Relegation: Kampf um die 2. Liga - und gegen die Erinnerungen

Stefan Kutschke (Ingolstadt) und Maurice Trapp (Osnabrück) kämpfen mit ihren Teams in der Relegation um die Zweitklassigkeit

FC Ingolstadt - VfL Osnabrück

Relegation: Kampf um die 2. Liga - und gegen die Erinnerungen

In der Relegation zur 2. Liga ist der FC Ingolstadt dabei - zum dritten Mal nacheinander. Diesmal heißt der Gegner VfL Osnabrück. Auch die Niedersachsen haben keine positiven Erinnerungen an Entscheidungsspiele.

In diesem Jahr treffen mit Osnabrück und Ingolstadt zwei Teams in der Relegation aufeinander, die bereits dreimal dabei waren. Gute Erfahrungen haben beide Klubs dort allerdings nicht gemacht. Der VfL Osnabrück konnte keines der Entscheidungsduelle gewinnen, der FC Ingolstadt nur eins.

Der FCI steht zum dritten Mal in Folge in der Relegation zur 2. Bundesliga. Die vergangenen beiden Jahre machen zwar wenig Mut, aber "aller guten Dinge sind drei", meint etwa FCI-Kapitän Stefan Kutschke.

Ingolstadt zweimal an Auswärtstorregel gescheitert

Kutschke war auch in den vergangenen beiden Jahren dabei, als Ingolstadt jeweils wegen der weniger erzielten Auswärtstreffer scheiterte. 2019 bedeutete das den Abstieg in die 3. Liga, 2020 wurde deswegen der Wiederaufstieg hauchdünn verpasst.

Vor einem Jahr fand die Relegation noch komplett ohne Fans statt, diesmal dürfen beim Hinspiel in Ingolstadt immerhin 250 Fans dabei sein. Für beide Mannschaften geht es um eine Menge, auch finanziell: Osnabrück würde beispielsweise rund 80 Prozent weniger TV-Gelder kassieren - und das während der ohnehin schon schwierigen Situation ohne Zuschauereinnahmen.

Die Saison

Osnabrück schien den Abgang von Trainer Daniel Thioune zum Hamburger SV im vergangenen Sommer eigentlich gut verkraftet zu haben. Platz zwei nach sieben Spielen und auch Platz elf nach der Hinrunde waren mehr als solide. Dann kam die Mannschaft aber vollkommen aus dem Tritt und holte zwischenzeitlich nur noch einen Punkt aus elf Spielen.

Marco Grote, der an der Bremer Brücke auf Thioune gefolgt war, ist deshalb längst nicht mehr Trainer beim VfL. Im März übernahm der ehemalige Bundesligastürmer Markus Feldhoff - die Trendwende gelang aber auch ihm nicht.

In Ingolstadt blieb Thomas Oral auch nach dem Relegationsschock gegen Nürnberg im vergangenen Jahr der Mann an der Seitenlinie. Die "Schanzer" spielten eine extrem konstante Saison und waren immer Teil der Spitzengruppe.

Ingolstadts Trainer Thomas Oral

Ingolstadts Trainer Thomas Oral

Von Mitte Dezember bis Mitte Februar stand die Mannschaft sogar durchgehend auf Rang zwei und damit auf einem direkten Aufstiegsplatz. Es folgten schwache Ergebnisse im April - und nun eben die Duelle mit Osnabrück.

Die Ausgangslage

In der Relegation gegen Nürnberg vor rund einem Jahr setzte es den K.o.-Schlag in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Jetzt kommt Ingolstadt zwar mit zwei Siegen aus der Saison, aber auch mit dem Wissen, dass der direkte Aufstieg nur wegen der schlechteren Tordifferenz verpasst wurde. Ein Sieg statt eines torlosen Unentschiedens am 36. Spieltag, und die Ingolstädter könnten längst für die 2. Bundesliga planen.

Auch in Osnabrück war die Stimmung schon einmal besser. Am letzten Spieltag hat die Konkurenz zwar für den VfL gespielt, Osnabrück selbst aber verspielte eine Führung in Aue und verpasste so den direkten Klassenerhalt. Allerdings hatte die Mannschaft um Kapitän Maurice Trapp auch erst am 33. Spieltag wieder den Sprung auf den Relegationsrang geschafft.

Trainerstimmen

Markus Feldhoff

Markus Feldhoff

Osnabrücks Trainer Markus Feldhoff: "Relegation ist die ultimative Herausforderung. Mehr Druck und Anspannung gibt es nicht. Es ist noch ein Platz in der besten 2. Bundesliga frei, die es in den vergangenen Jahren gab. Wer den größeren Willen hat, der ist in der nächsten Saison dabei."

Ingolstadt Trainer Thomas Oral: "Der liebe Gott will eben, dass wir in diese Relegation gehen", sagte er nach dem 3:1 gegen 1860 München am letzten Spieltag mit einem Schmunzeln: "Wir müssen eben noch einen Ticken konsequenter sein, gerade in der Schlussphase."

Die Prognose

Für den FC Ingolstadt wird es vor allem wichtig sein, das Relegationstrauma der beiden vergangenen Jahre spätestens jetzt zu verarbeiten. Der Umgang mit Rückschlägen in den beiden Relegationsspielen wird entscheidend sein. Die spielerische Klasse, um siegreich vom Platz zu gehen, haben die "Schanzer" auf jeden Fall.

Drei Relegationsduelle - und immer jubelte am Ende der Gegner. In Osnabrück wollen sie diese Serie nun beenden. Nur vier von bislang zwölf Relegationsduellen konnte der Zweitligist gewinnen - auch diese Statistik spricht gegen den VfL. Osnabrück wird zwei gute Tage brauchen, um die Klasse zu halten.

Das Rückspiel

Osnabrück darf beim Rückspiel am Sonntag (13.30 Uhr) 2.000 Zuschauer ins Stadion lassen. Das Land Niedersachsen erteilte am Mittwochabend eine entsprechende Erlaubnis. In Niedersachsen soll am 30. Mai ein Modellprojekt für die Öffnung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen starten. So dürfen zum Beispiel auch die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften vom 4. bis 6. Juni in Braunschweig an zwei Tagen vor 2.000 Zuschauern stattfinden.

Voraussetzung ist in Osnabrück wie in Braunschweig, dass bei der Teilzulassung der Zuschauer nur Sitzplätze vergeben werden und jeder Ticketinhaber beim Einlass ins Stadion einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen muss.

dpa, sid, red | Stand: 27.05.2021, 10:03

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