Nürnberg gegen Hannover - heimliches Highlight des Spieltags

Eduard Löwen

4. Spieltag

Nürnberg gegen Hannover - heimliches Highlight des Spieltags

Von Steffen Simon

Keine guten Ergebnisse trotz spektakulären Fußballs - Nürnberg und Hannover haben vor ihrem direkten Duell bisher ein ähnliches Saison-Schicksal. Beim FCN schaut alles auf ein großes Talent.

Nürnberg gegen Hannover, 14. gegen 13., das einzige Duell zwischen zwei sieglosen Teams. Das klingt nicht nach einem Highlight dieses 4. Bundesligaspieltages. Zwei Traditionsklubs, die deutlich weniger gemeinsame Bundesligageschichte miteinander haben, als man denkt. Die früheren Pokale sind verstaubt, Nürnberg war neun Mal Meister (zuletzt 1968) und Hannover zwei Mal (zuletzt vor 64 Jahren). In 55 Jahren sind die beiden Vereine jetzt das 19. Mal gemeinsam in der Bundesliga.

Große Reporter-Lust auf das Spiel

Ich habe trotzdem große Lust, dass Spiel morgen als Sportschau-Reporter zu begleiten. Zum einen spielen beide richtig guten Fußball. Viele Teams wollen in erster Linie das Spiel des Gegners zerstören. Das ist nicht die Philosophie der Trainer Köllner und Breitenreiter, beide hatten in den ersten drei Saisonspielen im Schnitt mehr Spielanteile als ihre Gegner. Die Passquoten – beide brachten bisher 84 Prozent ihrer Zuspiele zum eigenen Mann - sind die Drittbesten hinter Bayern und Bremen.

Trotz fehlender Ergebnisse gute Leistungen

Dass beide mit nur zwei Punkten gestartet sind, erklärt sich im Falle Hannover mit dem schweren Auftaktprogramm (Bremen, Dortmund, Leipzig). Bei Nürnberg waren die Leistungen bei den Unentschieden gegen Mainz und Bremen, sowie der knappen Niederlage gegen Hertha, bei der Mikael Ishak kurz vor Schluss einen Elfmeter zum möglichen Ausgleich vergab, für einen Aufsteiger mehr als beachtlich.

Eduard Löwen - ein spannender Typ

Ich freue mich aber auch auf einen Spieler, den ich für einen der spannendsten der ganzen Liga halte: Eduard Löwen. Deutscher U21-Nationalspieler mit russischen Wurzeln. Er erlebte im Nürnberger Aufstiegsjahr seine erste komplette Profisaison und spielte - Achtung - als Innenverteidiger in der Viererkette, der defensiven Halbposition in der Dreierkette, als Außenverteidiger, auf der Sechs, der Zehn, wurde auf dem Flügel eingesetzt und tauchte situationsbedingt auch als Mittelstürmer auf.

Er ist der Traum jeden modernen Trainers, denn im Gegensatz zu vielen Allroundern, die alles ein bisschen, aber nichts richtig gut können, ist Löwen überall mit starken Leistungen aufgefallen. Er schlägt gute Ecken und Freistöße, gute lange Pässe, ist torgefährlich (letzte Saison fünf Treffer und fünf Torvorbereitungen), hat ein gutes Dribbling und ist defensiv zweikampfstark. Kurzum: ein spektakulärer Spieler. Kleinere Wehwechen haben bisher einen Startelfeinsatz verhindert. Hoffentlich bekommen wir ihn 90 Minuten lang zu sehen.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 22.09.2018, 18 Uhr

Stand: 21.09.2018, 11:04

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