Nach Pleite in Paderborn: HSV kann Aufstieg abhaken

Jubel beim SC Paderborn

SC Paderborn - Hamburger SV 4:1

Nach Pleite in Paderborn: HSV kann Aufstieg abhaken

Der Hamburger SV hat nach einer bitteren Niederlage im Spitzenspiel der 2. Bundesliga seine Chance auf den Wiederaufstieg so gut wie verspielt. Paderborn hat den direkten Aufstieg in eigener Hand.

Der HSV verlor am vorletzten Spieltag beim SC Paderborn mit 1:4 (0:1) und benötigt nun ein Wunder, um noch den Relegationsrang zu erreichen. Ganz anders ist dagegen die Stimmung beim SCP: Die Ostwestfalen sind weiterhin Zweiter und können am letzten Spieltag, an dem sie bei Dynamo Dresden antreten, schlimmstenfalls auf den Relegationsplatz abrutschen.

"Die letzten Wochen sind sehr bitter gewesen. Mir tut das leid für die fantastischen Fans und die Mitarbeiter. Wir haben alles versucht, um gegen die Entwicklung anzukämpfen.", sagte ein enttäuschter HSV-Trainer Hannes Wolf, der um seinen Job bangen muss. Die Hamburger holten aus den vergangenen acht Spielen nur drei Punkte und keinen Sieg.

Vereinzelt flogen daher Getränkebecher aus dem Fanblock, die Anhänger skandierten: "Wir sind Hamburger - und ihr nicht."

"Wir freuen uns heute über den Sieg in einem sehr intensiven Spiel", sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Auf den letzten Spieltag blickte er gelassen: "Die Ausgangssituation hat sich nicht geändert. Berlin hat auch gewonnen. Wir fahren jetzt nach Dresden und gucken, was dabei rauskommt."

Deutlich schlechtere Tordifferenz als Berlin

Auf den Tag genau ein Jahr nach ersten Bundesliga-Abstieg des HSV trafen Paderborns Doppelpacker Sebastian Vasiliadis (25. Minute, 46.) und Christopher Antwi-Adjei (81., 85.) am Sonntag (12.05.2019) mitten ins Herz der Hamburger, für die einzig Rick van Drongelen (71.) erfolgreich war.

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Die Norddeutschen könnten zwar am letzten Spieltag noch nach Punkten mit dem dritten Aufstiegsanwärter Union Berlin gleichziehen - weil sie aber im Vergleich eine um 21 Treffer schlechtere Tordifferenz haben, spricht alles für eine weitere Saison im Unterhaus. Dieses Schreckensszenario hätte sich der HSV, der sowohl in der Hinrunde als auch im DFB-Pokal gegen den SCP gewonnen hatte, ersparen können.

Aaron Hunt: "Wir haben den Aufstieg verschenkt"

Sportschau 12.05.2019 02:38 Min. Das Erste

Paderborn mit starkem Beginn

Doch im "Endspiel" in Paderborn wirkten zu Beginn nur die Gastgeber wild entschlossen. Angetrieben von den starken Sven Michel, Kai Pröger, Philipp Klement und Vasiliadis sorgte der SCP vor allem bei Umschaltsituationen für Gefahr. Bei einer ersten Chance scheiterte Pröger an Hamburgers Torhüter Tom Mickel, der den erkrankten Julian Pollersbeck vertrat (11.). Anschließend fand auch der HSV besser ins Spiel, vergab aber durch Leo Lacroix (15.) und van Drongelen (19.) zweite gute Chancen. Mitten in diese Hamburger Druckphase fiel der Führungstreffer des SCP: Vasiliadis schob den Ball nach einer zu kurzen Abwehr von Mickel mühelos ins Tor.

Paderborn vermasselt Hamburger Aufstieg - Highlights aus der Radio-Konferenz

Sportschau 12.05.2019 01:36 Min. ARD

HSV-Trainer Wolf erhöhte nach der Pause das Risiko und wechselte Aaron Hunt für Abwehrspieler David Bates ein - doch nur Sekunden nach Wiederanpfiff fiel der zweite Gegentreffer. Lacroix verlor den Ball leichtfertig an Vasiliadis, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Hamburg hatte den wild entschlossenen Gastgebern kaum noch etwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil: Paderborn fand immer wieder Lücken, kam zu besten Chancen und drängte auf die Entscheidung. Hamburgs van Drongelen sorgte mit seinem Anschlusstreffer nur kurzzeitig für Spannung, weil Antwi-Adjei kurz darauf alles klarmachte.

Während der SC Paderborn in Dresden mit einem Sieg direkt aufsteigen würde, empfängt der HSV den bereits abgestiegenen MSV Duisburg am letzten Spieltag.

Statistik

Fußball · 2. Bundesliga · 33. Spieltag 2018/2019

Sonntag, 12.05.2019 | 15.30 Uhr

Wappen SC Paderborn 07

SC Paderborn 07

Zingerle – Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins – Gjasula, Klement – Pröger (70. Tekpetey), Vasiliadis (84. Gueye), Antwi-Adjej – S. Michel (89. Zolinski)

4
Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Mickel – Bates (46. Hunt), Lacroix, van Drongelen – G. Sakai, G. Jung (71. Wintzheimer), Janjicic, Douglas Santos – Narey, Lasogga, Jatta (56. Arp)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Vasiliadis (25.)
  • 2:0 Vasiliadis (46.)
  • 2:1 van Drongelen (71.)
  • 3:1 Antwi-Adjej (81.)
  • 4:1 Antwi-Adjej (86.)

Strafen:

  • gelbe Karte Jatta (4 )
  • gelbe Karte Lacroix (3 )
  • gelbe Karte van Drongelen (4 )
  • gelbe Karte Janjicic (6 )
  • gelbe Karte Gjasula (12 )

Zuschauer:

  • 15.000

Schiedsrichter:

  • Benjamin Cortus (Röthenbach (Pegnitz))

Stand: Sonntag, 12.05.2019, 17:23 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 12.05.2019, 17:46

2. Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.1. FC Köln3463
2.SC Paderborn 073457
3.Union Berlin3457
4.Hamburger SV3456
5.1. FC Heidenheim3455
 ...  
16.FC Ingolstadt 043435
17.1. FC Magdeburg3431
18.MSV Duisburg3428
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