Relegation: Ingolstadt beherrscht Osnabrück und steht vor dem Aufstieg

Relegation: Ingolstadt mit einem Bein in Liga zwei Morgenmagazin 28.05.2021 01:36 Min. Verfügbar bis 28.05.2022 Das Erste Von Christian Materna

FC Ingolstadt - VfL Osnabrück 3:0

Relegation: Ingolstadt beherrscht Osnabrück und steht vor dem Aufstieg

Von Christian Hornung

Zweimal in Serie ist der FC Ingolstadt nur durch die Auswärtstorregel am Wiederaufstieg in die 2. Liga vorbeigeschrammt. Diesmal sieht es nach dem Relegations-Hinspiel gut aus - Zweitligist VfL Osnabrück war chancenlos.

Die "Schanzer" gehen mit einem 3:0-Vorsprung in das Rückspiel am Sonntag (30.05.2021, 13.30 Uhr, Live-Ticker bei sportschau.de). Und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre das Duell schon vor diesem erneuten Aufeinandertreffen komplett entschieden gewesen - Ingolstadt hätte noch höher gewinnen können.

"Nicht verdient, hier was mitzunehmen"

Ingolstadts Torschütze Tobias Schröck zeigte sich nach der Partie am Donnerstag (27.05.2021) zufrieden: "Wir wollten Osnabrück von Beginn an zeigen, dass für sie hier nichts zu holen ist - das ist uns auch gelungen. Das Rückspiel gehen wir aber so an, als würde es noch 0:0 stehen."

Osnabrücks Ulrich Taffertshofer war schonungslos ehrlich: "Wenn man so auftritt wie wir hier, so schlecht in den Zweikämpfen, dann hat man auch nicht verdient, hier irgendetwas mitzunehmen. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, hinten zu viel zugelassen und vorne hat uns die Durchschlagskraft gefehlt"

Feldhoff mit sehr kurzer Ansprache

Aufgeben will er aber noch nicht: "Wer uns jetzt schon abschreibt, täuscht sich. Wir haben am Sonntag Zuschauer im Stadion, brauchen ein frühes Tor - dann kann da auf jeden Fall noch was gehen."

Markus Feldhoff schaut angespannt auf die Uhr

Markus Feldhoff schaut angespannt auf die Uhr.

Wie sauer Osnabrücks Trainer Markus Feldhoff vor allem über den Auftritt im ersten Durchgang war, zeigte sich in der Halbzeitpause. Nach wenigen Minuten scheuchte der Ex-Stürmer seine Spieler aus der Kabine zurück auf den Rasen - dort standen sie ziemlich lange verloren herum, ehe auch der Gegner und das Schiedsrichtergespann wieder eintrudelten.

Keine Einstellung zu den Zweikämpfen

Ähnlich passiv hatte sich Osnabrück aber auch schon während der ersten Halbzeit verhalten. Und das von Beginn an: Schon nach gut einer Minute holte der FCI die erste Ecke heraus, die Marc Stendera in den Strafraum schlug. Robin Krauße konnte den Ball weitgehend unbedrängt vor das Tor verlängern, dort brauchte Schröck dann nur noch den Fuß hinzuhalten - das frühe 1:0.

Osnabrück taumelte, bekam keine Ordnung in sein Aufbauspiel und leistete sich in der Defensive haarsträubende Patzer. Vor allem Kapitän Timo Beermann stand komplett neben sich und bekam von Ingolstadts Stürmer Stefan Kutschke immer wieder die Grenzen aufgezeigt.

Beermann patzt schwer

In der 19. Minute leistete sich Beermann dann als letzter Mann einen bösen Stockfehler, wollte sich noch mit einem Foul retten, doch Sascha Stegemann erkannte zum Glück für ihn auf Vorteil für die Ingolstädter. Fatih Kaya kam dann auch zum Abschluss, verfehlte aber knapp das Gehäuse und das 2:0.

Das fiel dann aber eine Viertelstunde später - diesmal zielte Kaya genauer. Das war allerdings auch nicht mehr allzu schwierig, weil ihm Filip Bilbija die Kugel perfekt von der rechten Seite aus servierte - Kaya setzte sich im Zentrum gegen Bewacher Bashkim Ajdini durch und schloss aus kurzer Distanz zum zweiten Treffer ab.

Keine Ideen, keine Kreativität

Kutschke und Kaya hätten danach noch erhöhen können, spielten die Konter aber auch nicht immer perfekt aus. Von Osnabrück kam auch nach der Pause extrem wenig. Es fehlte weiter an allem, aus dem Mittelfeld kam null Kreativität, es war keine Spielidee erkennbar - und auch von der Trainerbank kam erst in der 67. Minute mit der Einwechslung von Maurice Multhaup mal ein zartes Signal in Richtung Offensive.

Spielerisch änderte sich danach aber auch nichts, zudem konnten die Osnabrücker froh sein, dass sie nicht frühzeitig in Unterzahl gerieten. Ein übles Foul von Bashkim Ajdini am durchgestarteten Dominik Franke hätte die Rote Karte nach sich ziehen müssen, Schiedrichter Stegemann beließ es aber bei Gelb.

Drittes Tor in der Schlussphase

Franke konnte nach kurzer Behandlung aber weitermachen und hätte beinahe die sportliche Antwort gegeben: In der 72. Minute hämmerte er den Ball aus halblinker Position an die Latte. Möglicherweise wäre der Treffer allerdings wegen eines Foulspiels im Vorfeld der Torerzielung wieder aberkannt worden - Stegemann hatte die Partie aber laufen gelassen.

Dennis Eckert Ayensa erzielt den Treffer zum 3:0

Dennis Eckert Ayensa erzielt den Treffer zum 3:0.

Keinen Zweifel gab es indes neun Minuten später. Ingolstadt fuhr einen Konter, den Stendera mit einem langen Pass nach dem Ballverlust von Sebastian Kerk eingeleitet hatte. Wieder mal war Beermann überfordert, diesmal ging seine Grätsche gegen Dennis Eckert Ayensa ins Leere.

Der ging dann frei auf Philipp Kühn zu und lupfte die Kugel brillant über den Keeper zum 3:0-Endstand ins Tor. Dass sich Osnabrück davon noch einmal erholt, ist nach diesem Auftritt im Hinspiel nur schwer zu glauben.

Statistik

Fußball · 2. Bundesliga - Relegation 2020/2021

Donnerstag, 27.05.2021 | 18.15 Uhr

Wappen FC Ingolstadt 04

FC Ingolstadt 04

Buntic – Heinloth, Paulsen, T. Schröck, Franke – Krauße – Bilbija (83. Elva), M. Stendera, Gaus (90. Röhl) – Kutschke (83. Caiuby), Kaya (53. D. Eckert)

3
Wappen VfL Osnabrück

VfL Osnabrück

P. Kühn – Ajdini, Beermann, M. Trapp, Wolze – Multhaup (67. Heider), Reis, U. Taffertshofer, Amenyido (79. Nik. Schmidt) – Kerk – Santos (86. S. Müller)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 T. Schröck (2.)
  • 2:0 Kaya (35.)
  • 3:0 D. Eckert (81.)

Strafen:

  • gelbe Karte Kaya (1 )
  • gelbe Karte Heinloth (1 )
  • gelbe Karte Ajdini (1 )
  • gelbe Karte Beermann (1 )

Zuschauer:

  • 250

Schiedsrichter:

  • Sascha Stegemann (Niederkassel)

Stand der Statistik: Donnerstag, 27.05.2021, 20:07 Uhr

Stand: 27.05.2021, 20:21

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