2. Liga - Große Einnahmen für wenige Klubs

Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat

Transfermarkt

2. Liga - Große Einnahmen für wenige Klubs

Von Marcus Bark

Die Vereine der 2. Bundesliga nehmen viel mehr Geld für Transfers ein als sie ausgeben. Allerdings entfällt der Großteil auf nur wenige Klubs.

Erst am 2. September 2019 schließt die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Transferfenster. Die Verantwortlichen der Zweitligisten haben dann eine solide Basis, um ihr Personal zu beurteilen. Fünf Spiele in der 2. Liga und die erste Runde des DFB-Pokals stehen an, bevor nur noch vertragslose Spieler verpflichtet werden können.

Zwei Wochen aber, bevor der VfB Stuttgart und Hannover 96 am 26. Juli die Saison eröffnen, haben die Klubs schon mehr Geld auf dem Transfermarkt eingenommen als in der Sommerperiode 2018. Waren es damals 110 Millionen Euro, sind es aktuell nach Berechnungen des Portals transfermarkt.de schon 114 Millionen Euro.

Eine halbe Million Euro für zwei Spieler

Das liegt vor allem an den Klubs, die in der vergangenen Saison noch in der höchsten Liga spielten, und aus diesem Trio sticht auch noch ein Verein heraus. Der VfB Stuttgart kassierte schon 54 Millionen Euro. Davon waren ihm schon 35 sicher, als die Stuttgarter noch auf den Klassenerhalt hofften und der FC Bayern bekannt gab, Benjamin Pavard zu kaufen. Nachdem die Relegation gegen Union Berlin verloren worden war, ging auch Ozan Kabak. Der FC Schalke 04 zahlte für den Innenverteidiger 15 Millionen Euro.

Einen zweistelligen Millionenbetrag für nur einen Spieler erhielt nur ein weiterer Zweitligist. Zenit St. Petersburg zahlte zwölf Millionen Euro für Douglas Santos an den Hamburger SV, der vor allem auch dank des Verkaufs von Filip Kostic an Eintracht Frankfurt (war zuvor schon verliehen) auch bei Einnahmen von mehr als 20 Millionen Euro liegt. Hinter Hannover 96, das etwa 17 Millionen Euro einnahm, und dem 1. FC Nürnberg (elf Mio.) klafft dann eine große Lücke.

Sechs Klubs ohne Einnahme

Die 14 anderen Zweiligisten haben jeweils weniger als vier Millionen Euro eingenommen. Mit dem FC St. Pauli, FC Erzgebirge Aue, SV Wehen Wiesbaden, Karlsruher SC, SV Sandhausen und dem VfL Osnabrück haben sechs Vereine noch keinen Cent kassiert. Vier davon (Sandhausen, Osnabrück, Aue, Wehen Wiesbaden) haben gleichzeitg noch keinen Cent für Neuzugänge ausgegeben.

Bei den Ausgaben liegen der HSV und der VfB Stuttgart mit jeweils etwa zehn Millionen Euro deutlich vorne. Sie sind für etwa zwei Drittel der Investitionen in neue Spieler verantwortlich. Teuerster Einkauf der 2. Liga im Sommer 2019 ist laut transfermarkt.de David Kinsombi, für den die Hamburger drei Millionen Euro an Holstein Kiel zahlten.

Auf dem Niveau der höchsten brasilianischen Liga

Werden die bisherigen Ausgaben von den Einnahmen abgezogen, ergibt sich (Stand: 12. Juli) ein Überschuss von 82,5 Millionen Euro. Damit rangiert die 2. Liga im internationalen Vergleich nahezu gleichauf mit der höchsten brasilianischen Liga. Lediglich die höchsten Ligen aus Frankreich, Portugal und den Niederlanden weisen bessere Saldi auf.

Die 18 Klubs der 1. Bundesliga gaben bislang 210 Millionen Euro mehr aus als sie einnahmen, die Premier League sogar nahezu 350 Millionen. Selbst bei einem Verein wie Leicester City übersteigen die Ausgaben die Einnahmen um fast 80 Millionen Euro.

Den negativsten Saldo in der 2. Liga weist derzeit Arminia Bielefeld aus. Die Ostwestfalen gaben 550.000 Euro aus, kassierten nur 80.000.

Stand: 12.07.2019, 12:07

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