Borussenduell - Neue Spannung vor dem Gipfeltreffen

 Dortmunds Lukasz Piszczek (r) und Denis Zakaria von Mönchengladbach versuchen an den Ball zu kommen

Dortmund erwartet Mönchengladbach

Borussenduell - Neue Spannung vor dem Gipfeltreffen

Vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach hat Tabellenführer Borussia Dortmund die erste Saisonpleite kassiert. Die "Fohlen" können ihren Rückstand nun weiter verkürzen, doch einiges spricht dagegen.

In den vergangenen Jahren sah es für Borussia Mönchengladbach bei Borussia Dortmund düster aus. Vier Spiele in Serie gingen verloren, bei einem Torverhältnis von 2:15. Beim bislang letzten Auftritt im November 2017 setzte es eine 1:6-Pleite. Den bislang letzten Sieg der "Fohlen" beim BVB gab es im März 2014. Trainer beim 2:1-Erfolg: der heutige Dortmunder Coach Lucien Favre.

Vor dem Borussen-Duell am Freitag (21.12.2018) sind beide Teams auf Augenhöhe. Es ist ein echtes Spitzenspiel. Wenn die Bayern den Gladbachern nicht noch dazwischen grätschen und mit einem hohen Sieg gegen Leipzig aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Tabelle vorbei ziehen, dann erwartet der Tabellenführer den Zweiten.

Gladbach kann rankommen

Nach der ersten Saisonpleite bei Fortuna Düsseldorf ist der Vorsprung der Dortmunder auf "nur noch" sechs Punkte geschmolzen. Mit einem Auswärtserfolg könnte Gladbach bis auf drei Punkte herankommen. Für die Niederrheiner spricht also das Momentum.

Und die Tatsache, dass sie vielleicht keiner so richtig auf dem Schirm hat. Fußball-Deutschland scheint auf ein Titelduell zwischen Dortmund und den Bayern fokussiert zu sein.

Ansonsten spricht nicht viel für die Gladbacher. Daheim haben sie noch keinen einzigen Punkt abgegeben, auswärts gab es bisher aber nur zwei Siege. Zuletzt gelang zwei Mal in Folge in der Fremde kein Tor.

Hecking braucht gute Taktik

Wie die Dortmunder zu schlagen sind, das hat Fortuna Düsseldorf vorgemacht. Hinten stand der Aufsteiger kompakt und verteidigte leidenschaftlich, vorne setzte er mit Erfolg auf Konter. Diese Taktik funktioniert auch in Spielen beim BVB. Augsburg hat das so gemacht und schrammte beim 3:4 nur knapp an einem Punktgewinn vorbei. Erfolgreicher waren da Hertha BSC (2:2) und der FC Brügge (0:0), und Union Berlin hätte in Dortmund beim 2:3 nach Verlängerung fast für eine Pokalsensation gesorgt.

Die Gladbacher sind jedoch eine Mannschaft, die mitspielen und selbst Akzente setzen will. Genau das eröffnet den Dortmundern aber Räume, die diese in der Regel eiskalt ausnutzen - so wie beim 3:2-Sieg gegen Bayern München oder beim 4:1 gegen RB Leipzig.

Gladbachs Sommer: "Wir haben viel Qualität in diesem Kader"

Sportschau 18.12.2018 01:42 Min. ARD

Selbstvertrauen ist groß

Das Gladbacher Selbstvertrauen vor dem Gipfeltreffen ist dennoch groß. "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Dortmund", sagt Torwart Yann Sommer: "Wir wollen das Jahr positiv abschließen. Wir brauchen eine überragende Leistung. Aber ich bin überzeugt, dass wir bereit sind für dieses tolle Spiel." Und Florian Neuhaus erklärt: "Natürlich wollen wir auch in Dortmund gewinnen." Trainer Dieter Hecking blieb da neutraler. "Wir spielen bei der momentan besten deutschen Mannschaft. Aber wir sind auch eine gute Mannschaft", sagt er. 33 Punkte nach 16 Spielen sind die beste Gladbacher Zwischenbilanz seit 42 Jahren - damals wurde die Borussia zum fünften und bis heute letzten Mal deutscher Meister.

Dortmund bleibt gelassen

Die Dortmunder üben sich derweil in Gelassenheit. "Das wird keine Auswirkungen auf unser Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag haben", sagt Kapitän Marco Reus nach der ersten Niederlage. Allerdings gehen dem BVB vor dem Spitzenspiel die Abwehrspieler aus. Manuel Akanji, Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou werden fehlen. Gladbach muss unter anderem wohl auf die Offensivspieler Lars Stindl und Raffael verzichten.

Reus: "Wir haben vorne zu wenig investiert"

Sportschau 18.12.2018 01:36 Min. ARD

Ansonsten kommen die Gladbacher, und auch das könnte ein Vorteil sein, wohl ausgeruhter daher. Während der BVB nebenbei auch noch in der Champions League und im DFB-Pokal aktiv ist, können sich die Niederrheiner voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren.

Besonderes Spiel für Favre

Für Dortmunds Trainer Lucien Favre wird es in jedem Fall ein besonderes Spiel. Von Februar 2011 bis September 2015 trainierte er die Gladbacher und machte aus einem Abstiegskandidaten einen Champions-League-Teilnehmer. Patrick Herrmann, Tony Jantschke, Oscar Wendt, Christoph Kramer, Raffael, Yann Sommer, Ibrahima Traoré, Fabian Johnson, Thorgan Hazard, Nico Elvedi, Lars Stindl und Jonas Hofmann trainierten allesamt noch unter dem Schweizer.

vdv mit sid/dpa | Stand: 19.12.2018, 11:20

Darstellung: