Hamburg setzt Ausrufezeichen in Nürnberg

Hamburger SV jubelt

1. FC Nürnberg - Hamburger SV 0:4

Hamburg setzt Ausrufezeichen in Nürnberg

Von Christian Hornung

Das sah schon ziemlich nach Bundesliga aus: Was der Hamburger SV im Topspiel der zweiten Liga in Nürnberg ablieferte, war ein klares Ausrufezeichen in Richtung Wiederaufstieg.

Die Dino-Uhr ist längst abgebaut, auch der bei den Heimspielen stets zelebrierte Kult-Song von Lotto King Karl ist Vergangenheit beim HSV. Die jahrzehntelang zur Schau getragene Großmannssucht gehört der Vergangenheit an - und seit dem Auftritt am Montagabend (05.08.2019) beim "Club" haben die Fans nun auch wieder eine sportliche Idee davon, wie die Rückkehr in die Bundesliga gelingen soll: Der 4:0 (2:0)-Erfolg für die Mannschaft von HSV-Trainer Dieter Hecking war hochverdient und logische Folge einer geordeneten und konsequenten Spielführung.

Dudziak tanzt Sörensen aus

Von einem weißen Ballett waren die ganz in weiß gekleideten Hamburger zwar noch ein gutes Stück entfernt, doch das war sicher weder die Absicht noch von dieser Formation zu erwarten. Ein spielerisches Highlight war aber der Führungstreffer durch den Ex-Paulianer Jeremy Dudziak, der in der 12. Minute Asger Sörensen mit einer einfachen Körpertäuschung austanzte und den Ball von der Strafraumgrenze flach ins rechte Eck platzierte.

War Ex-HSV-Keeper Christian Mathenia bei diesem Treffer noch machtlos, konnte man das vom 0:2 nun wirklich nicht behaupten: Beim Freistoß von Sonny Kittel nach einer halben Stunde gab Mathenia ohne Not die Torwartecke frei - und genau da schlug die Kugel dann ein.

Kurzes Aufbäumen der Nürnberger

Im zweiten Durchgang wurde zu Beginn ein wenig sichtbarer, dass auch Nürnberg gern zurück ins Oberhaus möchte, doch aus dem verstärkten Druck im Mittelfeld entsprangen keine großen Torchancen. Nach gut 20 Minuten sahen das wohl auch die "Clubberer" ein und ließen wieder den Gästen den Vortritt.

Und die ließen sich nicht groß bitten: Erst scheiterten Lukas Hinterseer und der eingewechselte Khaled Narey zwar am diesmal herausragend reagierenden Mathenia (67.), dann aber machte Narey nach einer brillanten Vorarbeit von Kittel mit einem harten Flachschuss alles klar (72.). Nürnberg brach nun vollends ein und besorgte das vierte Gegentor gleich selbst: Tim Handwerker grätschte den Ball vor dem einschussbereiten Jan Gyamerah ins eigene Netz (81.).

Hecking hochzufrieden

HSV-Coach Hecking war nach der Partie hochzufrieden: "Heute gibt es nichts auszusetzen. Wir waren in der ersten Halbzeit schon spielerisch einen Tick besser, dann haben wir nach dem Wechsel die Druckphase der Nürnberger gut überstanden und dann sehr gut auch wieder selbst zugeschlagen. Aber das muss jetzt der Maßstab sein, so weiterzumachen. Es muss nicht immer ein 4:0 sein, aber dass dieser Kader Qualität hat, hat er heute gezeigt."

Spielmacher Aaron Hunt analysierte: "Das war eine reife Leistung, von der ersten bis zur letzten Minute. Wir haben sehr gut umgesetzt, was der Trainer von uns verlangt hat, aber für uns gilt es jetzt weiterzuarbeiten."

Mathenia räumt Mitschuld ein

Bei den Nürnbergern war die Laune nachvollziehbarerweise deutlich schlechter: "Das haben wir uns hier zu Hause natürlich ganz anders vorgestellt", gab "Club"-Kapitän Hanno Behrens zu. "Das müssen wir analysieren und in die Kritik mit uns selbst gehen."

Keeper Mathenia war ebenfalls bedient: "Wir sind nicht gut in die Partie reingekommen. Der Freistoß zum 0:2 war natürlich bitter, den muss ich mir mit ankreiden."

Nürnberg reist am nächsten Spieltag zum SV Sandhausen (18.08.2019), am selben Tag empfangen die Hamburger den VfL Bochum.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Montag, 05.08.19, 22.50 Uhr

Statistik

Fußball · 2. Bundesliga · 2. Spieltag 2019/2020

Montag, 05.08.2019 | 20.30 Uhr

Wappen 1. FC Nürnberg

1. FC Nürnberg

Mathenia – Margreitter, Erras, Sörensen – Sorg, Handwerker, Behrens, Jäger (36. Ishak), Medeiros (69. Kerk), Dovedan – Hack (69. Palacios Martínez)

0
Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Heuer Fernandes – Gyamerah, G. Jung, van Drongelen, Leibold – Fein, Hunt, Dudziak (75. Kinsombi) – Jatta (65. Narey), Hinterseer, Kittel (82. Samperio Bustara)

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Dudziak (12.)
  • 0:2 Kittel (30.)
  • 0:3 Narey (72.)
  • 0:4 Handwerker (81./Eigentor)

Strafen:

  • gelbe Karte Handwerker (1 )
  • gelbe Karte Dudziak (1 )

Zuschauer:

  • 44.497

Schiedsrichter:

  • Harm Osmers (Hannover)

Stand der Statistik: Dienstag, 06.08.2019, 00:24 Uhr

Stand: 05.08.2019, 22:30

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