Top-Transferbilanz - Mainz zeigt es Stuttgart und Schalke

Rouven Schröder

26 Millionen Euro plus und lauter Volltreffer

Top-Transferbilanz - Mainz zeigt es Stuttgart und Schalke

Von Christian Hornung

Bei seinen Transfers für die Saison 2018/19 hat der 1. FSV Mainz 05 sportlich und kaufmännisch alles richtig gemacht. Krasse Missverhältnisse aus Investitionen und Ertrag sind dagegen in Stuttgart und auf Schalke zu beobachten.

Vor dem 19. Spieltag des Vorjahres hatten die Mainzer gerade mal einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Am Ende rettete sich das Team von Sandro Schwarz so gerade vor dem Abstieg und gab anschließend Leistungsträger wie Abdou Diallo (an Borussia Dortmund), Suat Serdar (FC Schalke), Yoshinori Muto (Newcastle United) und Pablo de Blasis (SD Eibar) ab.

Das klingt nicht nach den besten Voraussetzungen für die folgende Spielzeit. Doch es kam ganz anders.

Kontakt zu den Europarängen

Vor dem 19. Spieltag der laufenden Saison hat Mainz satte zehn Zähler mehr als der Tabellen-16. VfB Stuttgart auf dem Konto. Und mit einem Heimsieg am Samstag (26.01.2019) gegen Schlusslicht 1. FC Nürnberg wäre das Erreichen der Europa League deutlich realistischer als der Gang in die zweite Liga.

Das Erstaunliche dabei ist nebem dem sportlichen Zwischenzeugnis die Transferbilanz der 05er: Für ihre Abgänge nahmen sie rund 56 Millionen Euro ein, die Hälfte davon aus Dortmund für Diallo.

Auf der Ausgabenseite stehen 30 Millionen Euro - und beim 3:2 zum Rückrundenstart in Stuttgart kamen mit Jean-Philippe Mateta, Jean-Paul Boëtius, Pierre Kunde Malong, Aaron Martín und Moussa Niakhaté alle Top-Transfers zum Einsatz, vier davon in der Startelf.

Orientierung ins Ausland

Kein Wunder also, dass der Mainzer Aufsichtsrat den Vertrag mit Sportchef Rouven Schröder noch vor Weihnachten vorzeitig bis 2022 verlängerte. Schröder bedankte sich für das Vertrauen mit den Worten: "Wir sind dabei, unseren Weg als Ausbildungs- und Entwicklungsverein zu definieren. Diesen Weg wollen wir mit aller Leidenschaft weitergehen und dabei eine selbstbewusste Rolle in der Bundesliga spielen."

Entwicklungspotenzial ist noch reichlich vorhanden: Mainz hatte in der Hinrunde knapp hinter Leipzig mit 24,6 Jahren im Durchschnitt den jüngsten Kader der Liga. Schröder hat sein Erfolgsrezept in der "Welt" so erklärt: "Grundsätzlich schauen wir zuerst in Deutschland nach Spielern, aber dieser Markt ist für uns in der Qualitätsstufe sehr schwer bespielbar, weil die Ligakonkurrenz mit ganz anderen finanziellen Möglichkeiten locken kann. Deshalb orientieren wir uns auf ausländischen Märkten, auf denen wir uns gut auskennen und uns sicher fühlen. Wenn ein Spieler dann unserem Anforderungsprofil entspricht, sind wir auch bereit, Geld in die Hand zu nehmen."

Stuttgarts Reschke griff mehrfach daneben

Viel mehr Geld in die Hand genommen hat der VfB Stuttgart, doch da griff Sportchef Michael Reschke mehrfach daneben: 9-Millionen-Einkauf Pablo Maffeo aus der Reserve von Manchester City stand zuletzt dreimal in Folge nicht mal mehr im 18er-Kader und soll angeblich schon wieder abgegeben werden.

Der argentinische Stürmer Nicolás González kostete ähnlich viel Geld, traf aber erst zweimal. Auch die erfahrenen Gonzalo Castro und Daniel Didavi floppten bislang vollkommen.

Heidel hat sein "Händchen" verloren

Noch knapp sechs Millionen Euro mehr als der VfB, nämlich laut "transfermarkt.de" 52,7 Millionen, investierte der FC Schalke 04. Doch statt des angestrebten Champions-League-Ranges steht Platz zwölf zu Buche, selbst die Europa League ist trotz des glücklichen 2:1 zum Rückrundenstart über den VfL Wolfsburg aktuell außer Reichweite.

Exemplarisch für das verloren gegangene "Händchen" von Sportvorstand Christian Heidel auf dem Transfermarkt steht die Verpflichtung von Sebastian Rudy, den die Königsblauen mit einer Ablöse von 16 Millionen Euro dem ebenfalls interessierten RB Leipzig wegschnappten. Der Zugang vom FC Bayern ist im Schalker Mittelfeld nicht mehr als ein Mitläufer, bei seinen neun Einsätzen hat er weder ein Tor noch eine Vorlage verbucht.

Zuvor galt Heidel über viele Jahre als einer der besten Einkäufer der Liga. Da war er aber noch bei Mainz 05.

Stand: 22.01.2019, 19:35

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