"Große Mehrheit" - Auch 2. Bundesliga schafft Montagsspiele ab

Fans protestieren gegen Montagsspiele

Bestätigung durch DFL

"Große Mehrheit" - Auch 2. Bundesliga schafft Montagsspiele ab

Nach den Vertretern der Fußball-Bundesliga haben sich auch die Vereine der 2. Bundesliga "mit großer Mehrheit" darauf geeinigt, die Montagsspiele ab der Saison 2021/22 abzuschaffen. Das Fan-Bündnis "ProFans" spricht von "Erleichterung".

Die Entscheidung teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag (04.12.2018) mit. Stattdessen soll eine Partie am Samstagabend ab 20.15 Uhr ausgetragen werden. Montagsspiele gibt es in der 2. Bundesliga seit 1993 und stießen seither bundesweit auf Proteste. Laut DFL fiel die Entscheidung am Montag bei "einem intensiven Gespräch und Meinungsaustausch über diverse Themen" in Frankfurt.

Das Fan-Bündnis "ProFans" begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. "Das ist sicher eine Erleichterung für die aktiven Fans, vor allem für die Auswärtsfahrer. Das lag uns sehr am Herzen, insofern ist das ein Erfolg, der uns beflügelt und weitere Ziele angehen lässt", sagte Sprecher Sig Zelt: "Es ist gut, dass mehr und mehr erkannt wird, dass Fans dem Fußball einen Mehrwert geben."

2. Bundesliga schafft Montagsspiele ab

Sportschau | 04.12.2018 | 00:38 Min.

Proteste auch am Wochenende

Erst am Wochenende war der Protest an einem bundesweiten Aktionsspieltag erneut aufgeflammt. "Vereine, ihr habt es in der Hand - Montagsspiele abschaffen" stand auf Spruchbändern in vielen Kurven. Nun lenkten die Klubs tatsächlich ein. "Diese Protestkultur scheint doch erfolgreich zu sein. Aus meiner Sicht ist es schade, dass es nur so geht und alle Gespräche vorher nichts gebracht haben", sagt Fansprecher Zelt. "ProFans" hatte 2015 ebenso wie weitere Fan-Organisationen den Dialog mit den Verbänden eingestellt. "Es wäre gut, wenn es langfristig wieder zu Gesprächen käme", sagte Zelt nun.

"Wir glauben, dass der Samstagabend die deutlich sinnvollere und bessere Alternative ist, auch aus Sicht der Fans", sagte Markus Rejek, Geschäftsführer von Arminia Bielefeld. Für Peter Mohnhaupt, den Geschäftsführer des MSV Duisburg, "bietet der Samstagabend für alle Beteiligten völlig neue Chancen, die wir nach unseren Möglichkeiten aktiv gestalten werden". Auch der 1. FC Köln stimmte laut Geschäftsführer Alexander Wehrle dem Vorschlag zu.

Zweitligisten beschließen zudem Einrichtung eines Solidaritätsfonds

Die Zweitligisten beschlossen in Frankfurt für die Saison 2018/2019 zudem die Einrichtung eines Solidaritätsfonds von 1,8 Millionen (bei drei Absteigern) bzw. 1,2 Millionen Euro (bei zwei Absteigern). Dazu wird jeder Verein einen pauschalen Beitrag in Höhe von 100.000 Euro (bei drei Absteigern) bzw. 66.667 Euro (bei zwei Absteigern) beitragen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Dienstag, 04.12.18, ab 22.50 Uhr

dpa | Stand: 04.12.2018, 18:23

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