HSV-Neustart mit Walter: "Überzeugung und Bereitschaft"

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HSV-Neustart mit Walter: "Überzeugung und Bereitschaft"

Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat einen neuen Trainer gefunden. Tim Walter soll den Club im vierten Anlauf endlich zurück in die Bundesliga bringen.

Der 45-Jährige folgt auf Interimscoach Horst Hrubesch, der den HSV nach der Trennung von Daniel Thioune im Saisonfinale für drei Spiele betreut hatte. Eine Ablösesumme ist für den neuen Übungsleiter nicht fällig - Walter ist seit seiner Beurlaubung im Dezember 2019 beim VfB Stuttgart vereinslos gewesen. Vor seinem Stuttgarter Engagement war er für ein Jahr beim Zweitligisten Holstein Kiel tätig, den er auf Platz sechs führte.

"Überzeugung haben und Bereitschaft mitbringen"

"Mir eilt ja ein Ruf voraus", kam Walter bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstag gleich zur Sache. Für Erfolg brauche man "Bereitschaft, Zusammenhalt und Mut", erklärte der neue HSV-Coach, der an der Elbe einen Zweijahresvertrag erhalten hat. Entscheidend sei dabei die "Bereitschaft", führte der neue HSV-Coach aus. Er sei einer, der die Jungs abholen und entwicken kann", so Walter. Dabei wolle er sie "fordern und fördern".

"Wichtig wird sein, dass die Bereitschaft eines jeden Spielers da ist. Wir müssen dahinkommen, dass wir eine Überzeugung von Innen haben, um unsere Herangehensweise umzusetzen."
— HSV-Trainer Tim Walter

Worte, die vor allem seinem Interims-Vorgänger Hrubesch gefallen haben dürften. Der 70-Jährige hatte nach dem 4:0-Erfolg zum Saison-Abschluss gegen Eintracht Braunschweig vor allem ein Mentalitätsproblem beim HSV ausgemacht: "Wir haben eine schlagkräftige Truppe, standen im Februar mit einigen Punkten Vorsprung oben. Die Frage ist, was du dann investieren musst? Du musst mehr tun, um besser zu werden und das haben wir nicht getan."

Auch Sportvorstand Jonas Boldt ("Wir haben eine Überzeugung bei Tim Walter") hatte zuvor angekündigt, "kompromissloser" mit den Profis umgehen zu wollen: "Wir werden in die Spieler reinhören und vielleicht dem einen oder anderen klar mitgeben, was wir hier verlangen. Ein paar gute Spiele reichen nicht. Die Bereitschaft muss da sein, hier erfolgreich sein zu wollen."

Offensiv, selbstbewusst und meinungsstark

"Mehr tun", "besser werden" - für einen solchen Ansatz will Walter mit seinem ballbesitz-orientierten Offensivfußball und der sehr emotionalen Art des Coachings stehen. Der 45-Jährige, bereits der fünfte Hamburger Zweitligacoach seit 2018, gilt als extrem selbstbewusster und meinungsstarker Antreiber und holt Profis permanent aus der Komfortzone. Gewissermaßen ist er damit ein Gegenentwurf zu Thioune, der vielen als zu nett im Umgang mit den Spielern galt.

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 25.05.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 25.05.2021, 19:00

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