Werder Bremen - HSV: Zeit für neue Nordderby-Geschichten

Fußball | 2. Bundesliga

Werder Bremen - HSV: Zeit für neue Nordderby-Geschichten

Werder Bremen empfängt heute Abend den HSV zum 109. Nordderby - zum ersten Mal in der Zweiten Liga. Weil es auch für die meisten Spieler eine Premiere ist, bricht eine neue Zeitrechnung an.

"Für fast alle Jungs in unserem Kader geht es darum, eigene Erfahrungen zu sammeln", sagte HSV-Trainer Tim Walter vom dem Duell heute Abend (20.30 Uhr/im NDR Livecenter) an der Weser - dem ersten seit dem 24. Februar 2018. In der Abstiegssaison des HSV siegten die Bremer zu Hause mit 1:0. "Es hilft, das Ganze selbst zu erleben, um sich persönlich zu entwickeln. Wir werden niemanden nach Erfahrungen von früher fragen", betonte Walter.

"An dieses Derby reicht in Deutschland sonst nur noch Dortmund gegen Schalke heran."
— Werder-Manager Frank Baumann

Die Erfahrungen halten sich auf beiden Seiten auch sehr in Grenzen. Jiri Pavlenka und Milos Veljkovic auf der einen, Bakery Jatta auf der anderen Seite - der Rest war bei den oftmals rassigen Nordderbys bisher nur Zuschauer. Immerhin Werder-Manager Frank Baumann stand gegen die Hamburger schon selbst auf dem Platz und hat die Begegnungen "schon in verschiedenen Konstellationen erlebt.

Zu Beginn meiner Spielerzeit waren beide Clubs eher im Mittelmaß, das Derby hatte aber trotzdem eine hohe Brisanz. Dann haben wir Derbys erlebt, wo es um die Champions League ging, dann welche, wo es eher gegen den Abstieg ging." Der 45-Jährige ist sich sicher: "Auch in der Zweiten Liga hat das Nordderby von der Brisanz nichts verloren. An dieses Derby reicht in Deutschland sonst nur noch Dortmund gegen Schalke heran."

Anfang: "Die Stimmung hat sich etwas gedreht"

Die Bremer sind optimistisch, dass sie das erste Zweitliga-Nordderby für sich entscheiden werden. "Nach den vergangenen Monaten hat sich die Stimmung etwas gedreht", sagte Trainer Markus Anfang nach zuletzt zwei 3:0-Erfolgen und nun drei Spielen ohne Gegentor. "Wir haben jetzt die Chance, sehr viel Kredit zurückzuholen. Wir sind auf dem Weg, gemeinsam durch die Saison zu gehen."

Mit Platz drei nach sechs Spieltagen haben sich die Hanseaten nach Startschwierigkeiten in der Tabelle nach oben gekämpft. Die Saison des Nordrivalen gleicht bisher hingegen einer Achterbahnfahrt. Der 2:1-Sieg gegen Sandhausen am vergangenen Wochenende, das zweite Tor erzielte Moritz Heyer in der sechsten Minute der Nachspielzeit, soll allerdings der Startschuss zu einer längeren Hochphase gewesen sein.

Mit einem Dreier könnte der HSV wieder an Bremen vorbeiziehen. "An der Tabelle gemessen hat Werder, auch wegen des Heimspiels, leichte Vorteile. Wir wissen aber um unsere Stärken und ich glaube, dass es ein ansehnliches Spiel sein wird", sagte Walter. Der Chancenwucher zuletzt soll ein Ende haben: "Im Training zeigen sich die Jungs im Abschluss herausragend und das stimmt mich zuversichtlich."

Bremer Polizei erwartet viele Fans ohne Karte am Stadion

21.000 Zuschauer dürfen zum Nordderby ins Weserstadion - 1.050 Fans aus Hamburg haben eine Karte bekommen. Die Bremer Polizei ist alarmiert - die Rivalität hat durch die dreieinhalbjährige Pause nicht gelitten. Zudem wird damit gerechnet, dass auch HSV-Anhänger ohne Karte die Reise gen Westen antreten werden. Die Behörden rechnen mit einer dreistelligen Zahl von Problem-Fans.

In Bremen gilt das Nordderby auch in diesem Jahr als "Hochrisikospiel" - was mit höheren Kosten auf Seiten der Polizei vonstatten geht. Ein entsprechender Gebührenbescheid "in sechsstelliger Höhe wird auf jeden Fall an die DFL verschickt", sagte die Sprecherin der Bremer Innenbehörde Rose Gerdts-Schiffler Radio Bremen. Die DFL leitet entsprechende Bescheide an die Vereine weiter, also muss Werder bezahlen. Mehrere Hundertschaften der Polizei werden im Einsatz sein, ihre Arbeit wird durch die späte Anstoßzeit samt Dunkelheit erschwert.

Personallage beim HSV entspannt - Sorgen bei Werder

Beim Derby muss Anfang auf Kapitän Ömer Toprak verzichten, den seine Probleme mit der Wade zum Pausieren zwingen. Rechtzeitig fit wird wohl Mitchell Weiser, der nach muskulären Problemen dabei sein dürfte. Während Marvin Ducksch nach "leichten Krankheitssymptomen" ebenfalls rechtzeitig fit werden soll, werden Felix Agu (Muskelverletzung) und Leonardo Bittencourt (Innenbandverletzung) definitiv erneut fehlen.

Auch der HSV hat zwar weiterhin einige Ausfälle zu beklagen. Walter steht jedoch derselbe Kader wie zuletzt zur Verfügung.

Mögliche Aufstellungen:

Werder Bremen: Zetterer - Weiser, Veljkovic, Mai, Jung - Groß - Rapp, Schmidt - Schmid, Nankishi - Ducksch
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah, David, Schonlau, Leibold - Meffert - Kinsombi, Heyer - Jatta, Glatzel, Kittel

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Bundesligashow | 18.09.2021 | 20:30 Uhr

NDR | Stand: 18.09.2021, 10:06

2. Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.FC St. Pauli1022
2.Jahn Regensburg1019
3.FC Schalke 041019
4.SC Paderborn 071018
5.1. FC Nürnberg1018
 ...  
16.SV Sandhausen108
17.FC Ingolstadt 04105
18.Erzgebirge Aue104
Darstellung: