Fortsetzung der 3. Liga ab dem 30. Mai perfekt

Vereine der 3. Liga auf der Deutschlandkarte

Nicht alle Klubs einverstanden

Fortsetzung der 3. Liga ab dem 30. Mai perfekt

Re-Start mit Hindernissen: In der 3. Liga wird ab dem 30. Mai wieder Fußball gespielt, das hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt gegeben. Nicht alle Klubs sind damit einverstanden. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs birgt Konfliktpotenzial.

Die 3. Liga wird ihre Saison fortsetzen, das teilte der DFB am Donnerstag (21.05.2020) mit. Der Spielbetrieb beginnt demnach am 30. Mai und soll am 4. Juli mit dem 38. Spieltag abgeschlossen werden. Das wurde per Präsidiumsbeschluss fixiert. Die Vereine informierte der DFB am späten Mittwochabend per E-Mail.

Zuletzt hatten sich einige Klubs noch deutlich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. Es war zu einem Richtungsstreit gekommen. Insgesamt elf Spieltage stehen noch aus, für die 20 Teams wird es damit durchgehend Englische Wochen geben. "Es ist wichtig und nötig, dass nun Klarheit über den weiteren Fahrplan in der 3. Liga herrscht", teilte DFB-Präsident Fritz Keller mit.

Der Saisonfortsetzung mit Geisterspielen zugrunde liegt nach Mitteilung des DFB das Hygienekonzept, das er selbst und die Deutsche Fußball Liga (DFL) gemeinsam für alle Profiwettbewerbe im deutschen Fußball erarbeitet haben und das in der Bundesliga sowie der 2. Bundesliga bereits entsprechend zur Anwendung kommt. Nach Abschluss der Saison der 3. Liga soll die Relegation zur 2. Bundesliga bis zum 11. Juli abgeschlossen sein.

3. Liga über Neustart gespalten

Sportschau 21.05.2020 01:09 Min. Verfügbar bis 21.05.2021 ARD Von Martina Knief

"Situation, in der es keine einfache Lösung gibt"

Keller betonte zugleich, dass die 3. Liga eine "bundesweite Profispielklasse" sei, "negative politische Verfügungslagen an vereinzelten Standorten dürfen hier nicht den deutschlandweit mehrheitlich möglichen Spielbetrieb komplett unterbinden." Womöglich bezog sich Keller dabei auf die Fraktion der Klubs, die gegen eine Fortsetzung der Saison waren, darunter auch der Tabellenletzte FC Carl Zeiss Jena. Der Klub darf sein Stadion nach einem Beschluss der Landesregierung von Thüringen bis zum 5. Juni nicht nutzen - doch nun soll Carl Zeiss schon am 31. Mai ein Heimspiel gegen den Chemnitzer FC ausrichten.

Für dieses Spiel wird sich Jena nun nach einem Ausweichstadion umschauen müssen, sofern die Landesregierung in Thüringen dem Klub nicht doch noch eine Sondergenehmigung erteilt. Gegen den Beschluss des DFB zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs wird Jena nun vorgehen. Der Geschäftsführer Chris Förster sagte, die Forderungen des DFB seien schlicht nicht umsetzbar. Deswegen werde Jena "auf jeden Fall rechtliche Schritte einleiten".

Der DFB hingegen hatte stattdessen die Vereine, an deren Standorten noch kein Profispielbetrieb erlaubt ist, in die Pflicht genommen und sie aufgefordert, "in aktive Klärung mit den zuständigen Behörden zu treten". Allerdings habe der DFB "durchaus positive Signale erhalten", sagte Keller: "Wir erleben eine Ausnahmesituation, in der es keine einfachen Lösungen gibt."

Auch Halle prüft rechtliche Schritte

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth hingegen freute sich über "mehr Planungssicherheit" und ein gemeinsames Ziel. "Das Signal für die 3. Liga ist gegeben. Wir werden zügig alle weiteren Maßnahmen in die Wege leiten", sagte Frymuth und appellierte an "die Solidarität aller". Nur wird Solidarität allein in diesem Fall nicht ausreichen, um einen sportlich fairen Wettkampf zu ermöglichen. In Sachsen-Anhalt sind dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC bis zum 27. Mai weder Mannschaftstraining noch Spiele erlaubt. Nach zehn Wochen Pause blieben beiden Mannschaften nur wenige gemeinsame Trainingseinheiten, um sich auf den Re-Start der Liga vorzubereiten.

In Halle überlegen sie nun auch, rechtliche Schritte gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs einzuleiten. "Unsere seit Wochen geäußerten Bedenken wurden mit der heutigen Entscheidung ebenso außen vor gelassen wie der Umstand, dass die Verfügungslage in Sachsen-Anhalt bis einschließlich 27. Mai kein Mannschaftstraining zulässt. Wir sehen uns gezwungen, diese plötzliche Entwicklung unter dem Aspekt der Chancengleichheit rechtlich prüfen zu lassen", sagte Präsident Jens Rauschenbach.

Positive Covid-19-Tests in Chemnitz und Verdachtsfälle bei Kaiserslautern

Und dann sind da noch die unmittelbaren Einflüsse der Covid-19-Pandemie. Der Chemnitzer FC darf seit Mittwoch immerhin wieder trainieren, nachdem er wegen einer positiven Testung bei einem Spieler zunächst hatte aussetzen müssen. Der Spieler weise keinerlei Symptome auf und befinde sich in häuslicher Quarantäne, berichtete der MDR. Zwei weitere vorsorglich getestete Spieler wurden demnach negativ getestet, müssen aber weiterhin in häuslicher Isolation bleiben.

Als sie in Chemnitz das Training wieder aufnehmen durften, teilte der Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern mit, dass dort bei Tests drei Corona-Verdachtsfälle aufgetreten seien. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt setzt Kaiserslautern gerade mit dem Mannschaftstraining aus. Die drei Verdachtsfälle befinden sich in häuslicher Quarantäne, das gilt auch für ihre direkten Kontaktpersonen.

Nun wird vieles davon abhängen, zu welchem Schluss das Gesundheitsamt nach Prüfung der Fälle kommt: Reichen die getroffenen Maßnahmen aus, so wie das auch beim Erstligisten 1. FC Köln der Fall war? Oder lassen sich nicht alle Kontaktwege nachvollziehen, sodass die gesamte Mannschaft in Quarantäne muss, wie es der Zweitligist Dynamo Dresden erlebt hat? Der Neustart der 3. Liga, das kann man schon jetzt sagen, wird einer mit Hindernissen.

Die Zukunft der 3. Liga ist ungewiss Sportschau 16.05.2020 04:14 Min. Verfügbar bis 16.05.2021 Das Erste

red/sid/dpa | Stand: 21.05.2020, 13:00

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