Teamcheck: Der 1. FC Heidenheim ist (k)ein Aufstiegskandidat

Tim Kleindienst steht nach einem Tor für den 1. FC Heidenheim laut jubelnd und mit seitlich angespanntem Bizeps vor der Fankurve.

Fußball | 2. Bundesliga

Teamcheck: Der 1. FC Heidenheim ist (k)ein Aufstiegskandidat

30 Punkte, Platz 6 - der 1. FC Heidenheim ist auf dem besten Weg, die eigenen Ziele zu übertreffen. Ist dieses Jahr sogar der Aufstieg drin?

So lief die Hinrunde:

Der 1. FC Heidenheim steht mit 30 Punkten auf Platz 6 - trotz eines ruckeligen Starts und gleich drei krachenden Niederlagen im Oktober. Das offizielle Ziel des Teams von Trainer Frank Schmidt - "Klassenerhalt" - ist damit wohl abgehakt. Angesichts der positiven Entwicklung der letzten Jahre (verlorene Aufstiegsrelegation 2020) ist Heidenheim aber ohnehin kein Abstiegskandidat in der 2. Liga, die Zielsetzung wohl eher bescheidene Tiefstapelei. Heidenheim kann sich eher wieder Richtung Spitzenplätze orientieren. Denn vom Platz in der Aufstiegsrelegation trennt den FCH derzeit nur das Torverhältnis.

Allerdings ist die Offensiv-Power derzeit das größte Manko der Heidenheimer. Mit nur 23 Treffern sind sie diesbezüglich das schwächste Team in der Spitzengruppe. "Wir könnten es uns einfach machen: Es gibt die Statistik, dass wir das Team mit den meisten Latten- und Pfostentreffern sind", sagt Heidenheim-Trainer Frank Schmidt im Interview mit SWR Sport. "Aber die Effektivität fehlt, daran müssen wir arbeiten."

Nur zweimal ging der FCH als souveräner Sieger vom Platz. Es ist jedoch bemerkenswert, wie häufig Heidenheim enge Spiele in den Schlussminuten für sich entscheidet: Schon sechsmal hat Heidenheim den Siegtreffer nach der 80. Minute geschossen. Zu häufig, um jedes Mal vom "Lucky Punch" zu sprechen. "Wir tun alles, um im athletischen Bereich zum Top der Liga zu gehören", sagt Schmidt, "aber das hat auch mit Mentalität zu tun." Der 48-Jährige nennt es die "Heidenheim-DNA".

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Wer kommt, wer geht:

Bisher hat nur Offensivspieler Florian Pick den 1. FC Heidenheim verlassen. Er hat sich nach einer für ihn persönlich enttäuschenden Hinrunde (elf Spiele, nur einmal in der Startelf) bis zum Saisonende an Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt ausleihen lassen.

Weitere Transfers sind laut Trainer Schmidt nicht geplant: "Die Mannschaft hat sich das Vertrauen verdient." Weitere Verstärkungen gebe es nur, wenn noch andere Spielen Wechsel-Ambitionen anmelden, "aber danach sieht es im Moment nicht aus."

Der Trainer:

Frank Schmidt lenkt die Geschicke des 1. FC Heidenheim bereits seit 15 Jahren. Sein Name steht für Kontinuität, Erfolg und Weiterentwicklung. So ist es ihm auch in dieser Saison gelungen, seine Mannschaft nach Rückschlägen wieder aufzurichten. Sei es, als die Mannschaft zu Beginn der Saison nicht richtig in Tritt kam oder als der FCH im Oktober gegen Werder Bremen (0:3), St. Pauli (2:4) und Nürnberg (0:4) gleich elf Gegentore in drei Spielen schlucken musste.

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Im Wintertrainingslager in Algorfa an der Südostküste Spaniens will er die Abwehr stabilisieren, um darauf aufbauend mehr Kreativität im Angriffsspiel zu entwickeln. Falls das gegen tiefstehende Gegner, gegen die Heidenheim in der Hinrunde unnötig viele Punkte verloren hat, auch nicht reicht, will er die gegnerische Abwehr mit Standards aufbrechen - der dritte Schwerpunkt in der Vorbereitung.

Erwartungen an die Saison:

Was die Punkte betrifft, ist der 1. FC Heidenheim voll im Plan. Trainer und Mannschaft haben bewiesen, dass sie sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Daher spricht alles für den vorzeitigen Klassenerhalt und einen Platz im oberen Mittelfeld.

Es könnte für den 1. FC Heidenheim aber noch höher hinausgehen. Wenn der FCH jedoch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden will, muss Frank Schmidt das Spiel nach vorne weiterentwickeln und für die nötige Konstanz sorgen. Sollte der Heidenheimer Punch dann noch präziser sitzen als in der Hinrunde, ist der Relegationsplatz möglich. Falls nicht, ist das Team von der schwäbischen Alb im besten Sinne des Wortes mittelmäßig.

SWR | Stand: 07.01.2022, 09:06

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