Freiburg gegen Köln - guter Spielplan, böser Spielplan

Jonathan Schmid (l.), Christian Günter

3. Spieltag der Bundesliga

Freiburg gegen Köln - guter Spielplan, böser Spielplan

Von Marcus Bark

In der Begegnung zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren Saisonauftakt maßgeblich vom Spielplan beeinflusst wurde. Die noch punktlosen Kölner haben außerdem schlechte Erinnerungen an die Reisen in den Breisgau.

Es ist tatsächlich so, wie viele - leicht bis schwer genervt - angemerkt hatten, als der Spielplan der Bundesliga am 28. Juni veröffentlicht worden war: Jeder spielt gegen jeden, einmal zu Hause, einmal auswärts. Letztlich sei das doch egal, ob der Meister am zweiten oder 27. Spieltag zu Gast sei. Vielleicht, so ist häufig als Argument zu hören, sei es sogar besser, früh auf eine vermeintlich klar bessere Mannschaft zu treffen, weil der Favorit dann noch nicht so gut eingespielt sei.

Armin Veh ist anderer Ansicht. "Normalerweise rege ich mich nicht auf, wenn ein Spielplan rauskommt. Aber der ist für uns natürlich bescheuert. Ich hätte Dortmund lieber im November gehabt, wenn sie schon ein paar Champions-League-Spiele hatten und der eine oder andere vielleicht nicht so frisch ist. Jetzt waren alle dabei", klagte der Sportchef des 1. FC Köln, nachdem seine Mannschaft mit 1:3 gegen den BVB verloren hatte.

Gladbach, dann Bayern

Der FC hatte sehr ordentlich gespielt, wie schon zum Auftakt beim VfL Wolfsburg. Beide Partien gingen jedoch verloren, weil die Gegner dann doch zu gut waren. Das, so auch die Befürchtung vieler Fans der Kölner, könnte auch am vierten und fünften Spieltag der Fall sein, wenn Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern gegen den Aufsteiger antreten.

So ganz egal scheint ein Spielplan dann doch nicht zu sein. Das belegt auch das Beispiel des SC Freiburg. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich spielte in den ersten beiden Partien solide, aber deutlich vom höchstmöglichen Niveau entfernt. Dennoch gelangen gegen den 1. FSV Mainz 05 und beim SC Paderborn zwei Siege. "Wir könnten auch einen Punkt haben und Köln drei", ordnete Trainer Streich die Leistungen ein.

Christian Streich: "Ob Favorit oder nicht hat keine Bedeutung" Sportschau 30.08.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 30.08.2020 Das Erste

Glänzende Perspektive für Freiburg

So aber haben die Kölner null Punkte und damit schon sechs Rückstand auf die Freiburger, die den besten Saisonstart ihrer Bundesligageschichte genießen. Bei einem weiteren Sieg im direkten Duell am Samstag (31.08.2019) wären es schon neun Punkte Vorsprung auf einen Verein, der ebenfalls den Klassenerhalt als Ziel angab.

Oder auch: Nach einem knappen Elftel der Saison wäre etwa ein Viertel der Punkte eingefahren, die für eine weitere Saison in der Bundesliga reichen würden. Das ist eine glänzende Perspektive für die Freiburger, die die vergangenen fünf Bundesligaheimspiele gegen den 1. FC Köln jeweils gewonnen haben. Ligen- und wettbewerbsübergreifend warten die Kölner seit 23 Jahren auf einen Sieg an der Dreisam.

Der "Angstgegner"

Meister, Titelanwärter, zwei weitere Europapokalteilnehmer und dann auch noch eine Mannschaft, die gerne als "Angstgegner" bezeichnet wird. Der Spielplan meint es schlecht mit den Kölnern, deren neuer Trainer Achim Beierlorzer "mit dem Begriff 'Angstgegner' wenig anfangen" kann. Er möchte viel lieber eine Motivation aus der schlimmen Serie ziehen. "Mensch, das wäre doch etwas Ungewöhnliches und Außergewöhnliches, wenn wir jetzt in Freiburg gewännen", sagte Beierlorzer.

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Angesichts der beiden Auftaktniederlagen und der weiteren Aufgaben gegen Gladbach und bei den Bayern wurde der Trainer während der Spieltagspressekonferenz auch gefragt, ob er schon "Zugzwang" spüre. Beierlorzers Antwort: "Ich spüre diesen Zugzwang nicht, sondern einen großen Drang, gewinnen zu wollen." Es mache keinen Sinn, "jetzt zu sagen, dass irgendwann noch die Bayern kommen und deswegen in die eigene Tasche zu jammern".

Die Favoritenrolle, mit der sein Kollege "gar nichts anfangen kann", schob Kölns Trainer dem kommenden Gegner dennoch zu. Schließlich hätten die Freiburger sechs Punkte und Heimrecht. Außerdem - das sagte Beierlorzer nicht - haben sie das deutlich angenehmere Auftaktprogramm. Nach der Partie gegen Köln sind Hoffenheim, Augsburg und Fortuna Düsseldorf die weiteren Gegner. Erst dann geht es gegen Borussia Dotmund. Der Titelkandidat hat dann schon zwei Spiele in der Champions League bestritten. Armin Veh dürfte ganz neidisch werden.

Ausschnitte in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 31.08.19, ab 18 Uhr

Stand: 30.08.2019, 13:13

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.RB Leipzig410
2.Bor. Dortmund49
3.SC Freiburg49
4.Bayern München48
5.VfL Wolfsburg48
 ...  
16.1. FSV Mainz 0543
17.SC Paderborn 0741
18.Hertha BSC41
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