Hansa Rostock: Mit breiter Brust zum Klassenerhalt?

Die Hansa-Profis Simon Rhein, Jan Löhmannsröben und Streli Mamba (v.l.) freuen sich nach einem Tor.

NDR-Sport

Hansa Rostock: Mit breiter Brust zum Klassenerhalt?

Von Johannes Freytag

Stimmgewaltige Anhänger, Tradition und viel Euphorie: Rückkehrer Hansa Rostock will für die entsprechende Würze in der Zweiten Liga sorgen, die als stärkste der Geschichte gilt.

So lief die vergangene Saison:

Trotz der ersten Saisonniederlage schon am zweiten Spieltag beim Aufsteiger 1. FC Saarbrücken setzte sich Hansa schnell im oberen Tabellenbereich fest. Kurz vor Weihnachten drohten die Rostocker Aufstiegsträume nach drei Niederlagen in Folge - in Wiesbaden (1:2), gegen Meppen (0:2) und in Ingolstadt (0:1) - jedoch fast schon zu versanden. Bärenstark meldeten sich die Norddeutschen dann aber nach der (kurzen) Winterpause zurück, blieben sieben Partien ohne Niederlage und feierten dabei sechs Siege.

Auch das überraschende 0:1 in Lübeck im März und einen Monat später das 0:2 im eigenen Stadion gegen Magdeburg warfen die Mannschaft von Trainer Jens Härtel nicht aus der Bahn. Es blieben die einzigen Niederlagen im Kalenderjahr. Am letzten Spieltag reichte ein 1:1 gegen Lübeck zum Sprung in die Zweite Liga.

Wer kommt, wer geht:

Im Hansa-Kader gab es im Sommer viel Bewegung. Neun Abgängen stehen acht Neuverpflichtungen gegenüber. In Hanno Behrens (183 Zweitligaspiele für Nürnberg und Darmstadt) und Calogero Rizzuto (134 für Erzgebirge Aue) setzten die Norddeutschen vor allem auf Erfahrung. Auch Ridge Munsy (Würzburg) und Thomas Meißner (einst MSV Duisburg) kennen die Zweite Liga, Streli Mamba bestritt 24 Bundesligapartien für Paderborn. Der Schwede Svante Ingelsson, der von Udinese Calcio kommt, bringt sogar internationales Flair mit. Dazu kommen Havelses Aufstiegsheld Kevin Schumacher und "Einwurf-Experte" Ryan Malone, der im vergangenen Jahr beim VfB Lübeck spielte.

Trainer Härtel: "Müssen die kleinen Dinge noch besser machen"

Sechs Testspiele blieben die Rostocker ungeschlagen, ausgerechnet bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Braunschweig patzte Hansa und verlor 1:2. Nicht nur deshalb sieht Trainer Härtel noch Optimierungsbedarf. "Wir sind physisch schon auf einem guten Level. Jetzt geht es darum, dass jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt. Da macht der ein oder andere mal einen Schritt zu wenig. Wir müssen die kleinen Dinge noch besser machen", sagte der Trainer mit Blick auf den Zweitliga-Auftakt am Sonnabend (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen den Karlsruher SC.

"Wir müssen nach eigenen und gegnerischen Standards wacher sein und besser umschalten", forderte der 52-Jährige. Auch dass sein Team beim letzten Härtetest "zu oft in schwierige Situationen gekommen" sei, monierte Härtel. Und forderte: "Das darf uns in der Liga nicht passieren."

Erwartungen an die Saison:

Die Euphorie an der Ostsee ist groß. Nach der erreichten Rekordmarke von 10.000 Dauerkarten stoppte Hansa den Verkauf. Dennoch tun die Club-Verantwortlichen gut daran, auf die Bremse zu treten. Trotz der routinierten Neuzugänge stehen im Rostocker-Kader 13 Spieler, die das Bundesliga-Unterhaus nur vom Zuschauen kennen. Auch die Zweitliga-Erfahrung von Profis wie Bentley Baxter Bahn (drei Spiele, zuletzt 2014), Julian Riedel (12/2017) und Maurica Litka (19/2017) ist überschaubar. "Wir alle haben ein großes Ziel vor Augen. Es wird für uns eine riesige Herausforderung, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte Hansas Sportvorstand Martin Pieckenhagen.

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 24.07.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 23.07.2021, 13:09

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