Bremen schafft auch in Karlsruhe die Wende nicht

Trotz Überzahl in Karlsruhe: Werder-Motor stottert weiter Sportschau 21.08.2021 03:48 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

Karlsruher SC - Werder Bremen 0:0

Bremen schafft auch in Karlsruhe die Wende nicht

Von Christian Hornung

Bundesliga-Absteiger Werder Bremen läuft in der 2. Liga weiter der Musik hinterher. Beim Karlsruher SC sprang trotz mehr als einer halben Stunde in Überzahl nur ein Remis heraus.

Ob der Vergleich nun schmeichelt oder eher gar nicht, müssen am Ende die Fans in Bremen selbst entscheiden. Als "FC Barcelona des Nordens" wurden die Hanseaten unter der Woche am Boulevard bezeichnet, als Begründung dienten die Komponenten hohe Schulden, Star-Flucht und Zoff in der Chefetage.

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Rücktritt im Aufsichtsrat

So ganz von der Hand zu weisen ist all das natürlich nicht, auch wenn es keine Messis waren, die Bremen verlassen haben, und die Schulden doch noch sehr deutlich von der Milliardengrenze entfernt sind. Auch ist aus Protest gegen die Führungspersonen Marco Bode und Frank Baumann nur ein Aufsichtsratsmitglied zurückgetreten, das ohnehin nicht mehr kandidieren wollte.

Festzuhalten ist aber eindeutig: Die Stimmung an der Weser war in den vergangenen Jahrzehnten selten schlechter als aktuell. Bremen musste in den vergangenen Wochen nach dem Abstieg eine ganze Reihe von Leistungsträgern verkaufen, unter anderem haben Maximilian Eggestein, Milot Rashica, Josh Sargent, Ludwig Augustinsson und Yuya Osako den Verein verlassen. Auf der Seiten der Zugänge hat sich bislang nichts getan, was den Unmut der Fans lindern könnte, auch wenn Baumann und Bode da baldige Abhilfe versprechen.

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Engagiert, aber ohne klare Linie

Es bedarf also ganz dringend eines Ereignisses, dass die Laune an der Weser aufhellen könnte, im besten Fall sogar Aufbruchstimmung erzeugt. Die Partie am Samstag (21.08.2021) beim Karlsruher SC wäre dazu eine sehr gute Möglichkeit gewesen, der KSC ist mit zwei Siegen und einem Remis gut gestartet.

Bremen begann die Partie auch sehr engagiert, hatte deutlich mehr Ballbesitz, auch wenn die klare spielerische Linie im Mittelfeld fehlte - verständlich nach all den Abgängen.

Doppeltes Glück für Karlsruhe

Trotzdem hätte Werder im ersten Durchgang in Führung gehen müssen. Nach einer knappen halben Stunde ließ KSC-Keeper Marius Gersbeck einen Kracher von Niclas Füllkrug nach vorn abprallen, Nicolai Rapp hatte den perfekten Riecher, verpasste aber den Abpraller aus kurzer Distanz. KSC-Verteidiger Philip Heise hatte Rapp dabei von hinten auch noch leicht geschubst, Schiedsrichter Bastian Dankert ließ die Gastgeber aber ohne Elfmeter und Platzverweis davonkommen.

Nach dem Wiederanpfiff gerieten die Karlsruher aber dann doch in Unterzahl: Marvin Wanitzek leistete sich binnen sieben Minuten zwei Fouls, die Dankert mit Gelb ahndete - beim zweiten war das auch richtig so. Niklas Schmidt war im Mittelfeld davongezogen, Wanitzek stoppte ihn in der 57. Minute mit einem taktischen Foul.

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Zetterer verhindert den Rückstand

Mehr als eine halbe Stunde durfte Bremen daraufhin in Überzahl verbringen, doch die Mannschaft von Markus Anfang tat sich trotz aller optischen Überlegenheit weiterhin sehr schwer damit, klare Chancen herauszuspielen. Eine Viertelstunde vor Schluss waren dann sogar die zehn Karlsruher der Führung näher: Marco Thiede platzierte einen Flachschuss knallhart aus acht Metern aufs linke Eck, Michael Zetterer verhinderte mit einer großartigen Parade den Rückstand.

Kurz vor dem Schlusspfiff wurde das aktuelle Dilemma der Bremer dann noch einmal augenscheinlich: Felix Agu hatte nach einer sehenswerten Kombination den Matchball auf dem Fuß, schob die Kugel aber aus bester Position in die Arme von Gersbeck.

Der KSC tritt nun am nächsten Freitag (27.08.2021) beim 1. FC Nürnberg an. Die Bremer haben zwei Tage später Hansa Rostock zu Gast und werden hoffen, bis dahin die dringend benötigten Verstärkungen vor allem in der Offensive an Bord zu haben.

Ausschnitte in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 21.08.2021, ab 18 Uhr

Stand: 21.08.2021, 17:42

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