Watzke erteilt Absage an die Super League

Hans-Joachim Watzke im Aktuellen Sportstudio

BVB-Boss im Maischberger-Podcast

Watzke erteilt Absage an die Super League

Die Champions-League-Saison 2020/2021 steckt noch mitten in der Gruppenphase, da wird hinter den Kulissen immer wieder über eine Super League diskutiert. Ob mit oder ohne Beteiligung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ist bei den verschiedenen zur Diskussion stehenden Modellen unklar.

Nun hat Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, seine ablehnende Position untermauert. "Braucht niemand. Wir sind nicht dabei und das braucht niemand. Wird auch keine geben", stellte der BVB-Boss im neuen Podcast von Sandra Maischberger klar.

Nach den Enthüllungen über ein derartiges Konstrukt in Konkurrenz zur Champions League mit Beteiligung des FC Bayern München und Borussia Dortmund hatte Watze bereits in der Vergangenheit betont, "dass Borussia Dortmund für keinen Wettbewerb dieses Planeten die Bundesliga verlassen würde". Laut dem 61-Jährigen seien Klubs wie Real Madrid und der FC Barcelona viel mehr in die Planungen einer Super League involviert.

Hans-Joachim Watzke

Der Sandra Maischberger Podcast 27.11.2020 59:34 Min. Verfügbar bis 27.11.2021 ARD


Thema kam erst im Oktober wieder auf

Eine europäische Super League war erst wieder im Oktober ein Thema. Laut britischen Medien sollte es einen neuen Anlauf geben, als möglicher Starttermin wurde das Jahr 2022 genannt. Demnach gab es erste Gespräche, um insgesamt bis zu 18 Topklubs des europäischen Kontinents in einer Spielklasse zu versammeln. Die FIFA soll das Vorhaben unterstützen und stellt sich damit natürlich in Konkurrenz zur UEFA, die durch eine solche Liga ihr Erfolgsprodukt Champions League gefährdet sähe.

Die UEFA reagierte damals umgehend: "Der UEFA-Präsident hat bei vielen Gelegenheiten deutlich gemacht, dass die UEFA entschieden gegen eine Super League ist. Die Prinzipien der Solidarität, des Aufstiegs, des Abstiegs und der offenen Ligen sind nicht verhandelbar", hieß es in einer Verbandsmitteilung.

Rummenigge äußerte sich ausweichend

Watzkes Kollege Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München hatte vor einigen Wochen zugegeben, dass es in der Vergangenheit durchaus Überlegungen in Richtung Super League gab, bei der sich 16 Topvereine Europas in einem weitgehend geschlossenen System duellieren. "Es gab Bestrebungen dazu, da mache ich keinen Hehl raus. Es gab immer wieder, speziell aus dem Süden Europas, Bestrebungen, eine Super League zu gründen", bestätigte Rummenigge im "Bild"-Podcast.

Dass die Idee vor allem aus dem Süden Europas gepuscht wurde, hatte einen bestimmten Grund. "Wir haben in Europa alle eine Benchmark namens Premier League. Die Premier League hat drei Mal so hohe Einnahmen wie wir in der Bundesliga, die spanische und die italienische Liga. Dadurch haben wir auf dem Transfermarkt natürlich alle einen klaren Wettbewerbsnachteil", so Rummenigge damals. 

Um diesen Nachteil auszugleichen, sei vor allem in Italien und Spanien diskutiert worden, ob die Spitzenklubs nicht alle in einer Liga spielen sollten, berichtete der Münchner Vorstandschef von den Plänen. Irgendwann habe man realisiert, dass das nicht der Ansatz der Fans ist. "Die Fans mögen ihre nationale Liga. Ich glaube, wenn es ein Spiel wie Dortmund gegen Schalke gibt, dann hat das für die Fans einen unglaublich hohen Stellenwert und das mögen sie lieber als Dortmund gegen Manchester United." Eine Aussage, die Watzke sicher so unterschreiben würde.

red | Stand: 27.11.2020, 11:27

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