3. Liga protestiert - "Stillstehen gegen den Stillstand"

Osnabrücks Marcos Alvarez

Streit um Aufstiegs-Relegation

3. Liga protestiert - "Stillstehen gegen den Stillstand"

In der festgefahrenen Debatte um die Aufstiegsrelegation zur 3. Fußball-Liga haben die 20 Vereine der dritthöchsten Klasse für den bevorstehenden 17. Spieltag zu einer gemeinsamen Prostest-Aktion aufgerufen.

Unter dem Motto "Stillstehen gegen den Stillstand" werden alle Teams in den zehn Partien von Freitag bis Sonntag nach dem Anpfiff für eine Minute die Füße stillhalten. "Ohne uns rollt kein Ball und ohne uns kann die Zukunft der 3. Liga nicht gestaltet werden. Wir sagen hiermit: Stopp! So geht es nicht weiter", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Drittligaklubs.

Rückkehr zu drei Absteigern

Die Vereine fordern nach den gescheiterten Reformplänen des Deutschen Fußball-Bundes eine schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern und einen Erhalt der Eingleisigkeit der 3. Liga.

Derzeit läuft eine zweijährige Übergangsphase, in der vier Klubs aus den fünf Regionalligen aufsteigen. Das bedeutet auch, dass seit dieser Saison vier Vereine aus der 3. Liga absteigen. Das hatten die Vereine kritisiert.

Kritik von DFB-Vize Koch

In der Debatte um die Regionalligareform hat der bayerische Verbandspräsident Rainer Koch das Vorgehen der Drittligisten kritisiert. Nach Ansicht des BFV sind die Fußballklubs, die künftig nur noch drei Absteiger aus ihrer Liga fordern, einen Reformvorschlag schuldig geblieben.

"Wir Bayern sind mit allen 15 Modellvorschlägen zur Bildung einer viergleisigen Regionalliga, die in der Arbeitsgruppe vorgestellt worden sind, einverstanden", sagte Koch am Donnerstag (29.11. 2018). "Das ist hinlänglich bekannt, wird aber offenkundig ganz bewusst von einigen ignoriert und stattdessen lieber Stimmung gemacht", kritisierte Koch, der auch DFB-Vizepräsident ist.

"Halbwissen" und "haltlose Attacken"

In der Diskussion um die Reform werde "an vielen Stellen mit Halbwissen gearbeitet", sagte der 59-Jährige. Dass sich die Drittligisten in einer gemeinsamen Erklärung dafür aussprechen, wieder zu drei anstatt aktuell vier Absteigern zurückzukehren, weil angeblich keine Bewegung ins Thema Regionalliga-Reform gekommen sei, ist für Koch nicht nachvollziehbar.

Die Drittligisten seien in Prozesse eingebunden, sagte Koch. "Sie hätten lieber ihre Meinung in der AG vertreten sollen, anstatt jetzt von Stillstand zu sprechen und haltlose Attacken zu reiten. Im Übrigen saßen vom ersten Tag an Drittliga-Vertreter mit am Tisch. Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben, sich mit eigenen Ideen einzubringen. Offenkundig herrscht dort aber keine Einigkeit und es gibt auch keine klare Position."

Stand: 30.11.2018, 17:47

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