1. FC Köln: Coronafälle als Stresstest für DFL-Konzept

Das Geißbockheim in Köln

Bundesliga: Positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

1. FC Köln: Coronafälle als Stresstest für DFL-Konzept

Nach drei positiven Coronatests beim 1. FC Köln geht die Diskussion um eine Saisonfortsetzung der Bundesliga weiter. Die DFL sieht ihr Test-Konzept bestätigt, Kritiker sprechen von "negativer Symbolkraft". In Frankfurt und Bremen ergaben die Tests derweil am Samstag (02.05.2020) keine positiven Corona-Fälle.

Die Diskussion um eine Saisonfortsetzung ist nach den drei positiven Coronafällen beim 1. FC Köln wieder in vollem Gang. SPD-Politiker Karl Lauterbach twitterte noch am Freitagabend: "Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen. Fussball soll Vorbild sein, nicht 'Brot und Spiele'."

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

1. FC Köln: Zwei Spieler betroffen

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle bestätigte, dass es sich bei den drei mit dem Coronavirus Infizierten bei seinem Verein um zwei Spieler und einen Mitarbeiter handelt. Insgesamt sieht Wehrle die Fälle aber als Beweis dafür, dass das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgearbeitete Hygienekonzept greift.

FC-Geschäftsführer Wehrle: "Prozedere mit Gesundheitsamt abgesprochen" Sportschau 02.05.2020 00:59 Min. Verfügbar bis 02.05.2021 Das Erste

"Es zeigt, dass wir sehr zuversichtlich sein können, dass wir auf Basis dieses Konzepts in den Spielbetrieb gehen können", sagte Wehrle bei "Sky". Es habe umgehend "intensive Rücksprache mit dem Gesundheitsamt" gegeben, erklärte Wehrle, der auch dem DFL-Präsidium angehört.

DFB-Arzt Meyer über Tests beim 1. FC Köln: "Durchaus im Rahmen der Erwartungen" Sportschau 02.05.2020 00:41 Min. Verfügbar bis 02.05.2021 Das Erste

Enge Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt

"Sie haben sich unser Konzept angeschaut und es als tragfähig bewertet. Von daher ist es von Behördenseite ein positives Signal", sagte der 45-Jährige. "Sie haben auch mit den betroffenen Spielern gesprochen und die klare Bewertung getroffen, dass alle Spieler, die negativ sind, nicht Kontaktperson eins waren und deshalb weitertrainieren können."

Bayer-Arzt: "Der FC-Fall zeigt, dass die Tests funktionieren" Sportschau 02.05.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 02.05.2021 Das Erste

Deshalb sind auch nur die drei betroffenen Personen in die 14-tägige Quarantäne gegangen. Nach dem trainingsfreien Wochenende werden die negativ Getesteten am Montag noch einmal "engmaschig getestet". Danach wird es laut Wehrle noch einmal eine enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt geben, "auch um Dinge abzustimmen beim geplanten Übergang vom Gruppen- zum Mannschaftstraining".

Köln verdeutlicht: Pläne sind anfällig

Dennoch verdeutlicht das Beispiel Köln, wie anfällig die DFL-Pläne sind. Köln muss vorerst nur auf jene Profis verzichten, weil der Klub derzeit noch in Kleingruppen trainiert. Kontakt zu den Mitspielern bestand nicht oder war minimal. Ein positiver Corona-Test während des Mannschaftstrainings hätte dagegen wohl deutlich gravierendere Auswirkungen - bis hin zur möglichen Quarantäne der gesamten Mannschaft. Der Spielbetrieb der gesamten Liga stünde dann infrage.

Positive Nachrichten gab es am Samstagmittag von zwei Bundesliga-Konkurrenten: Sowohl bei Werder Bremen als auch bei Eintracht Frankfurt ergaben die Tests keine positiven Corona-Fälle.

"Fußball fügt sich Imageschaden zu"

SPD-Politiker Kevin Kühnert hält eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga dennoch für nicht mehr vermittelbar. "Der Fußball fügt sich damit einen erheblichen Imageschaden zu, mutmaßlich einen größeren, als es die Pandemie tut", sagte Kühnert dem "Münchner Merkur" und der "tz" (Samstag). Derzeit leide die Gesellschaft unter der Corona-Krise und kämpfe mit den Folgen und Auswirkungen. "In so einer Phase möchte der Profifußball den Spielbetrieb wieder aufnehmen - das hat eine ungeheure negative Symbolkraft", meinte der 30-Jährige.

DFL: "Konzept erkennt und reduziert Risiken"

Man sehe jetzt im Alltag, "dass unser Konzept frühzeitig Risiken erkennt und reduziert", sagte hingegen Dr. Tim Meyer, Nationalmannschaftsarzt und Leiter der "Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" der DFL: "Wir sind überzeugt, dass wir den Spielern mit unserem Konzept die Ausübung ihres Berufs unter bestmöglichem Infektionsschutz ermöglichen können."

Die seit Donnerstag laufenden, regelmäßigen Tests sind eine Voraussetzung für die von der DFL angestrebte Wiederaufnahme des Spielbetriebs, der nach Informationen des Sportinformationsdienstes mit einem Freitagsspiel am 15. Mai angedacht ist. Das Arbeitsministerium hatte gefordert, dass schon vor der Aufnahme des Mannschaftstrainings zwei Tests bei jedem Profi durchgeführt werden, die meisten Klubs planen den Einstieg in das Teamtraining für die kommende Woche.

Andere Klubs melden negative Tests

Bayer Leverkusen, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt vermeldeten derweil, dass ihre Tests bei Spielern und Betreuern negativ ausgefallen seien. Auch bei Borussia Dortmund gibt es laut eines Berichts der Ruhr Nachrichten keinen positiven Befund auf COVID-19. Die Dortmunder erklärten auf Nachfrage, sich zu ärztlichen Untersuchungen nicht zu äußern. Leverkusen, Bremen und Frankfurt hatten im Internet über die Ergebnisse informiert.

Die Folgen der positiven Coronatests beim 1. FC Köln

Sportschau 01.05.2020 02:19 Min. Verfügbar bis 01.05.2021 ARD Von Christian Schulze

sid | Stand: 02.05.2020, 15:48

Weitere Themen

Darstellung: