Bayern gegen Hertha - alles Wichtige zum Spiel

Bayerns Serge Gnabry (l.) und Berlins Karim Rekik

Neue Bundesliga-Saison startet

Bayern gegen Hertha - alles Wichtige zum Spiel

Der FC Bayern und Hertha BSC bestreiten das Auftaktspiel der neuen Bundesliga-Saison. Es ist das Treffen zweier Freunde, die Rückkehr eines Schreckgespenstes und für die Hertha eine fast unlösbare Aufgabe - wenn man der Statistik glaubt.

Denn was die angeht, liegen die Bayern vorne: In 68 Bundesligaspielen gab es 39 Siege, 19 Unentschieden und nur zehn Niederlagen aus Sicht der Münchner. Mut schöpft die Hertha allerdings aus den jüngsten Duellen. In der Vorsaison gewannen die Berliner zuhause 2:0 und unterlagen in München nur knapp 0:1. Davor hatte es drei Unentschieden gegeben.

Was die Statistik der Bundesliga-Eröffnungsspiele betrifft, müssen sich die Berliner allerdings Sorgen machen. In elf Partien holten die Bayern zehn Siege, nur der Hamburger SV entführte 2008 beim 2:2 einen Punkt. Seit 2002 eröffnet der deutsche Meister die Saison mit einem Heimspiel.

Erstes Bundesligaspiel als Chefcoach für Covic

Für Berlins neuen Trainer Ante Covic ist es das erste Bundesligaspiel als Chefcoach. Mit einer recht jungen Mannschaft will er offensiver zu Werke gehen als sein Vorgänger Pal Dardai das zuletzt gemacht hat - und er will mutiger spielen. "Ich wil sie von der Leine lassen und das Spiel aktiver gestalten", sagt der 43-Jährige, der auch taktisch viel variabler zu Werke gehen dürfte. Im Pokal beim VfB Eichstätt (5:1) hat das alles zuletzt schon ordentlich geklappt. "Ich verspüre mehr Vorfreude als Nervosität", sagt Covic vor seinem ersten Auftritt auf großer Bühne: "Wir sind gut vorbereitet und schauen mal, was dabei herauskommt."

Bayern immer noch auf der Suche

Bei den Bayern liegt auch kurz vor dem Spiel der Fokus noch auf der Suche nach Verstärkungen. Zwar hat der Klub jüngst den Kroaten Ivan Perisic von Inter Mailand verpflichtet, Trainer Niko Kovav ist damit aber nicht zufrieden. "Fakt ist, dass wir noch etwas brauchen. Wir müssen noch zulegen", sagte der Coach.  

Perisic fehlt, Hertha mit Sorgen

Einen Blitzstart des neuen Flügelstürmers Perisic wird es nicht geben. Der muss gegen die Hertha noch eine Gelb-Sperre aus Italien absitzen. Zudem fehlt zum Ligastart Javi Martínez, der wegen Knieproblemen eine "Trainingssperre" hat, wie Kovac berichtete. Der Berliner Covic muss auf Dedryck Boyata, Javairo Dilrosun, Marvin Plattenhardt, Peter Pekarik und Arne Maier verzichten. Noch ungewiss ist der Einsatz von Maximilian Mittelstädt.

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Kovac: "Enges Spiel"

Kovac erwartet ein "enges Spiel" in der ausverkauften Arena. Die Berliner hätten sich "sehr gut verstärkt", warnte er, machte aber auch eine klare Ansage: "Wir spielen zu Hause und wollen das mit einem Sieg beenden."

"Wir werden gut vorbereitet und mit einigen guten Erinnerungen im Gepäck nach München reisen. Wir haben in den letzten Jahren gegen die Bayern eine Serie von guten Ergebnissen erzielt. Die Ausgangsposition ist trotzdem eindeutig: Die Bayern sind haushoher Favorit", erkläte Hertha-Manager Michael Preetz. Die Spieler freuen sie sich auf das Duell gegen den Rekordmeister. "Es ist gut, gleich gegen einen so großen Gegner zu starten", sagte Stürmer Salomon Kalou selbstbewusst: "Wir haben nichts zu verlieren und können einfach Fußball spielen."

Schreckgespenst Lukebakio

Vor allem vor 20-Millionen-Euro-Mann Dodi Lukebakio ist der Respekt bei den Bayern groß. Der Angreifer erzielte in der vergangenen Saison für Fortuna Düsseldorf alle drei Tore beim 3:3 in München. Das hätte Kovac im vergangenen Herbst fast den Job beim FC Bayern gekostet. Jetzt kehrt Lukebakio mit seinem neuen Klub Hertha BSC an die Isar zurück. "Natürlich ist das ein Spieler, auf den man aufpassen muss in der Konterumschaltsituation. Aber darüber wissen wir Bescheid", sagte Bayerns Thomas Müller. "Das ist speziell für mich. Ich will mich nicht unter Druck setzen lassen und werde das Beste aus der Situation machen und werde sehen, was dabei rauskommt", sagte Lukebakio.

Covic traf schon gegen die Bayern

Auch Herthas Trainer Covic hat keine schlechten Erinnerungen an die Bayern. Im Februar 1998 gehörte er beim 2:1-Sieg gegen die Münchner zu den Torschützen. Den zweiten Berliner Treffer erzielte übrigens der heutige Manager Michael Preetz. Der war auch per Eigentor für den Münchner Anschluss verantwortlich. "Selbst meine Kinder wollen das nicht mehr hören", sagte Covic. Auch Preetz verkniff sich nostalgische Anwandlungen. "Das ist eine schöne Erinnerung für uns beide. Das hilft uns für Freitagabend nullkommanull", so der frühere Stürmer. Covic spielte von 1996 bis 2000 für Hertha.

Treffen zweier Freunde

Für die beiden Trainer gibt es ein Wiedersehen. Covic und Kovac wuchsen beide in der kroatischen Gemeinde in Berlin auf. "Uns verbindet dieselbe Leidenschaft, das ist der Fußball. Wir haben darüber immer wieder bei Begegnungen auf Festen oder in der Kirche gesprochen", sagte Covic. Der freute sich über das Lob des Bayern-Trainers. Kovac hatte erklärt, dass sich die Berliner unter Covic verbessern werden. "Man freut sich immer über Lob des Kollegen, in dem Fall sogar eines Freundes", sagte Covic: "Ich kann das Lob aber nur zurückgeben, wenn man sieht, dass er in den letzten beiden Jahren Titel geholt hat."

vdv/sid/dpa | Stand: 16.08.2019, 07:00

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