Jahresbericht: Zwei Drittel der Drittligaklubs schreiben rote Zahlen

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3. Liga

Jahresbericht: Zwei Drittel der Drittligaklubs schreiben rote Zahlen

Höhere Umsätze, aber auch deutlich höhere Ausgaben: 13 von 20 Drittligaklubs haben in der vergangenen Saison rote Zahlen geschrieben. Das geht aus dem Saisonreport hervor, den der DFB für die Saison 2018/19 am Mittwoch (16.10.2019) veröffentlicht hat.

"Die 3. Liga stellt eine ständige Herausforderung dar. Vor allem finanziell" schreibt Peter Frymuth, der für die 3. Liga zuständige DFB-Vizepräsident, im Vorwort des Saisonberichts. Tatsächlich ist der 76-seitige Abschlussbericht für den Großteil der Drittligaklubs ernüchternd. 13 von 20 Klubs, also etwa zwei Drittel aller Drittligisten, haben in der vergangenen Saison rote Zahlen geschrieben.

Heißt: Nur sieben Vereine haben Überschüsse erzielt. Das war auch in den Vorjahren so. Neu ist, dass die Umsätze stark anstiegen, nämlich um mehr als 30 Millionen Euro. Insgesamt erzielten alle 20 Vereine zusammen einen Umsatz von 185,6 Millionen Euro - absoluter Rekord. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die Ausgaben enorm. Insgesamt 216 Millionen Euro gaben die Vereine aus - macht bei 20 Vereinen einen durchschnittlichen Verlust von ca. 1,5 Millionen Euro pro Klub.

80.000 Euro im Schnitt für einen Drittligakicker

Vor allem die Gehälter sind stark gestiegen. Fast vier Millionen Euro gibt jeder Drittligaklub dafür inzwischen aus. Wer in der dritten Liga kickt, verdient im Schnitt um die 80.000 Euro im Jahr. Auch die Ausgaben für den Jugendfußball und die Verwaltung stiegen stark an. Das spricht einerseits für eine Professionalisierung im Drittligafußball, zeigt aber auch, dass die Ausgaben immer höher werden, während die Erträge vergleichsweise mühsam steigen.

Auf einen Rekord ist der DFB ganz besonders stolz: Erstmals strömten mehr als drei Millionen Besucher in einer Saison in die Drittligastadien. Das liegt hauptsächlich an den Vorjahresabsteigern aus der zweiten Liga, dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig. Beide zogen - wie auch 1860 München - im Schnitt mehr als 15.000 Zuschauer bei ihren Heimspielen an.

Diese drei Klubs spielen auch in diesem Jahr noch in der dritten Liga, hinzu kamen weitere prominente Teams wie Ingolstadt, Magdeburg oder Duisburg. Gut möglich, dass die 3. Liga im nächsten Jahr neue Rekorde aufstellt.

Die 3. Liga geht ein (zu) hohes Risiko (sport inside vom 26.9.18) sport inside 16.10.2019 09:16 Min. Verfügbar bis 16.10.2020 WDR

Stand: 16.10.2019, 13:53

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