Der HSV ist nicht nur der "FC Terodde"

Hamburgs Sonny Kittel (l) und Hamburgs Tim Leibold bejubeln den Treffer zum 1:0.

NDR-Sport

Der HSV ist nicht nur der "FC Terodde"

Der Hamburger SV gewinnt mit 5:0 und Simon Terodde hat kein Tor geschossen. HSV-Coach Daniel Thioune zeigte sich darüber sogar erfreut und würdigte die Breite seines Kaders.

Sonny Kittel, Josha Vagnoman, zweimal Bakery Jatta sowie ein Eigentor sorgten beim 5:0 gegen den VfL Osnabrück für den höchsten Erfolg des HSV in seiner (noch kurzen) Zweitliga-Geschichte.

Thioune: "Diese Mannschaft ist im Kollektiv gut"

"Baka ist heute der Simon Terodde gewesen", zeigte sich Trainer Thioune stolz über den Doppeltorschützen Jatta. Der 46 Jahre alte Coach war erleichtert, dass mal nicht sein Parade-Goalgetter (16 Saisontore) getroffen hatte, sondern dessen Mitspieler. "Danke schön an meine Mannschaft, dass sie heute so schön performt hat", lobte Thioune das Team. "Sonst ist der Textbaustein immer Simon Terodde. Jetzt müssen wir mal einen anderen einsetzen", sagte Thioune und freute sich: "Diese Mannschaft ist im Kollektiv gut."

Es ist egal, wer die Tore macht

Es passt ins Bild, dass gegen Osnabrück auch zwei Spieler trafen, die abseits des Platzes zu den Sorgenkindern zählten. Jatta gab mit seinen zwei Treffern die beste Antwort auf den neuerlichen Wirbel um seine Identität und ist jetzt mit vier Toren zweitbester HSV-Schütze. Kittel war vor Weihnachten in den sozialen Medien in die Kritik geraten - auch sportlich lief es nicht so rund. Seit Jahresbeginn aber stand Kittel stets in der Startelf und war gegen Osnabrück bester Mann auf dem Rasen.

"Der Kader ist so gut aufgestellt, ich habe genügend Jungs, die Tore schießen können", sagte Thioune und freute sich über die Trefferflut am Montagabend. Ein 5:0 in einem Spiel war den Hamburgern zuletzt 2013 in der Bundesliga beim 1. FC Nürnberg geglückt.

Aufbauhilfe für Wood

Thioune würdigte die Breite seines Kaders und gestand, dass es nicht nur strahlende Gesichter im Team gebe, wenn er die Aufstellung präsentiere und verdiente Profis wie Aaron Hunt auf der Bank Platz nehmen müssten.

Aber Thioune baut Ersatzspieler auch auf. Gegen Osnabrück nahm er Terodde in der 62. Minute aus dem Spiel und brachte Bobby Wood. Die Einwechslung zeigte: Thioune glaubt weiter an den US-Amerikaner, obwohl der seit November 2018 (damals für Hannover 96) kein Tor mehr erzielt hat.

Hinterseer vor dem Abgang

Gleichwohl gibt es auch Opfer des starken Hamburger Kollektivs: Lukas Hinterseers Zeit an der Elbe ist so gut wie beendet, der 29-Jährige steht vor einem Wechsel nach Südkorea. Der Österreicher habe "sicherlich darunter gelitten, dass die anderen das sehr gut gemacht haben", sagte Thioune.

DIE anderen - der Plural ist wichtig. Thiounes HSV soll eben nicht nur der FC Terodde sein.

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 19.01.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 19.01.2021, 14:13

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