Warum der Sieger im Revierderby nur Dortmund heißen kann

Dortmunds Jadon Sancho

Vor dem Spiel bei Schalke 04

Warum der Sieger im Revierderby nur Dortmund heißen kann

Von Steffen Simon

19 Punkte Vorsprung hat der BVB vor Schalke. Alles klar also vor dem Revierderby. Eigentlich ja, allerdings hat auch Dortmund eine Problemzone.

Der Erfolg heiligt alle Mittel im Fußball. Schalke ist im Mai als Vizemeister ins Ziel gekommen - deshalb ist selten laut ausgesprochen worden, dass der Fußball, den Schalke dabei spielte, häufig hart an der Schmerzgrenze war.

Hinten Fünferkette, vorne Standardtore, das war das simple Erfolgsgeheimnis. 16 Tore erzielte "Königsblau" nach Ecken (7) und Freistößen (9). Diese Stärke ist vollständig verloren gegangen. Alle drei Standardtreffer dieser Spielzeit resultierten aus Elfmetern. Schalke hat so viele Tore geschossen wie Nürnberg. Topschütze ist Nabil Bentaleb – er hat alle Strafstöße verwandelt.

Dortmund in allen Belangen besser

Steffen Simon

Steffen Simon

Verglichen mit dem BVB ist das fast schon bemitleidenswert. Marco Reus war an mehr Toren beteiligt (9 erzielt, 7 vorbereitet), als Schalke insgesamt auf dem Konto hat (14).

Der BVB stellt mit Paco Alcácer nicht nur den Top-Torschützen dieser Bundesliga-Saison (gleichauf mit Frankfurts Luka Jovic), sondern mit Jadon Sancho auch den erfolgreichsten Vorbereiter (9 Assists). 19 Zähler trennen die beiden Rivalen, so viele wie noch nie vor einem Hinrundenduell.

BVB-Problem mit gegnerischen Fünferketten

Es ist ein Mismatch, der Sieger kann eigentlich nur Dortmund heißen - wären da nicht die Schwarz-Gelben Probleme gegen Teams mit Fünferketten. Die drei Unentschieden in dieser Bundesligasaison gab es gegen Teams mit Fünferkette. Selbst Mannschaften wie Mainz und Freiburg gestatteten den Borussen in den vergangenen beiden Spielen kaum hochkarätige Möglichkeiten.

Ich erwarte ein knüppelhart umkämpftes Spiel. Schalke beging in dieser Bundesliga-Saison ligaweit die drittmeisten Fouls (167), in der Sünderkartei haben die "Königsblauen" mit 28 Gelben und zwei Roten Karten sogar die unrühmliche Spitzenposition inne.

Die Konstellation verspricht nicht unbedingt eine legendäre Partie für die Ewigkeit. So eine wie das 4:4 in der vergangenen Saison, oder das legendäre 3:3 im Jahr 2008, Lehmanns Kopfballtor 1997, der Hundebiss gegen Rausch 1969. Alles Spiele, die in Dortmund stattfanden. Wäre toll, wenn der Fußballgott Laune hätte und mal irgend etwas Verrücktes im Schalker Stadion geschehen ließe.

Thema in: Sportschau, Das Erste, 8.12.2018, ab 18 Uhr

Stand: 07.12.2018, 08:30

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