Bei Hansa musste Vorgänger Dotschew auch deshalb gehen, weil der Klub vor Weihnachten als Tabellenachter das Ziel Aufstieg aus den Augen verloren hatte.

Pannewitz muss wegen Übergewichts gehen

Skurriles ereignete sich im Winter in Jena. Der FC Carl Zeiss kündigte seinem Spieler Kevin Pannewitz wegen Übergewichts. Der 1,85 Meter große Pannewitz kam nach eigenen Angaben mit 98,3 Kilogramm  aus dem Weihnachtsurlaub zurück, wollte aber bis zum Rückrunden-Start noch abspecken. Am 9. Januar wurde er jedoch entlassen. "Ich kann nicht wegen Übergewichts entlassen werden", meinte Pannewitz und will sich gegen seine Ausbootung zu Wehr setzen.

Zwickau schließ Etatlücke

Freude dagegen beim FSV Zwickau. Der Klub hat seine Etatlücke geschlossen und sich vor einer drohenden Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund bewahrt. Die Sachsen waren vom DFB aufgefordert worden, im Nachlizenzierungsverfahren 670.000 Euro an zusätzlicher Zahlungsfähigkeit vorzuweisen. Bei Nichterfüllung der Auflagen hätte dem Verein eine Geldstrafe und darüber hinaus der Abzug von Punkten gedroht.

vdv/sid/dpa | Stand: 24.01.2019, 13:55

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