Auf- und Abstieg: Worum es in der 3. Liga noch geht

Würzburger Albion Vrenezi wird von Maximilian Ahlschwede, Hansa Rostock, unter Druck gesetzt.

Ein Spieltag - viele Entscheidungen

Auf- und Abstieg: Worum es in der 3. Liga noch geht

Vor dem letzten Spieltag in der 3. Liga dürfen noch immer fünf Mannschaften vom Aufstieg träumen. Der vierte Absteiger wird ein Verein aus dem Osten - Zwickau oder Chemnitz. sportschau.de mit den Ausgangslagen vor dem abschließenden 38. Spieltag.

Praktisch als Vorprogramm der beiden DFB-Pokalfinale beschließt die 3. Liga am Samstag (04.07.2020) ihre Saison. Zehn Spiele parallel (14.00 Uhr im Liveticker), und auf sieben Plätzen fallen noch Entscheidungen: Es verspricht ein spannender und ereignisreicher Samstagnachmittag zu werden.

Würzburg mit dem zweiten Matchball - vier Teams hoffen auf den letzten Strohhalm

Mit dem Braunschweiger Aufstieg in die 2. Bundesliga am vergangenen Mittwoch ist jetzt noch ein direkter Aufstiegsplatz zu vergeben - mit Würzburg in der Pole Position. Der Kampf um den Relegationsrang ist richtig eng: Hier mischt sogar der Siebtplatzierte (1860 München) noch mit. Und auch die Drittligameisterschaft ist noch zu vergeben. Am Tabellenende ist Chemnitz zum Siegen verdammt und auf Schützenhilfe aus Mannheim angewiesen.

1. FC Bayern München II (65 Punkte, 76:59 Tore, +17 Tordifferenz)

Die Zweitvertretung des FC Bayern ist seit dem Re-Start weiterhin unbesiegt und hat im Heimspiel gegen Duisburg Moral gezeigt. Zwei Mal kam das Team von Trainer Sebastian Hoeneß nach einem Rückstand zurück. Am Ende fehlten nur Zentimeter und man hätte die Drittligameisterschaft perfekt gemacht. Mit einem Sieg auf dem Betzenberg könnte Bayern II es den Profis um Manuel Neuer und Co. gleichtun. Aufsteigen dürfen die Bayern wegen der Statuten allerdings nicht.

Das Restprogramm
1. FC Kaiserslautern (A)

2. Eintracht Braunschweig (64 Punkte, 61:49 Tore, +12 Tordifferenz)

Dank des späten Bayern-Ausgleichs konnte Braunschweig bereits am Mittwoch die Zweitliga-Rückkehr klar machen. Im eigenen Stadion verfolgten die Spieler das München-Spiel auf der Leinwand, mit dem Abpfiff brachen dann alle Dämme. Beim abschließenden Auswärtsspiel in Meppen geht es jetzt "nur" noch um die Drittligameisterschaft im Fernduell mit Bayern München II.

Das Restprogramm
SV Meppen (A)

3. Würzburger Kickers (63 Punkte, 69:58 Tore, +11 Tordifferenz)

Würzburg wird sich schwarz ärgern: anstatt auf Platz 1 in der Tabelle zu springen, sind die Unterfranken bei Viktoria Köln mit 1:5 mächtig unter die Räder geraten und haben noch keine Planungssicherheit. Mit drei Punkten mehr, aber einem schlechteren Torverhältnis sollten die Kickers eine Niederlage besser nicht riskieren, aber so wird ohnehin keiner der Verantwortlichen rechnen. Unterm Strich steht: Die Würzburger Kickers haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Mit einem Punkt gegen die bereits gesicherten Hallenser gibt es am Dallenberg in der kommenden Saison Zweitliga-Fußball.

Das Restprogramm
Hallescher FC (H)

4. FC Ingolstadt (60 Punkte, 59:40 Tore, +19 Tordifferenz)

"Die Null steht." Was beim FC Ingolstadt sechs Spiele in Folge ein Qualitätsmerkmal für eine stabile Defensive war, fand am Mittwoch ein abruptes Ende. Gegen Magdeburg stand die Null auf der falschen Seite (0:2). Die "Schanzer" haben es dadurch verpasst, Würzburg unter Druck zu setzen. Und zum Saisonabschluss geht es zu den Münchner Löwen (Platz 7), die immer noch eine Minimalchance auf den Relegationsplatz haben. Aber klar ist auch: Der Relegationsplatz führt nur über das Team von Trainer Thomas Oral. Und mit Schützenhilfe aus Halle ist sogar noch der direkte Sprung in die 2. Bundesliga möglich.

Das Restprogramm
TSV 1860 München (A)

5. MSV Duisburg (59 Punkte, 64:48 Tore, +16 Tordifferenz)

Krise ist, wenn wirklich gar nichts mehr gelingt. Der MSV Duisburg kann davon aktuell ein Lied singen. Selbst für ein gutes Auswärtsspiel wie in München am Mittwoch (1:0 und 2:1-Führung) schaffen es die "Zebras" aktuell nicht, sich zu belohnen. Am Ende konnte Duisburg froh sein, nicht noch als Verlierer vom Platz zu gehen. Ein Sieg im Heimspiel gegen Unterhaching ist Pflicht, will man die Saison noch irgendwie retten. Und selbst im Erfolgsfall ist der MSV noch auf Schützenhilfe aus München angewiesen.

Das Restprogramm
SpVgg Unterhaching (H)

6. Hansa Rostock (59 Punkte, 52:39 Tore, +13 Tordifferenz)

Die Ausgangslage der Rostocker ähnelt der Duisburger durchaus sehr. Nur ein eigener Sieg und die richtigen Ergebnisse auf den anderen Plätzen helfen Hansa, um die Saison noch zu veredeln - wohlgemerkt mit zwei Relegationsspielen. Und das Spiel wird kein Einfaches: Es geht nach Chemnitz, das nur mit einem Sieg noch Chancen auf den Klassenerhalt hat und entsprechend alles in die Waagschale werfen wird. Den entscheidenden Dämpfer für alle Aufstiegsträume gab es bereits am 36. Spieltag beim 1:3 gegen Würzburg - aber immerhin die theoretische Chance besteht auch am Samstag noch.

Das Restprogramm
Chemnitzer FC (A)

7. TSV 1860 München (58 Punkte, 63:52 Tore, +11 Tordifferenz)

Mehr als rechnerische Außenseiterchancen kann man 1860 München wohl nicht mehr zusprechen vor den letzten 90 Minuten der Saison. Wobei für die "Löwen" weitere 180 Relegationsminuten dazu kommen könnten, wenn der Samstag perfekt läuft. Dazu braucht es zunächst einen Sieg im direkten Duell mit Ingolstadt und parallel dürfen Rostock und Duisburg nicht gewinnen. Die Chance ist da, aber sie ist minimal: Über die gesamte Saison gesehen waren die Löwen einfach nicht konstant genug, um die Rückkehr in die zweite Liga zu schaffen.

Das Restprogramm
FC Ingolstadt 04 (H)

Zweikampf mit Vorteil Zwickau

Der große Abstiegskracher am Mittwoch hätte für Chemnitz bereits die Rettung bedeuten können. Stattdessen steht der FC mit dem Rücken zur Wand.

16. FSV Zwickau (43 Punkte, 56:61 Tore, - 5 Tore)

Abstiegskampf ist Überlebenskampf, und Zwickau hat im direkten Duell einen großen Überlebenswillen gezeigt. Nach dem Chemnitzer Ausgleich sorgte Mike Könnecke mit dem späten 2:1-Siegtreffer für eine komfortable Ausgangsposition vor dem letzten Saisonspiel. Bei einer Niederlage wäre man bereits abgestiegen, und auch ein Punkt hätte nicht wirklich weiter geholfen. Jetzt geht es zu Waldhof Mannheim, für die es um nichts mehr geht.

Das Restprogramm
SV Waldhof Mannheim (A)

17. Chemnitzer FC (41 Punkte, 50:58 Tore, - 8Tore)

Ist die Drittligarückkehr der Chemnitzer nach nur einem Jahr wieder Geschichte? Es sieht alles danach aus. Chemnitz muss gewinnen und das am besten hoch, um im Falle eines Zwickauer Unentschiedens die bessere Tordifferenz aufzuweisen. Im letzten Heimspiel der Saison geht es gegen Rostock, das selbst seine Minimalchance auf den Relegationsplatz noch erhalten will und dafür seinerseits dringend drei Punkte braucht. Aber alle Rechenspiele helfen nur bei einem eigenen Dreier.

Das Restprogramm
Hansa Rostock (H)

Stand: 02.07.2020, 19:00

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