Nürnberg gegen Dortmund - wer hat mehr Druck?

Mikael Ishak gegen Thomas Delaney (hinten)

Montagsspiel 22. Spieltag

Nürnberg gegen Dortmund - wer hat mehr Druck?

Von Robin Tillenburg

Seit 15 Bundesligaspielen ist der 1. FC Nürnberg sieglos - und nun kommt der Tabellenführer ins Frankenland, der auch noch unbedingt gewinnen muss. Für die Interimstrainer Boris Schommers und Marek Mintal könnte die Aufgabe kaum größer sein.

Doch genau darin liegt vielleicht die kleine Chance, die der FCN sich im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Michael Köllner und Sportdirektor Andreas Bornemann am Montagabend (18.02.2019) ausrechnet. Denn der BVB steht noch mehr unter Druck als der "Club", der zwar Tabellenletzter, aber gegen den BVB so klarer Außenseiter ist, dass er eigentlich befreit aufspielen kann.

Dortmund unter Druck

So kurios es auf den ersten Blick klingt: Eine Niederlage der Nürnberger hätte für den Aufsteiger weniger schlimme Folgen als für Schwarz-Gelb. Für den FCN würde der Rückstand zum Relegationsplatz dann schließlich weiterhin nur drei Zähler betragen.

BVB-Fans, Favre und das Montagsspiel in Nürnberg

Sportschau 18.02.2019 01:26 Min. ARD

Seit Amtsantritt von Lucien Favre ist es auf der anderen Seite die größte Schwächephase, die die Dortmunder bisher durchleben müssen. Mit dem Aus im DFB-Pokal gegen Bremen und dem 0:3 gegen Tottenham am Mittwoch (13.02.2019) sind aus drei Titelchancen plötzlich nur noch anderthalb geworden. Weil auch die Ligaspiele gegen Frankfurt und Hoffenheim zuletzt nur remis endeten, beträgt der Vorsprung auf den FC Bayern München momentan nur noch zwei Punkte.

Zorc: "Sinne sind geschärft"

Nürnbergs Hanno Behrens

Hofft auf ein anderes Ergebnis als im Hinspiel: Nürnbergs Hanno Behrens

Während Nürnbergs Hanno Behrens aufgrund der aktuellen Leistungsdelle des BVB hofft, dass die Dortmunder noch ein wenig mit den Köpfen in der Champions League sein könnten, sieht deren Sportdirektor Michael Zorc das komplett anders und glaubt nicht, dass der Ligaprimus das Schlusslicht unterschätzen wird: "Die Gefahr sehe ich nicht, weil wir im Moment auch nicht gerade eine Erfolgssträhne haben. Ich denke, die Sinne sind geschärft."

Sind die Dortmunder nun der ideale Gegner für Nürnberg, weil das Team nichts zu verlieren hat und vielleicht ähnlich wie Fortuna Düsseldorf in der Hinrunde für eine Überraschung sorgen kann? Oder ist Nürnberg dann doch eher der ideale Gegner für Dortmund, weil die Borussia sich den zuletzt aufgestauten Frust von der Seele schießen kann? Im Hinspiel gab es ein 7:0, das noch höher hätte ausfallen können.

Personalsorgen beim BVB

Die Antwort auf diese Frage gibt es natürlich erst am Montagabend "auf'm Platz". Fakt aber ist: Favre hat neben dem Atem der Bayern im Nacken noch ein paar weitere Sorgen: Die Personallage ist angespannt. Marco Reus und Christian Pulisic fallen mit Muskelfaserrissen aus, Lukasz Piszczek ist auch noch nicht wieder einsatzfähig, und ob Manuel Akanji nach seiner längeren Pause schon wieder für Minuten in Frage kommt, ist offen.

Nürnberger Änderungen

Dass es noch einmal ein 7:0 gibt, ist indes nicht nur wegen der Dortmunder Sorgen unwahrscheinlich. Während die Franken unter Köllner meist das Spielgeschehen aktiv mitgestalten wollten und somit gegen Dortmund und beispielsweise auch Leipzig (0:6) komplett baden gingen, dürfte das neue Trainerduo gerade gegen den BVB auf eine weitaus defensivere Ausrichtung setzen.

Zudem ist gut möglich, dass Mikael Ishak mal wieder von Beginn an mitwirken darf. Die Beziehung zwischen dem Stürmer, der mit drei Treffern immer noch bester Torschütze des Teams ist, und Köllner war nach einigen Disputen dem Vernehmen nach wohl keine gute mehr. In den jüngsten sieben Partien stand der Schwede nur einmal in der Startelf, spielte zweimal gar nicht. Wenn er traf, verloren die Nürnberger in dieser Saison bisher noch nie. Gegen Düsseldorf gab es einen Sieg, gegen Mainz und Bremen jeweils ein Remis. Die Borussia sollte also hoffen, dass der Schwede torlos bleibt.

Stand: 18.02.2019, 08:30

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