2. Bundesliga - Neun Teams kämpfen um den Aufstieg

Jatta (HSV), Schultz (St. Pauli), Werner (Bremen), Lieberknecht (Darmstadt), Terodde (Schalke)

Fußball

2. Bundesliga - Neun Teams kämpfen um den Aufstieg

Die Hälfte der Klubs der 2. Fußball-Bundesliga kämpft um den Aufstieg. Sieben Teams liegen in unmittelbarer Schlagdistanz zum Spitzenduo aus St. Pauli und Darmstadt. Wir machen den Aufstiegscheck.

Die 2. Fußball-Bundesliga erwacht aus der kurzen Winterpause, und der FC St. Pauli thront an der Spitze. 36 Punkte haben die Hamburger auf dem Konto, einen mehr als Darmstadt 98. Der Hamburger SV hat als Dritter schon fünf Zähler Rückstand auf den Stadtkonkurrenten. Doch dahinter folgen in der Tabelle mit dem FC Schalke 04, dem 1. FC Nürnberg, dem 1. FC Heidenheim, Werder Bremen, Jahn Regensburg und dem SC Paderborn sechs Teams, die sich ebenfalls Hoffnungen auf den Aufstieg machen dürfen. So liegen die Paderborner als Neunter gerade mal drei Punkte hinter dem Hamburger SV.  

FC St. Pauli: Platz 1, 36 Punkte

Der FC St. Pauli startet als Zweitliga-Tabellenführer ins neue Jahr und hat eine exzellente Ausgangsposition: sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten Hamburger SV und einen günstigen Spielplan. Neun der verbleibenden 16 Partien finden am Millerntor statt. Für Trainer Timo Schultz sind aber andere Klubs die Favoriten: "Die großen drei, die im Laufe der Saison ins Rollen gekommen sind: Werder Bremen, Schalke 04 und auch unser Stadtnachbar."

Doch Angst vor zu großen Ambitionen gibt es keinesfalls am Millerntor. Die Rückkehr in die Bundesliga nach mehr als einem Jahrzehnt Abstinenz ist ein realistisches Ziel: "Wir werden uns nicht klein machen. Wir wissen, dass wir eine gute Truppe haben - und ein gesundes Selbstbewusstsein", so Schultz. Auch die klare 0:3-Niederlage im letzten Spiel des Jahres bei Holstein Kiel beeindruckt den Trainer nicht. "Weil die Gesamtlage einfach gut ist", sagt Schultz.

Prognose: St. Pauli bringt den Vorsprung über die Runden und steigt direkt auf.

Darmstadt 98: Platz 2, 35 Punkte

In Darmstadt geht man tiefenentspannt und gelassen an den Start. Der Aufstieg steht offiziell überhaupt nicht zur Debatte. Druck gibt es keinen - was der Mannschaft sehr entgegenkommt, deren Erfolgsgeheimnis ihre Leichtigkeit und Unbekümmertheit ist.

Doch klar ist auch: Die Chance ist da. Sollten die Schwergewichte der Liga, also der FC  Schalke 04, Werder Bremen und der Hamburger SV, im neuen Jahr nicht durchstarten, könnte für Darmstadt am Ende tatsächlich der Aufstieg stehen. Das läge dann auch am Trainer: Torsten Lieberknecht gilt bei den "Lilien" als absoluter Volltreffer. Und er weiß, wie Aufstieg geht. Eintracht Braunschweig führte er von der dritten Liga bis in die Bundesliga.

Prognose: Die Konkurrenz kommt mit Macht, die fünf Punkte werden am Ende nicht reichen.

Hamburger SV: Platz 3, 30 Punkte

Beim Hamburger SV ist man vorsichtig geworden. In den vergangenen Jahren war der Aufstieg stets das erklärte Ziel, geklappt hat es nie. "Unser Ziel ist, dass wir uns weiterentwickeln", umschreibt Sportvorstand Jonas Boldt die Saisonaufgabe und wiederholt dies mantraartig. Auch Trainer Tim Walter spricht gerne davon, dass er eine junge Mannschaft habe, die sich erst noch stabilisieren müsse. Was dahinter steckt, ist klar. Die Macher wollen den Druck rausnehmen, das Team soll frei aufspielen im neuen Jahr.

Die Hanseaten sind derzeit guter Dinge. Im Trainingslager im spanischen Sotogrande sah Walter eine Mannschaft, die "voller Leidenschaft und voller Energie" ein "Feuerwerk abgebrannt" habe. Schon vor der Pause hat der HSV beim 1:1 gegen Schalke zum Rückrundenauftakt gezeigt, dass er nicht zu Unrecht auf Platz drei steht. Nur zwei Niederlagen und erst 18 Gegentore sind Spitzenwerte in der Liga zwei.

Prognose: Der Hamburger SV bleibt stabil und landet mindestens auf Platz drei.

FC Schalke 04: Platz 4, 30 Punkte

Schalke ist zum Siegen verdammt: Die Erwartungen an den weiteren Saisonverlauf sind aufgrund des hohen Schuldenberges, den es abzutragen gilt, klar: Am Ende muss der Aufstieg stehen - sei es auf direktem Wege oder auf dem Umweg über die Relegation. Der liegt trotz des personellen Umbruchs und des holprigen Saisonstarts in greifbarer Nähe.

Richten soll es Torjäger Simon Terodde. Der Rekordtorschütze der 2. Liga traf bis dato zwölfmal, davon elfmal an den ersten neun Spieltagen. Die letzten vier Partien vor der Winterpause verpasste er verletzungsbedingt. Am Jahresende wurde der 33-Jährige zudem positiv auf Corona getestet und kehrte erst am 4. Januar ins Training der Schalker zurück.

Prognose: Der Druck auf Trainer und Mannschaft ist zu hoch. Schalke wird es nicht schaffen.

1. FC Nürnberg: Platz 5, 30 Punkte

Die Nürnberger haben den Aufstieg nicht wirklich auf der Tagesordnung. Trainer Robert Klauß und Sportvorstand Dieter Hecking wollen einen Schritt nach dem anderen machen. Und sie haben ihr Ziel aktuell schon erreicht, denn der "Club" steht so gut da wie lange nicht. Das erste Heimspiel gegen den SC Paderborn könnte richtungsweisend sein für den weiteren Saisonverlauf: Paderborn stellt die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga, hat in der Fremde noch kein Spiel verloren. Sollte Nürnberg die Partie gewinnen, gäbe das Selbstvertrauen für den Kampf um Platz drei.

Ob der "Club" da wirklich eingreifen kann, hängt auch von der Leistung der Aufstiegsmitfavoriten aus Schalke, Hamburg und Bremen ab. Zufrieden wären die Nürnberger aber auch mit dem ausgegebenen Saisonziel Platz fünf bis acht. Mit einer eingespielten Mannschaft wäre der Wiederaufstieg dann im kommenden Jahr ein Thema.

Prognose: Nürnberg spielt bis zum Schluss gut mit, hat mit dem Aufstieg aber nichts zu tun.

1. FC Heidenheim: Platz 6, 30 Punkte

Mit 30 Punkten stehen auch die Heidenheimer hervorragend da, doch auch sie haben den Aufstieg nicht im Sinn. Statt nach oben zu schauen, fragen sie sich, wie viele Punkte es wohl noch braucht, um den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. Der dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Um oben anzugreifen, wird es aber wohl nicht reichen. Dazu war das Team von Trainer Frank Schmidt bisher nicht konstant genug. Ein Platz im oberen Mittelfeld ist für den FCH am Ende wahrscheinlicher.

Prognose: Genau so kommt es auch: solide Rückrunde, aber kein Aufstieg.

Werder Bremen: Platz 7, 29 Punkte

Ole Werner hat als Trainer von Werder Bremen einen Traumstart hingelegt. Seine ersten drei Spiele hat er allesamt gewonnen. Als Tabellen-Siebter und nur einem Punkt Rückstand auf Platz drei ist das Team jetzt wieder mittendrin im Aufstiegsrennen.

Die Marschrichtung für Werder ist nun klar: weiter oben dran bleiben. "Die Mannschaft hat sich in den letzten Wochen gefunden. Man sieht jetzt auch die Qualität", sagt Geschäftsführer Frank Baumann. Werner habe "ein gutes Grundgerüst geschaffen, auf dem wir in der Rückrunde aufbauen können."

Prognose: Werder und Werner, das passt. Bremen landet unter den ersten drei Teams.

SSV Jahn Regensburg: Platz 8, 28 Punkte

Am achten Spieltag war Jahn Regensburg Tabellenführer der zweiten Liga, nach Runde 13 immer noch Zweiter. Doch dann ging es bergab, von den jüngsten sechs Partien gewannen die Bayern gerade mal eine. Deshalb reichte es trotz der fulminanten Erfolge zu Beginn auch "nur" Rang zu acht nach 18 Spieltagen, für Jahn-Verhältnisse ist das aber natürlich trotzdem überraschend stabil.

Dennoch schauen die Bayern nicht nach oben, auch wenn es nur zwei Punkte sind auf Rang drei. Alles, was in Regensburg zählt, ist der Ligaverbleib. So rechnet Trainer Mersad Selimbegovic lieber vor, wie viele Zähler dazu noch fehlen. Da kommt er auf zwölf.

Prognose: Regensburg landet am Ende verdient im oberen Mittelfeld.

SC Paderborn: Platz 9, 27 Punkte

Der SC Paderborn hat als Tabellen-Neunter gerade mal drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Allerdings trübt das aktuelle Formtief die Stimmung. Seit fünf Partien ist der SCP in der Liga sieglos, kassierte zuletzt zwei Niederlagen in Serie. Da verwundert es nicht, dass der ein oder andere Paderborner nach unten schaut statt nach oben.

Genau wie für den Gegner Nürnberg ist das erste Spiel nach "Wiederanpfiff" enorm wichtig. Geht das verloren, ist es wohl schnell vorbei mit den Aufstiegshoffnungen. Trainer Lukas Kwasniok bleibt angriffslustig. "Im zweiten Teil der Saison wollen wir auch gegen die Mannschaften punkten, gegen die es uns im ersten Spiel nicht gelungen ist", sagt er.

Prognose: Paderborn klettert in der Tabelle noch nach oben, für den Aufstieg reicht es aber nicht.

red/sid/dpa | Stand: 13.01.2022, 12:36

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