Zweitliga-Aufstieg - Hoffnung, Zweifel, Euphorie

Aufstiegskandidaten - von links: Simon Terodde, Fin Bartels, Rouwen Hennigs, Simon Zoller, Branimir Hrgota

2. Bundesliga

Zweitliga-Aufstieg - Hoffnung, Zweifel, Euphorie

Von Jens Mickler

Drei reguläre Spieltage bis zum Serienende: Der 2. Liga steht ein furioses Saisonfinale ins Haus mit fünf aussichtsreichen Kandidaten für den Aufstieg und ihren ganz unterschiedlichen Trümpfen auf der Zielgeraden.

Platz 1: VfL Bochum - Bereitmachen zum Jubeln

Es müsste mit dem Teufel zugehen, sollte der VfL Bochum seinen Vorsprung in den verbleibenden drei Spielen noch vergeigen. Theoretisch kann an der Castroper Straße in Bochum bereits am kommenden Sonntag (09.05.2021) die ersehnte Rückkehr in die Bundesliga gefeiert werden. Voraussetzung dafür wäre ein eigener Heimsieg gegen Jahn Regensburg sowie null Punkte von Holstein Kiel in den bis dahin auszutragenden Nachholspielen gegen SV Sandhausen (04.05.2021) und FC St. Pauli (07.05.2021).

Wahrscheinlicher ist es wohl, dass eine Woche später gejubelt wird, wenn die Bochumer beim bereits gesicherten 1. FC Nürnberg anzutreten haben.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 98 Prozent

Platz 2: SpVgg Greuther Fürth - Die Comeback-Spezialisten

Acht Jahre ist es her, dass die Franken ihr einjähriges Bundesliga-Intermezzo beendeten. Jetzt ist es gar nicht einmal so unwahrscheinlich, dass die Rückkehr ins Oberhaus gelingt. Drei dicke Trümpfe halten die "Kleeblätter" in ihren Händen. Erstens: eine tolle Moral. Dreimal schafften sie es in den vergangenen Wochen, ein schon verloren geglaubtes Spiel noch zu wenden. Das war gegen den 1. FC Nürnberg und den SV Darmstadt der Fall (beides Unentschieden) und zuletzt gegen den SV Sandhauen (Sieg).

Zweitens: ein vermeintlich leichtes Restprogramm mit den Spielen gegen den Karlsruher SC und den SC Paderborn, für die es eigentlich um nichts mehr geht, ehe ein mögliches Aufstiegsendspiel gegen Fortuna Düsseldorf ansteht. Und drittens: die Fürther können wohl am unbeschwertesten ins Saisonfinale gehen. Dass es mit dem Sprung nach oben klappen könnte, hatten wohl die wenigsten im Vereinsumfeld erwartet.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Platz 3: Hamburger SV - Setzen auf den Hrubesch-Effekt

Es sah so gut aus für den HSV nach dem 19. Spieltag und dem 3:1 gegen den SC Paderborn Ende Januar - Platz 1 mit vier Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz. Dann kam mit dem 3:3 in Aue nach 3:1-Führung der erste Tiefschlag, und fortan ruckelte und holperte der Aufstiegsfavorit durch die Rückrunde, ohne wieder so richtig festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Das 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hannover 96 war ein weiterer "Downer". Zuletzt gab es fünf Spiele ohne Sieg - zu diesem Zeitpunkt der Saison fatal.

HSV-Trainer Horst Hrubesch

HSV-Trainer Horst Hrubesch

Die letzte Hoffnung heißt nun Horst Hrubesch. Doch ob der Vereinsikone als Interimscoach die Wende mit der angeknockten Mannschaft gelingt? Das Restprogramm mit den Spielen gegen den 1. FC Nürnberg, den VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig erscheint nicht zu schwierig - in der Hinserie gab es aus diesen drei Spielen sieben Punkte. Doch selbst erneut sieben Zähler aus diesen drei Spielen dürften jetzt für den Relegationsplatz wohl zu wenig sein.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 30 Prozent.

Platz 4: Fortuna Düsseldorf - Aufstand der Abgeschriebenen

Schon mehrfach knabberte die Fortuna in dieser Rückrunde am Anschluss an das Spitzenquartett der Liga. Immer dann, als es soweit schien, folgte ein Rückschlag. Das war gegen Heidenheim (2:3, 23. Spieltag) so. Das war auch gegen den VfL Bochum (0:3, 26. Spieltag) und zuletzt gegen den SC Paderborn (1:2, 31. Spieltag) so. Mit dem Last-Minute-Sieg gegen den Karlsruher SC am Montag hat sich die Fortuna nun wieder in eine gute Position gebracht.

Es folgen jetzt für die heimstärkste Mannschaft der Liga zwei Spiele auf eigenem Platz - gegen Eintracht Braunschweig und Erzgebirge Aue. Dann steht zum Abschluss der Auftritt bei Mitkonkurrent Greuther Fürth an. Es dürfte der große Showdown im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr für die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler werden.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 30 Prozent.

Düsseldorfs Felix Klaus: "Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft"

Sportschau 21.04.2021 01:20 Min. Verfügbar bis 21.04.2022 ARD


Platz 5: Holstein Kiel - Drei Spiele in der Hinterhand

18 Punkte liegen für die Kieler noch auf dem Tablett, da neben den drei regulären Partien noch drei Nachholspiele wegen Holsteins Corona-Quarantäne zu absolvieren sind. Gehen alle 18 Punkte auf das Konto der "Störche" heißt einer von zwei direkten Aufsteigern wohl Holstein Kiel. Den Auftakt in die zwei englischen Wochen hintereinander machen die Kieler bereits an diesem Dienstag (04.05.2021, 18.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen.

Bleibt die Frage, wie die Mannschaft von Trainer Ole Werner dieses stramme Programm mit sechs Spielen in 20 Tagen zum Ende der Saison wegsteckt. Zudem ist nicht klar, ob sie das Pokal-Debakel von Samstag bei Borussia Dortmund einfach so abschütteln kann. Ansonsten gilt das gleiche wie bei Greuther Fürth: Der Aufstieg ist ein Traum, aber kein absolutes Muss.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 50 Prozent.

Die krassen Außenseiter - 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli

Theoretisch haben auch noch der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli Chancen auf den Aufstieg. Bei aktuell vier Punkten (FCH) und fünf Punkten (St. Pauli) auf den Relegationsrang drei müsste aber schon ein kleines Wunder geschehen, damit es noch nach oben gehen kann.
Aufstiegswahrscheinlichkeit: 3 Prozent.

Stand: 04.05.2021, 12:13

2. Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.VfL Bochum3467
2.Greuther Fürth3464
3.Holstein Kiel3462
4.Hamburger SV3458
5.Fort. Düsseldorf3456
 ...  
16.VfL Osnabrück3433
17.E. Braunschweig3431
18.Würz. Kickers3425
Darstellung: