Bayern gegen Werder - Es war einmal ein Klassiker

Die Anzeigetafel beim Spiel Bayern München gegen Werder Bremen in der Saison 1994/1995

8. Spieltag der Fußball-Bundesliga

Bayern gegen Werder - Es war einmal ein Klassiker

Von Marcus Bark

Vor zehn Jahren hat Werder Bremen zuletzt in der Bundesliga einen Punkt gegen den FC Bayern geholt. Das Spiel war lange ein Klassiker, heute ist die Frage: Wie hoch gewinnt der FC Bayern?

Es war das logische Topspiel am Samstagabend. Der Meister traf auf den Dritten der Vorsaison. Es war sogar mehr. Es war das Topspiel des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends. Es war das Spiel zwischen dem FC Bayern und Werder Bremen. Es war das, was heute als "German Clasico" oder "Der Klassiker" bezeichnet wird, wenn die Münchner auf Borussia Dortmund treffen.

Der FC Bayern hat immer wieder Vereine an seiner Seite gehabt, mit denen er sich über Jahre um die Meisterschaft stritt. Mal war es Borussia Mönchengladbach, mal der Hamburger SV, Werder Bremen und der BVB wechselten sich in den vergangenen 30 Jahren dabei ab.

0:0 im Topspiel

Zurück zu jenem Topspiel an einem Samstagabend. Es war der Abend des 11. September 2010. Die Partie endete 0:0. Es war der letzte Punkt, den die Bremer bis heute in der Bundesliga gegen den FC Bayern holten. Sämtliche 19 Spiele danach gewann der FC Bayern bei einer Tordifferenz von 69:11.

Wie hoch gewinnt der FC Bayern am Samstag (21.11.2020) gegen Werder? Die Frage mag gemein sein, aber sie drängt sich unter Abwägung aller Faktoren auf.

Beinahe in Sandhausen aufgewacht

Die Bremer haben aus den ersten sieben Spielen dieser Saison zehn Punkte geholt und sind damit zufrieden, weil sich so schon ein recht ordentlicher Vorsprung auf die Abstiegsränge ergeben hat.

Klassenerhalt ist das realistische Ziel für einen Verein, der vor der vergangenen Saison vom Europapokal träumte, um ein Haar aber in Sandhausen und Aue aufgewacht wäre.

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2004 feierte Werder Bremen nach einem Sieg in München die Meisterschaft.

Der FC Bayern ist inzwischen ganz weit weg von Werder Bremen. Die Talfahrt der Norddeutschen nahm ihren Ursprung in der Saison, in der sie den bislang letzten Punkt gegen die Bayern holten (nachdem sie zuvor von elf Auswärtsspielen nur drei in München verloren).

Werder beendete die Saison 2010/11 auf dem 13. Platz. Seitdem wurden sie bestensfalls Achter. Es fehlen also seit zehn Jahren die zig Millionen Euro aus der Champions League. Ohne den Europapokal, der auch Sponsoren lockt und die Merchandisingartikel besser verkaufen lässt, ist ein Absturz programmiert. Der VfB Stuttgart hat ihn hinter sich, der HSV, die Schalker sinken immer noch.

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"Wer traut uns eigentlich etwas zu?"

Clemens Fritz war beim Topspiel dabei, damals, im September 2010. Heute ist er Sportlicher Leiter bei Werder Bremen. Vor der Reise nach München sagte er: "Wir reden über die Bayern, wir reden über die Serie. Wer traut uns eigentlich etwas zu?" Niemand. Das mag gemein sein, aber die Antwort drängt sich unter Abwägung aller Faktoren auf.

Stand: 20.11.2020, 08:00

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