Zwischen großen Namen und wirtschaftlichen Problemen

Start der 3. Liga - alles möglich, vieles live

Die Ausgeglichenheit ist in den vergangenen Jahren ein Markenzeichen der 3. Liga gewesen. Das dürfte auch in der kommenden Saison so sein. Etliche Traditionsvereine wollen nach oben, dürfen sich aber finanziell nicht überheben. Die Sportschau wird wieder ausführlich über die 3. Liga berichten, auch live.

"Gefühlt ist die Hälfte der Vereine immer im Aufstiegskampf, die andere Hälfte im Abstiegskampf." Dieser Satz über die 3. Liga stammt von Thomas Hengen, dem Sportgeschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern.

Um bei den Gefühlen zu bleiben, ist der Austausch zwischen den beiden Hälften gefühlt auch rege. Eine Mannschaft, die eben noch um den Aufstieg spielte, ist der Regionalliga nach zwei Niederlagen nahe. In der vergangenen Saison trieb es die 3. Liga auf die Spitze, denn die zweite Mannschaft des FC Bayern stieg als Meister ab.

So etwas ist für die neue Saison ausgeschlossen, denn der Meister Dynamo Dresden durfte in die 2. Liga hoch, der FC Hansa Rostock folgte ihm, 1860 München blieb hingegen in der 3. Liga stecken und ziert die Klasse weiter mit dem großen Namen. Der bekannteste Spieler beim TSV ist Sascha Mölders, der einen ähnlichen Status unter Fußballromatikern besitzt wie Marc Schnatterer, der vom 1. FC Heidenheim auf den Waldhof nach Mannheim wechselte und nun die 3. Liga bereichern wird.

Duell zweier Meister zum Start

Die "Löwen", der 1. FC Magdeburg als ehemaliger Europapokalsieger, die Lauterer, der SV Waldhof, Eintracht Braunschweig und die "Zebras" vom MSV Duisburg, der VfL Osnabrück - das klingt verheißungsvoll, und gleich am ersten Spieltag steht mit der Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig ein Duell zweier deutscher Meister an.

Aber die Namen haben zunächst mal nur den Glanz vergangener Tage. Die 3. Liga ist eben auch die Schwelle zum Amateurfußball, selbst wenn der angesichts der Etats einiger Regionalligisten diesen Namen nicht verdient hat.

"In ihrer derzeitigen Form produzieren wir in der 3. Liga quasi sehenden Auges Sozialfälle", sagte Andreas Rettig in einem Interview mit dem WDR. Der Geschäftsführer von Viktoria Köln nannte als Grund: "Das liegt daran, dass nirgendwo anders im Fußball die Verlockung derart groß ist, ein wirtschaftliches Risiko für etwaigen Erfolg einzugehen." Viele Klubs wollen hoch, weil allein das Fernsehgeld für Zweitligisten um ein Vielfaches höher sei als das eines Drittligisten.

Die Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben, ist hoch, zumal die Auswirkungen der Coronapandemie noch weiter zu spüren sein werden. Der Deutsche Fußball-Bund, unter dessen Leitung die 3. Liga steht, hat allerdings seine Coronasonderregelung bezüglich einer möglichen Insolvenz ausgesetzt. Vereine, die im Lauf der kommenden Saison eine Insolvenz anmelden müssen, bekommen neun Punkte abgezogen.

Beim Verband sollen sie aber zuversichtlich sein, dass sämtliche 20 Klubs die Spielzeit durchhalten werden. Mit Spannung erwartet werden die für den Herbst angekündigten Ergebnisse einer Taskforce zur 3. Liga, die sich um die wirtschaftliche Stabilität sorgt, aber sich auch Themen wie dem Umgang mit zweiten Mannschaften annehmen will.

Zwei von denen stiegen auf. Die Nachwuchsteams des SC Freiburg und von Borussia Dortmund sind neu in der Liga, genau wie Viktoria 89 Berlin und der TSV Havelse.

Probleme mit Stadien

Die Berliner teilen sich ein Problem mit dem SC Verl, denn ihr eigenes Stadion erfüllt nicht die Bedingungen, die der DFB stellt. Verl, überraschend stark als Aufsteiger in der vergangenen Saison, trägt seine Heimspiele künftig in der Arena der Sportfreunde Lotte aus. Die beiden Stadien liegen etwa 70 Kilometer voneinander entfernt.

Immerhin dürfen wieder Zuschauer ins Stadion, dem FSV Zwickau wurde sogar von den lokalen Behörden für die Partie gegen den BVB II am Samstag (24.07.2021) eine Auslastung von 100 Prozent genehmigt. Voraussetzung: Die Inzidenz in Zwickau bleibt unter 10.

Fans, die nicht ins Stadion wollen oder können, werden auch in der Saison 2021/22 wieder von der Sportschau mit einem üppigen Programm bedient. So wird es samstags in der Sportschau weiter Zusammenfassungen geben, die auch on demand zu sehen sein werden.

Viele Liveübertragungen als Streams auf sportschau.de

Darüber hinaus wird es wieder viele Liveübetragungen in Dritten Programmen geben. Am Samstag etwa überträgt das Bayerische Fernsehen die Partie zwischen 1860 München und den Würzburger Kickers, zeitgleich wird das Duell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig im SWR zu sehen sein, selbstverständlich auch via Livestream auf sportschau.de.