Herthas Dilrosun will nur spielen

Herthas Javairo Dilrosun

Hertha BSC - Bayern München

Herthas Dilrosun will nur spielen

Zwei Tore und drei Vorlagen in vier Partien: Javairo Dilrosun ist bei Hertha BSC durchgestartet. Für seinen Wechsel nach Berlin gab es einen ganz einfachen Grund.

Eigentlich sollte Dilrosun den Kader der Berliner Hertha nur in der Breite verstärken. Der 20-Jährige Niederländer galt bei seiner Verpflichtung im Sommer zwar als großes Talent, aber keinesfalls als Topeinkauf. Bei Manchester City war er nur in den Nachwuchsmannschaften zum Zuge gekommen, eine Ablöse wurde auch nicht fällig.

Da verwundert es nicht, dass sich Dilrosun erstmal hinten anstellen musste bei den Berlinern. Seine ersten Pflichtspiele im Trikot der Hertha machte er in der Regionalliga Nordost für die zweite Mannschaft. Gegen den FC Oberlausitz und Viktoria 89 Berlin spielte er eher unauffällig und wurde jeweils ausgewechselt. Als die Hertha-Profis im Pokal in Braunschweig weiterkamen und beim Saisonauftakt gegen Nürnberg gewannen, stand Dilrosun außen vor. "Ich war schon enttäuscht, die ersten Spiele nicht im Kader gewesen zu sein", sagt er.

Zwei Tore und drei Vorlagen

Am zweiten Spieltag beim FC Schalke war er dann erstmals mit dabei. Und dann ging alles sehr schnell. Als Karim Rekik schon nach Minuten verletzt vom Platz musste, entschied sich Trainer Pal Dardai für Dilrosun als Ersatz. Der brauchte nur neun Minuten für seine erste gute Aktion. Da legte er nämlich seinem Teamkollegen Ondrej Duda den Ball zum 1:0 auf. Am Ende gewannen die Berliner mit 2:0.

Seitdem stand der Außenspieler immer in der Startelf. Das wird wohl auch am Freitag (28.09.2018) beim Heimspiel der Berliner gegen den FC Bayern München so sein. Gegen Wolfsburg erzielte er sein erstes Tor, gegen Bremen legte er ein zweites nach. Nach vier Spielen hat er zudem schon drei Scorerpunkte auf dem Konto.

"So einen hatten wir nicht"

So wirbelte er beim 4:2-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach die komplette rechte Seite der Gäste immer wieder durcheinander. "Er ist stark im Eins-gegen-Eins, dynamisch - so einen Spieler hatten wir nicht im Kader oder in der Akademie", sagt Trainer Dardai. "Wir hatten ihn schon länger im Blick und haben seine Entwicklung intensiv verfolgt. Er taktisch und technisch eine hervorragende Ausbildung genossen, ist schnell und spielstark", erklärt auch Hertha-Manager Michael Preetz.

Mit 16 schon in England

Geboren wurde der Mann mit den surinamischen Familienwurzeln in Amsterdam. Er wuchs in einer eher problematischen Gegend auf. Für ihn habe es immer nur Fußball gegeben, hat er mal gesagt und bezeichnet sich selbst gerne als "Straßenfußballer". Schon als Achtjähriger spielte er in der berühmten Ajax-Schule. 2008 wechselte er nach England zu Manchester City. Da war er gerade mal 16 Jahre alt. Früh lief er auch schon für die niederländischen Jugendnationalmannschaften auf.

"Ich habe hin und wieder mit dem Premier-League-Team trainiert, Pep Guardiola ist ein fantastischer Coach", sagtDilrosun: "Aber in Manchester ist nun mal jeder einzelne Spieler Weltklasse, da ist es schwierig, eine Chance zu bekommen."

Absagen für Benfica Lissabon und Borussia Dortmund

Für einen der immer nur spielen, spielen und spielen will, ist das perspektivlos. Obwohl auch Benfica Lissabon und Borussia Dortmund großes Interesse hatten, entschied sich Dilrosun für einen Wechsel nach Berlin. "Ich hatte sehr gute Gespräche mit Manager Michael Preetz und Trainer Pal Dardai. Beide haben mir versichert, dass ich Spielzeit bekommen würde, und das ist für mich nun mal das Wichtigste im Moment", sagt er: "Darum bin ich hier, deshalb bin ich nicht nach Dortmund oder Lissabon gewechselt."

Spielen darf er jetzt. Dilrosun ist eines der spannendsten Talente, das die Bundesliga derzeit zu bieten hat. Und er passt perfekt in Herthas neuen Jugendstil mit den anderen Jungstars wie Arne Maier (19), Marko Grujic (22) und Ondrej Duda (23).

Thema in: Inforadio RBB, Freitag, 28.09.2018, ab 20.24 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 28.09.2018, 08:51

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