Klement, Serra, Weilandt - Zweitliga-Spieler auf dem Sprung

Janni Serra jubelt nach einem Treffer für Holstein Kiel

2. Bundesliga

Klement, Serra, Weilandt - Zweitliga-Spieler auf dem Sprung

Von Tim Beyer

Die Kölner Jonas Hector und Simon Terodde kennt jeder Fußballfan, auch den Hamburger Pierre-Michel Lasogga. Und sonst? sportschau.de stellt vor dem Rückrundenstart (heute Abend, 18.30 Uhr) fünf Zweitligaspieler vor, die es in die Bundesliga schaffen können.

Janni Serra (Holstein Kiel) - Der Umgeschulte

Es hat nicht viel gefehlt, dann wäre der Angreifer Janni Serra, 20, gar kein Angreifer geworden. Als Serra 2014 aus der Jugend von Hannover 96 in die von Borussia Dortmund wechselte, war er 16 und Innenverteidiger. Trainer der U17 des BVB war Hannes Wolf, mittlerweile Cheftrainer beim Hamburger SV.

Irgendwann lag Dortmund in einem Spiel kurz vor Schluss zurück und weil Serra schon damals gut 1,90 Meter maß, beorderte ihn Wolf kurzerhand ins Angriffszentrum. Eine gute Idee: Serra machte noch im gleichen Spiel zwei Tore, und aus dem Innenverteidiger wurde ein Angreifer.

Wenn es heute um Deutschlands Sturmhoffnungen geht, fällt oft sehr schnell der Name Serra. Bei Holstein Kiel spielt Serra gerade seine erste Zweitliga-Spielzeit als Stammspieler, er hat in 17 Spielen acht Tore erzielt und vier Vorlagen gegeben. Auch in Deutschlands U21-Nationalmannschaft hat Serra einen Stammplatz. Und mittlerweile sind es nicht wenige Experten, die prophezeien, Serra werde Kiel noch vor Ablauf seines Vertrags 2021 in Richtung Bundesliga verlassen.

Philipp Klement (SC Paderborn) - der Spätzünder

Paderborns Philipp Klement im Zweikampf mit Khaled Narey vom HSV

Philipp Klement im Zweikampf mit Khaled Narey vom HSV

Es ließen sich einige schöne Geschichten über die Hinrunde von Paderborns Spielmacher Philipp Klement, 26, schreiben. Sie würden von Pässen handeln, die er so leichtfüßig schlägt wie kein anderer in der Liga, und von Toren, so schön, als habe man sie sich nur ausgedacht. Womöglich reicht aber schon der Blick auf die Statistik, um zu verstehen, welchen Wert Klement für die Ostwestfalen hat: 17 Spiele, zehn Tore, sechs Vorlagen.

Die Frage bleibt: Warum nimmt man diesen Fußballer erst jetzt wahr? Wo war er all die Jahre zuvor? Klement hat schon für Kaiserslautern, Nürnberg, Rostock und Mainz gespielt, der Durchbruch blieb trotzdem aus. Erst waren andere körperlich stärker, irgendwann wurden ihm dann noch jüngere Spieler vorgezogen.

Philipp Klement - der Spätzünder

Sportschau 28.01.2019 00:42 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 ARD

Klements Taktstock zerlegt Dresden

Sportschau 29.01.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 29.01.2020 ARD

Zwei Bundesligaspiele mit insgesamt 28 Spielminuten hat Klement absolviert, beide für Mainz. Das erste im Herbst 2015 gegen Schalke, also gegen jenen Klub, der ihn nun offenbar verpflichten möchte. Das berichtet zumindest die "Bild"-Zeitung. Auch der Hamburger SV soll sein Interesse schon hinterlegt haben.

Tom Weilandt (VfL Bochum) - der Effektive

Manchmal ist es ein einziger Moment, der eine ganze Saison prägt. Wenn man irgendwann Fans des VfL Bochum fragt, an welche Szene aus der Spielzeit 2018/19 sie sich am liebsten erinnern, werden sicher viele auf Tom Weilandt, 26, und das Spiel gegen Erzgebirge Aue verweisen.

Es war der 24. November, und Bochum lag nach 72 Minuten gegen Aue zurück. Es folgten 21 denkwürdige Minuten, die für immer mit dem Namen Weilandt verknüpft sein werden: Erst glich Bochums Nummer 14 mit einem satten Linksschuss aus, ehe er in der dritten Minute der Nachspielzeit auch noch den Siegtreffer erzielte.

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Es war die Krönung einer Hinrunde, die sicher die beste in der Karriere von Weilandt war. Er machte 16 Spiele, erzielte sieben Tore und lieferte zwei Vorlagen - effektiver war Weilandt nie. Schon bei all seinen vorherigen Stationen, ob bei Hansa Rostock, Greuther Fürth oder Holstein Kiel, war viel vom außerordentlichen Talent des offensiven Mittelfeldspielers zu lesen gewesen. Nur war dieses Lob oft mit einer Einschränkung versehen: Weilandt rief sein Talent nicht immer ab, auf ein gutes Spiel folgten manchmal drei schwache.

Tom Weilandt - der Effektive

Sportschau 28.01.2019 00:52 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 ARD

Jetzt ist das anders - und deshalb wartet auf die Verantwortlichen der Bochumer eine Menge Arbeit, zumal Weilandts Vertrag im Sommer ausläuft. In der Branche ist das kein Geheimnis. Es wäre deshalb nicht verwunderlich, wenn Weilandt ab Sommer Bundesliga spielt - mit dem VfL Bochum oder bei einem anderen Klub.

Sargis Adamyan (Jahn Regensburg) - der HSV-Schreck

In der Karriere von Sargis Adamyan, 25, ist das mit der Zeit so eine Sache. Noch mit 24 spielte er in der Regionalliga, oft sehr gut sogar, zuletzt hatte er dort in einer Saison 16 Tore für den TSV Steinbach erzielt. Doch für die große Karriere, so schien es, war es schon zu spät für den Nationalspieler Armeniens.

Sargis Adamyan setzt sich gegen Sandhausens Emanuel Taffertshofer durch

Sargis Adamyan behauptet den Ball

Anderthalb Jahre ist das jetzt her. Mittlerweile ist aus dem Regionalligaspieler Adamyan ein Zweitligaspieler geworden, den selbst der Hamburger SV fürchtet. Als er Ende September mit Jahn Regensburg in Hamburg spielte, erzielte er in nur 14 Minuten einen Hattrick. Am Ende ging der HSV 0:5 unter.

In 17 Spielen hat Adamyan in dieser Saison acht Tore erzielt und sieben Vorlagen gegeben. Und weil er auch noch als Teamplayer gilt und wahnsinnig schnell ist, sollen sich nun sogar RB Leipzig und der VfL Wolfsburg mit Adamyan beschäftigen. 

Sargis Adamyan - der HSV-Schreck

Sportschau 28.01.2019 00:42 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 ARD

Nikola Dovedan (FC Heidenheim) - der Schnittstellen-Spieler

Wenn der 1. FC Heidenheim mit dem Spiel gegen Holstein Kiel in das Fußballjahr 2019 startet, wird Nikola Dovedan, 24, fehlen - er ist wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. Trainer Frank Schmidt muss Ersatz suchen, und es könnte schon eine gute Übung für die Zukunft sein.

Heidenheims Nikola Dovedan beim 2:0-Torschuss gegen Duisburg

Heidenheims Nikola Dovedan trifft gegen gegen Duisburg

Zwar läuft der Vertrag von Dovedan in Heidenheim noch bis 2023, doch wenn seine Entwicklung im gleichen Tempo voranschreitet wie in den vergangenen Monaten, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten Angebote eintrudeln, denen man nicht widerstehen möchte.

In der Hinrunde hat Dovedan 18 Spiele gemacht, er hat je fünf Tore selbst erzielt und aufgelegt. Und er war nicht nur deshalb neben Kapitän Marc Schnatterer Heidenheims bester Spieler, das spricht sich rum.

In Österreich, Dovedans Heimat, buhlte im vergangenen Sommer Rapid Wien um den Mann, der am liebsten an der Schnittstelle zwischen Mittelfeld und Angriff agiert, aber Heidenheim lehnte ab. Das werden sie sich wohl nicht ewig erlauben können an der Brenz.

Nikola Dovedan - der Schnittstellen-Spieler

Sportschau 28.01.2019 00:34 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 ARD

Stand: 29.01.2019, 05:00

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