Teamcheck Karlsruher SC: Auf der ständigen Suche nach Konstanz

KSC-Trainer Christian Eichner gestikuliert am Spielfeldrand

Fußball | 2. Bundesliga

Teamcheck Karlsruher SC: Auf der ständigen Suche nach Konstanz

Der KSC ist in der laufenden Zweitliga-Saison eine Wundertüte. Auf überzeugende Siege folgten krachende Niederlagen. Die Suche nach Konstanz geht in der Rückrunde weiter.

So lief die Hinrunde

Sechs Siege, sieben Unentschieden, fünf Niederlagen. Das ist die Ausbeute des Karlsruher SC nach 18 Spieltagen. Die Mannschaft von Trainer Christian Eichner holte in Summe 25 Punkte und überwinterte auf dem 10. Tabellenplatz. So weit, so solide. Was dem KSC in dieser Spielzeit fehlt, ist die Konstanz. Auf den starken Saisonstart mit acht Punkten aus den ersten vier Spielen folgte eine Achterbahnfahrt im Herbst, positive und negative Erlebnisse gaben sich regelmäßig die Türklinke in die Hand. Drei Beispiele:

1. Am 7. Spieltag gewann der KSC auswärts beim Bundesliga-Absteiger Schalke 04 mit 2:1, eine Woche später setzte es eine 1:3-Heimpleite gegen den FC St. Pauli.
2. Nach einer 1:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf am 11. Spieltag siegte Karlsruhe nur wenige Tage später sensationell im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen. Die Euphorie war schnell verflogen, als die Badener wiederum nur wenige Tage später mit 2:4 gegen Paderborn untergingen. Halbzeitstand damals: 0:4!
3. Ende November besiegte der KSC das Team Hannover 96 zu Hause mit 4:0, eine Woche danach blieb Karlsruhe nach enttäuschender Leistung in Dresden ohne Punkte - Endstand: 1:3.

Christian Eichner und das Thema Konstanz beim KSC 00:41 Min. Verfügbar bis 08.12.2022

In der Woche nach der Niederlage bei Dynamo Dresden sprach Trainer Christian Eichner offen an, dass sein Team zu schwankende Leistungen zeigt.

Wer kommt, wer geht?

KSC-Neuzugang Daniel O'Shaughnessy (r.) im Testspiel gegen Club Brügge

Einziger Winter-Neuzugang ist Daniel O'Shaughnessy vom finnischen Erstligisten HJK Helsinki. Zwar einigte sich der KSC mit dem finnischen Nationalspieler schon Ende August auf einen Wechsel, allerdings sollte dieser erst nach dem Ende der Saison in Finnland (orientiert sich am Kalenderjahr) vollzogen werden. Anfang Dezember stieß der 1,90 Meter große Verteidiger zum Team des Karlsruher SC, seit Beginn des Jahres 2022 ist er spielberechtigt. Im Trainingslager im spanischen Estepona Anfang Januar hinterließ der zentrale Abwehrmann einen guten Eindruck. "Er ist ruhig und abgeklärt, hat ein gutes Stellungsspiel und einen starken linken Fuß", sagte Sportchef Oliver Kreuzer über den 27-Jährigen, der im Sommer bei der EM für Finnland am Ball war.

Weitere Transfers sind in diesem Winter nicht geplant, weder Zugänge noch Abgänge. KSC-Coach Christian Eichner hofft auf die Rückkehr einiger Spieler, die zuletzt mit Verletzungen ausfielen. So sind Rechtsverteidiger Marco Thiede nach einer Beckenprellung und Flügelspieler Marc Lorenz nach einer Schulterluxation wieder einsatzfähig. Die Offensivkräfte Kyoung-Rok Choi und Malik Batmaz sowie Verteidiger Robin Bormuth fallen vorerst weiter verletzt aus. Leon Jensen, der eine kleinere Innenbandblessur erlitt, ist noch nicht voll einsatzfähig.

Der Trainer

KSC-Cheftrainer Christian Eichner lächelt in die Kamera

Christian Eichner sitzt beim Karlsruher SC fest im Trainer-Sattel. Anfang Oktober verlängerte der 39-Jährige seinen Vertrag bei den Badenern vorzeitig bis Sommer 2025, sowohl der Verein als auch Eichner selbst streben eine langfristige Zusammenarbeit an.

Der in Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis geborene Eichner schnürte schon als Jugendlicher die Fußballschuhe für den KSC, durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften und schaffte über die Reserve den Sprung zu den Profis. Nach seiner aktiven Karriere führte der Weg von Christian Eichner zurück nach Karlsruhe, aus dem U17-Trainer wurde schnell ein Co-Trainer, dann ein Interimstrainer und seit dem Sommer 2020 ist Eichner Cheftrainer bei den Badenern. Seine sportliche Vita ist eng mit dem KSC verbunden, er identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem Verein und seinem Job. Dazu funktioniert die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Zlatan Bajramovic sehr gut. Im Rahmen der Vertragsverlängerung sagte Geschäftsführer Oliver Kreuzer: "Christian und Zlatan passen wie die Faust aufs Auge zum KSC."

Erwartungen an die Rückrunde

Das Ziel von Christian Eichner vor der Saison lautete: Eine stabile, sorgenfreie Saison spielen und so früh wie möglich den Klassenerhalt perfekt machen. Daran hat sich auch in der Winterpause nichts geändert, die 40-Punkte-Marke ist das Ziel. Der Vorsprung auf Platz 16 beträgt aktuell acht Punkte, der Rückstand auf Rang drei nur fünf Zähler.

Wichtig ist den Verantwortlichen aber vor allem, die starken Leistungs- und Ergebnisschwankungen in den Griff zu bekommen. "Etwas mehr Konstanz reinzubekommen und gute Spiele in der Woche darauf mit einem positiven Ergebnis zu bestätigen, sollte ein Ziel von uns sein", sagte Oliver Kreuzer der dpa. Und: Der KSC war in dieser Saison bereits mehrfach dazu gezwungen, selbst viele Tore zu schießen, um zu punkten. Die Defensive wackelte regelmäßig (28 Gegentore in 18 Spielen), das soll sich ändern. Die einfache Formel: Wenn hinten die Null steht, reicht vorne auch mal nur ein Tor, um drei Punkte einzufahren.

Zum ersten Liga-Auftritt im Jahr 2022 reist der Karlsruher SC nach Darmstadt. Anstoß ist am Samstagabend um 20:30 Uhr.

SWR | Stand: 11.01.2022, 19:33

2. Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.SV Darmstadt 982039
2.FC St. Pauli2037
3.Werder Bremen2035
4.Hamburger SV2034
5.1. FC Heidenheim2034
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16.SV Sandhausen1917
17.Erzgebirge Aue1915
18.FC Ingolstadt 042010
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