Krisenstimmung in Kiel: Holstein ist Schlusslicht der Zweiten Liga

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Krisenstimmung in Kiel: Holstein ist Schlusslicht der Zweiten Liga

Fast-Bundesligist KSV Holstein hat zum Saisonauftakt zweimal mit 0:3 verloren und ziert das Tabellenende der Zweiten Liga. Kommen nun neue Offensivkräfte? Jetzt spielt Kiel erstmal im Pokal bei Weiche Flensburg - durchaus mit Blamage-Potenzial.

Ende Mai stand die KSV Holstein nach einem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln im Hinspiel der Relegation mit einem Bein in der Bundesliga. Die Euphorie beim Sensationsteam der Vorsaison war riesig. Nur 68 Tage später herrscht Katerstimmung in Kiel: Die Relegation ging im Rückspiel verloren, vier Leistungsträger verließen den Club (Serra, Meffert, Lee, Dehm), die Vorbereitungszeit war zu kurz und nun folgte ein echter Fehlstart in die neue Zweitliga-Saison.

Zwei Spiele, null Punkte, kein geschossenes Tor und Tabellenletzter - viel schlechter hätte es zum Auftakt nicht laufen können für die "Störche". Vom Fast-Aufsteiger zum Tabellenschlusslicht in Rekordzeit.

Coach Werner: "Im Strafraum waren wir zu schlecht"

Gegen Schalke sahen die Fans eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Auftakt beim FC St. Pauli. Die Kieler hatten mehr Ballbesitz (63 Prozent) und mehr Torschüsse (24:9). Damit war KSV-Coach Ole Werner zufrieden, wenngleich er auch wusste, warum es am Ende erneut 0:3 aus Sicht der Schleswig-Holsteiner lautete: "Wir haben zwischen den Strafräumen viele Sachen richtig gemacht, wir haben teilweise auch richtig guten Fußball gezeigt und waren dominant. Aber unter dem Strich müssen wir festhalten, dass Spiele im Strafraum entschieden werden. Und da waren wir einfach zu schlecht."

Den 33-Jährigen ärgerten zwei nahezu identische Gegentore nach Standardsituationen sowie die schlechte Chancenverwertung seiner Offensivleute. "Daran müssen wir arbeiten und uns deutlich verbessern", so Werner.

Holstein sucht offenbar nach Offensiv-Verstärkungen

Die offensiven Neuzugänge Fiete Arp und Steven Skrzybski konnten bislang noch nicht überzeugen, auch wenn Letztgenannter gegen seinen Ex-Club Schalke ein Tor erzielte, das aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht gegeben wurde. Logisch, dass Trainer Werner mehrfach gefragt wurde, ob die KSV im personellen Bereich noch einmal tätig werden will: "Wir werden das intern besprechen und dann Entscheidungen treffen. Aber klar ist, dass wir uns im vorderen Bereich steigern müssen." Das klingt eher danach, als ob Holstein sich nach Verstärkungen umschauen wird - auch wenn Sportchef Uwe Stöver nach der Auftaktpleite gegen St. Pauli dem Kader sein "volles Vertrauen" aussprach.

Kapitän Hauke Wahl, der mit einem Patzer gegen Schalke das 0:3 einleitete, blieb direkt nach dem Abpfiff zuversichtlich: "Der Blick auf die Tabelle ist natürlich nicht schön, aber auch noch nicht aussagekräftig. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns nächste Woche im Pokal ein Erfolgserlebnis holen und die Woche drauf den ersten Dreier einfahren."

Kiel weiß selbst am besten, was im Pokal möglich ist

Im Pokal müssen die "Störche" am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr im Livecenter bei NDR.de) zum Nachbarschaftsduell bei Weiche Flensburg antreten. Nach dem Fehlstart der KSV rechnet sich der Viertligist nun sogar etwas aus, wie Flensburgs Kapitän Torge Paetow gegenüber DFB.de sagte: "Wir werden nicht chancenlos sein." Aus eigener Erfahrung wissen die derzeit angeschlagenen Kieler, dass Sensationen im Pokal möglich sind - erst in der Vorsaison warf das damalige Team den FC Bayern aus dem Wettbewerb.

In der Zweiten Liga geht es für die KSV am 14. August weiter - mit einem Heimspiel gegen das neue Überraschungsteam aus Regensburg. Der Jahn ist Tabellenzweiter, mit sechs Punkten und 5:0 Toren.

Dieses Thema im Programm:
Schleswig-Holstein Magazin | 01.08.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 02.08.2021, 13:31

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