Aue legt Protest gegen Spielwertung ein

Erzgebirge Aues Präsident Helge Leonhardt

Letzter Spieltag in der 2. Bundesliga

Aue legt Protest gegen Spielwertung ein

Beim FC Erzgebirge Aue herrscht große Wut über den Sturz auf den Relegationsplatz der 2. Bundesliga. Der Klub legte Protest gegen die Spielwertung der Partie in Darmstadt an, ein Stadtrat zeigte den Schiedsrichter an.

Der Zweitligist teilte am Montag (14.05.2018) mit, dass er die Spielwertung anfechten werde. Als Grund gab Aue drei Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks an. Aue wurde am letzten Spieltag der Zweitligasaison am Sonntag ein reguläres Tor zur 1:0-Führung zu Unrecht nicht anerkannt. Zudem gab es Streit um zwei nicht gegebene Strafstöße.

Aue verlor die Partie mit 0:1 und verpasste deshalb den direkten Klassenerhalt. Der FCE muss nun in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC am 18. und 22. Mai (jeweils um 18.15 Uhr) um den Verbleib in der 2. Liga spielen.

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Erfolgsaussichten sind gering

"Diese ganz klar und in aller Welt sichtbaren Fehler dürfen und können wir nicht im Raum stehen lassen und einfach so hinnehmen. Uns wurde ein reguläres Tor nicht anerkannt, zudem wurden uns zwei klare Elfmeter verwehrt", sagte Aues Präsident Helge Leonhardt. Zugleich sagte er: "Das Fairplay wurde vom Schiedsrichterteam gestern mit Füßen getreten."

Da es sich um Tatsachenentscheidungen handelt, dürfte der Protest aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Erfolg haben. Der Videoassistent wird in der 2. Bundesliga nicht eingesetzt, auch in der kommenden Saison werden dort nur Tests im Hintergrund durchgeführt.

Schiedsrichterchef weist Vorwürfe zurück

Der Klub teilte außerdem mit, dass man sich "weitere strafrechtliche und schadensersatzrechtliche Schritte gegen das Schiedsrichterteam wegen des Verdachts der Spielmanipulation" vorbehalte. Ein Auer Stadtrat stellte sogar bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Strafanzeige gegen Schiedsrichter Storks wegen des "Anfangsverdacht des Betrugs". Den DFB forderte er zu disziplinarischen Maßnahmen gegen Storks auf.

Lutz Michael Fröhlich, der Schiedsrichter-Chef des Deutschen Fußball-Bundes, sagte zu den Auer Vorwürfen: "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich. Verständlich ist der Ärger bei denen, die betroffen sind. Daraus aber den Vorwurf eines Vorsatzes abzuleiten, das ist entschieden zurückzuweisen."

Ermittlungen gegen Aues Präsidenten

Der DFB leitete stattdessen Ermittlungen gegen Vereinspräsident Leonhardt ein. "Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen, ob die was kriegen. Ich weiß es nicht, aber es riecht ja hier. So ein klares Tor in einem so wichtigen Spiel nicht zu geben, das ist schon eine bodenlose Frechheit", hatte Leonhardt gesagt und Storks damit Vorsatz unterstellt.

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Sportschau | 13.05.2018 | 01:31 Min.

Die gute Nachricht für Erzgebirge Aue: Der Videobeweis kommt in den Relegationsspielen gegen den Karlsruher SC zum Einsatz.

dpa/sid | Stand: 14.05.2018, 15:15

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