Bestätigt: HSV und Hecking gehen getrennte Wege

Darum trennen sich der HSV und Hecking Verfügbar bis 06.07.2021

NDR-Sport

Bestätigt: HSV und Hecking gehen getrennte Wege

Für Dieter Hecking ist die Zeit beim Hamburger SV nach einem Jahr beendet. Der Coach und der Fußball-Zweitligist konnten sich in Gesprächen auf keine weitere Zusammenarbeit einigen.

HSV-Trainer Dieter Hecking mit angespannter Miene

Fußball-Zweitligist Hamburger SV und Trainer Dieter Hecking gehen getrennte Wege. Das bestätigte der HSV am Sonnabend. Die Entscheidung fiel nach mehreren Treffen zwischen dem 55 Jahre alten Coach, dessen Vertrag sich nur bei einem Aufstieg automatisch über den 30. Juni hinaus verlängert hätte, und Sportvorstand Jonas Boldt sowie einer Aufsichtsratssitzung am Freitag. "Ich bin vor einem Jahr hier angetreten, um gemeinsam mit den Verantwortlichen des Clubs das große Ziel des Hamburger SV zu erreichen. Wir haben in der zurückliegenden Saison einiges geschafft. Aber wir haben das angestrebte Ziel nicht erreicht. Dafür übernehme ich die Verantwortung", sagte Hecking.

Dimitrios Grammozis als Nachfolger gehandelt

Boldt sprach von einem "offenen, ehrlichen Austausch". Der Club sehe sich "gezwungen, einen veränderten Weg einzuschlagen". Als Heckings Nachfolger wird Dimitrios Grammozis gehandelt. Der Grieche war zuletzt bei Darmstadt 98 verantwortlich und führte die Lilien in der abgelaufenen Saison auf den fünften Tabellenplatz - nur zwei Punkte hinter dem HSV. Bereits im Februar hatte sich der 41-Jährige gegen eine Vertragsverlängerung bei den Hessen entschieden, Grammozis wäre frei verfügbar. Für den gebürtigen Wuppertaler wäre es eine Rückkehr, von 1998 bis 2000 war Grammozis als Spieler an der Elbe aktiv. Kurioserweise hat auch der FC St. Pauli ein Auge auf Grammozis geworfen - dem HSV werden aber deutlich bessere Chancen eingeräumt, den Trainer zu verpflichten.

HSV vor finanziellen Einschnitten

Der HSV hatte am vergangenen Wochenende durch eine blamable 1:5-Niederlage gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag den Sprung auf den Relegationsplatz verpasst, das Bundesliga-Gründungsmitglied muss damit ein drittes Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen. In Hamburg stehen zudem finanzielle Einschnitte bevor. Denn der wirtschaftlich angeschlagene Club muss wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer-Einnahmen seinen Team-Etat von 30 auf 23 Millionen Euro senken. Dass zudem die Verträge mit den beiden Top-Sponsoren ausgelaufen sind, wodurch weitere knapp sechs Millionen Euro fehlen, belastet den Verein zusätzlich.

Enttäuschendes Scheitern im Aufstiegsrennen

Hecking war erst im vergangenen Sommer als Hoffnungsträger nach Hamburg gekommen. Mit seiner ruhigen, sachlichen Art sollte er den Club in ruhige Fahrwasser bringen und den Aufstieg sichern. Doch gerade nach der Corona-Pause geriet der HSV aus der Bahn und gab mehrfach Punkte in den letzten Spielminuten ab. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg zumindest für das Erreichen der Relegation gereicht - es folgte das Desaster gegen Sandhausen und damit das enttäuschende Scheitern im Aufstiegsrennen.

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 03.07.2020 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 04.07.2020, 17:38

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