Darmstadt-Präsident zu TV-Geldern: "Kollegen sollen die Füße stillhalten"

Klaus Rüdiger Fritsch

Mitglied des DFL-Präsidiums äußert sich

Darmstadt-Präsident zu TV-Geldern: "Kollegen sollen die Füße stillhalten"

Von Niklas Schenk

Der Präsident von Darmstadt 98, Rüdiger Fritsch, ist einer von sieben Vereinsvertretern im DFL-Präsidium. Mit seinen Kollegen entscheidet Fritsch in den kommenden Wochen, wie die TV-Gelder zukünftig verteilt werden. Die Diskussion um die Verteilung ist schon in vollem Gange - Fritsch bittet seine Kollegen um etwas mehr Zurückhaltung und Vertrauen ins Präsidium.

Bayern München, Schalke 04, SC Freiburg, 1. FC Köln, Holstein Kiel, FC St. Pauli und eben der SV Darmstadt 98 - diese sieben Klubs entscheiden im DFL-Präsidium mit DFL-Chef Christian Seifert in den kommenden Wochen über die Verteilung der TV-Gelder. "Ich glaube, wir haben im DFL-Präsidium in letzter Zeit, insbesondere auch in der Bewältigung der Corona-Krise, gezeigt, wie sinnvoll und positiv für alle - und da rede ich vom unteren Bereich der 2. Liga bis in den Topbereich der 1. Liga, das Präsidium da miteinander umgegangen ist", sagt Fritsch.

Er hofft auf eine sachliche Diskussion um die zukünftige Verteilung der TV-Gelder. Dass diverse Kollegen sich öffentlich bereits zu möglichen Veränderungen geäußert haben, kann Fritsch nicht nachvollziehen. "Wir haben noch nicht einmal im Präsidium zusammengesessen. Ich würde da alle Kollegen bitten, ein bisschen die Füße stillzuhalten", sagt das DFL-Präsidiumsmitglied.

Verständnis für Watzke, aber auch für andere Stimmen

Die verschiedenen Standpunkte seiner Kollegen kann Fritsch dabei durchaus verstehen. "Sowohl für die Aussage von Herrn Watzke, die Zugpferde der Liga dürfen nicht geschwächt werden, weil sonst alle geschwächt werden, aber auch die Meinung, dass unter Umständen mehr Umverteilung stattfinden muss, da gibt es für beide Seiten gute Argumente und die Kunst ist, da zusammenzufinden", meint Fritsch.

Rüdiger Fritsch: Hoffnung auf sachliche TV-Geld-Diskussion

Sportschau 24.06.2020 03:50 Min. Verfügbar bis 24.06.2021 ARD Von Niklas Schenk

Das Ergebnis von insgesamt 4,4 Milliarden Euro im Zeitraum von der Saison 2021/22 bis 2024/25 hält Fritsch "vor dem Hintergrund der Gegebenheiten" für "mehr als in Ordnung und respektabel". Damit müssten alle Vereine leben können. Trotzdem würden sich die leicht gesunkenen Einnahmen bemerkbar machen - auch bei seinem Verein Darmstadt 98. "Das sind 2,5 bis 3 Millionen Euro weniger im Etat. Da reden wir in erster Linie von Auswirkungen auf den Spielbetrieb und Personalkosten. Das ist der größte Ausgabeposten eines jeden Vereins, da wird der Rotstift anzusetzen zu sein und dazu wird auch jeder gezwungen sein", sagt Fritsch.

DFL-Präsidium stellt einen Zeitplan auf

Mit den anderen Mitgliedern des DFL-Präsidiums möchte Fritsch am Mittwochnachmittag (24.06.2020) einen Zeitplan aufsetzen, bis wann die Verteilung der TV-Gelder geregelt sein soll. Das dürfte noch einige Monate dauern. "Die nächste Saison läuft ja noch unter dem alten Vertrag", sagt Fritsch, "aber auf den Zeitplan kann sich dann jeder einstellen".

Stand: 24.06.2020, 14:08

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