Wird Klaas-Jan Huntelaar neuer Hoffnungsträger auf Schalke?

Klaas Jan Huntelaar

Spekulationen um Rückkehr nach Gelsenkirchen

Wird Klaas-Jan Huntelaar neuer Hoffnungsträger auf Schalke?

Von Jörg Strohschein

Über sieben Saisons spielte Klaas-Jan Huntelaar bereits beim FC Schalke 04. Nun soll er zurückkehren und den Verein mit seinen Toren vor dem Abstieg retten. Dass der Niederländer bereits 37 Jahre alt ist, spiele so gut wie keine Rolle, sagt Ex-Schalke-Angreifer Youri Mulder, der Huntelaar seit längerer Zeit beobachtet hat.

Der erste Sieg nach 30 nicht gewonnenen Bundesligapartien am vergangenen Spieltag gegen Hoffenheim (4:0) hat große Hoffnung bei allen Beteiligten des FC Schalke 04 geweckt. Die Erleichterung über das so lange vermisste Erfolgserlebnis ist auch Tage danach noch allgegenwärtig. Es besteht die Möglichkeit, dass es wieder aufwärts geht mit dem stolzen Ruhrgebietsklub, der so lange in einer Depression verharrte.

Nicht zuletzt die Verpflichtung von Sead Kolasinac hat die Mannschaft und auch das Umfeld der "Königsblauen" aufgeweckt. Der 27-Jährige, der einst der Schalker Knappenschmiede entsprungen war, ist als sportliche Verstärkung, aber auch als Führungspersönlichkeit vom FC Arsenal zurückgekommen.

Mulder: "Ein Weltklasse-Stürmer für Ajax"

Nun gibt es Spekulationen, die die Herzen wohl aller Schalker noch schneller schlagen lassen. Auch Klaas-Jan Huntelaar, der mittlerweile 37 Jahre alt ist, scheint derzeit in Verhandlungen mit S04 zu stehen. "Ich habe das auch gehört. Und ich war sofort der Meinung, dass das gut für Schalke wäre. Klaas-Jan war vor Weihnachten in einer unglaublich guten körperlichen Verfassung, hat Tore gemacht. Und da habe ich noch gedacht, für Ajax ist das ein Weltklasse-Stürmer. Und dann hat Amsterdam auf einmal Sébastien Haller gekauft. Damit hat Klaas-Jan da wohl ausgespielt", sagt Youri Mulder sportschau.de. "Sein Alter spielt so gut wie keine Rolle."

Der ehemalige Stürmer der "Königsblauen" arbeitet als TV-Experte beim niederländischen Fernsehen und hat einen aktuellen Überblick über die höchste niederländische Fußball-Liga, die Eredivisie. "Ich bin der Meinung, dass Ajax Klaas-Jan jetzt ziehen lassen sollte. Und ich glaube, die machen das auch", sagt Mulder.

Felix Magath verpflichtete Huntelaar einst

Felix Magath hatte Huntelaar einst - in der Saison 2010/11 - zum FC Schalke 04 geholt. Damals glich dieser Transfer einer Sensation. Denn zum damaligen Zeitpunkt hatte sich niemand vorstellen können, dass ein Angreifer mit diesen Fähigkeiten und einer derartigen Reputation zu den "Königsblauen" kommt.

Huntelaar hatte schließlich mit Real Madrid und dem AC Mailand Vereine in seinem Lebenslauf zu bieten, die von den sportlichen und finanziellen Möglichkeiten von Schalke Lichtjahre entfernt schienen. Lediglich der Transfer des Spaniers Raúl, der im gleichen Jahr von Real Madrid ins Ruhrgebiet kam, hatte wohl einen noch größeren Stellenwert in der langen Vereinshistorie.

Im Gegensatz zum Spanier, der lediglich zwei bemerkenswerte Spielzeiten in Gelsenkirchen blieb, suchte Huntelaar über sieben Saisons sein Glück bei den Schalkern. Und er erzielte wettbewerbsübergreifend (Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League, Europa League) in 240 Partien 126 Tore und bereitete weitere 35 Treffer vor.

Führungsqualitäten gesucht

Klaas Jan Huntelaar

Hat Klaas Jan Huntelaar bei Ajax ausgespielt?

Huntelaar ist das, was man gemeinhin als echten Torjäger bezeichnet. Er verfügt über einen starken Torabschluss, eine bemerkenswerte Technik und einen ausgeprägten Instinkt für gefährliche Aktionen. Aber er ist auch ein Kämpfer, der seine Mitspieler in schlechten Momenten mitreißen kann. Auch dafür haben ihn die Schalker gemocht. Und das ist es, was der Niederländer dem aktuellen Team vermitteln könnte.

"Klaas-Jan hat Führungsqualitäten. Man hat ja gesehen, was Sead Kolasinac schon in der Mannschaft bewirkt hat. Die Spieler hatten plötzlich eine andere Überzeugung. Und das bringt Klaas-Jan auch mit", sagt Mulder. "Und das ist ja genau das, was die Schalker suchen."

Zweite Karriere bei Schalke?

Huntelaar ist natürlich keine Langfristlösung. Bis zum Saisonende könnte er allerdings noch dazu beitragen, dass die Schalker ihre Tor-Armut (12 Tore in 15 Bundesliga-Partien) beheben und den drohenden Abstieg noch verhindern können. Im Anschluss könnte er dann vielleicht eine zweite Karriere starten und als Sportdirektor bei den "Königsblauen" beginnen. Damit hätte dieses Engagement für beide Seiten eine vernünftige Perspektive, findet Mulder.

Zunächst soll der Stürmer aber noch auf dem Platz überzeugen. "Er kann auf jeden Fall noch Bundesliga spielen", sagt Mulder: "Ich hoffe sehr, dass es dazu kommen wird."

Stand: 14.01.2021, 19:00

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